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Radio Hamburg

Hunderttausende betroffen

Ryanair streicht noch viel mehr Flüge

Dublin, 27.09.2017
Ryanair, Pressebild, Airprt

Ryanair bleibt in den nächsten Monaten noch häufiger am Boden als angekündigt.

Das Flug-Chaos beim irischen Billigflieger Ryanair zieht immer größere Kreise. Bis März werden nun noch deutlich mehr Flüge gestrichen als zuerst angekündigt.

Es wird immer schlimmer. Die irische Billig-Airline Ryanair streicht erneut Tausende Flüge, um ihre Personalprobleme in den Griff zu bekommen. Im Winterflugplan von November bis März werden etwa 18.000 der rund 800.000 geplanten Flüge gestrichen, wie das Unternehmen am Mittwoch (28.09.) in Dublin mitteilte. Ryanair lässt dafür zunächst 25 ihrer rund 400 Flugzeuge am Boden, im kommenden Sommer seien es dann zehn Flieger weniger als die bislang geplanten 435. Von den Streichungen im Winter sind den Angaben zufolge rund 400.000 Passagiere betroffen. Unterdessen zog Ryanair auch sein Interesse an der italienischen Pleite-Fluglinie Alitalia zurück, um Management-Kapazitäten zu schonen.

Auch Hamburg von Ausfällen betroffen

In Deutschland werden die Strecke Köln-Berlin sowie Flüge von und nach Hamburg, Memmingen, Baden-Baden und Frankfurt-Hahn gestrichen. Zwischen November und März 2018 würden vom Hamburger Flughafen keine Maschinen nach Edinburgh, Kattowitz, Oslo, Thessaloniki und Venedig abheben, wie Ryanair erklärte. Über die angekündigten Absagen hinaus werde es keine weiteren dienstplanbedingten Flugstreichungen im Winter oder im Sommer 2018 geben, versprach Ryanair-Chef Michael O'Leary in einer Mitteilung. Ryanair kämpft derzeit mit erheblichen Planungsschwierigkeiten und einem Mangel an Reservepiloten. Die Airline kündigte Verbesserungen bei den Dienstplänen ihrer 4.200 Piloten an und will in den nächsten Monaten 650 neue Piloten rekrutieren. Man habe 2.500 Interessenten auf der Liste.

"Schwere Managementfehler"

Bei einer Aktionärsversammlung vor etwa einer Woche hatte O'Leary sich für das Flug-Chaos entschuldigt. Schuld seien auch "schwere Managementfehler" bei der Urlaubsplanung für die Besatzungen. Im ersten Quartal des kommenden Jahres will Ryanair bereits 40 Prozent der 2018er-Urlaubsansprüche erfüllt haben. Das Unternehmen sicherte seinen Piloten eine verlässliche Urlaubsplanung zu. An den Standorten Dublin, London-Stansted, Berlin und Frankfurt wurden Kapitänen 10.000 Euro und Co-Piloten 5.000 Euro zusätzliches Gehalt angeboten. Das war allerdings von einigen Piloten angesichts unklarer Beschäftigungsverhältnisse als unzureichend bezeichnet worden. Ryanair sicherte dazu interne Gespräche in den kommenden Monaten zu. Man werde sich aber weiterhin nicht mit konzernfremden Piloten oder Gewerkschaften auseinandersetzen, betonte die Airline.

2.100 Flüge schon gestrichen

Bereits im September und Oktober hatte die passagierreichste Gesellschaft Europas 2.100 Flüge gestrichen. Ryanair wollte damit die eigene Pünktlichkeit verbessern und Urlaubsansprüche der Crews berücksichtigen, wie das Unternehmen angab. Das war auf erhebliche Kritik gestoßen. Ryanair hat auch kein Interesse mehr an Alitalia. Ryanair werde alle "Ablenkungen für das Management" vermeiden, begonnen mit dem Interesse an Alitalia, teilte das Unternehmen mit. Die Alitalia Sonderverwaltung sei darüber informiert worden, dass Ryanair keine Gebote mehr für die ehemalige Staatslinie abgeben werde. Alitalia ist seit Jahren in der Krise und hatte im Mai Insolvenz angemeldet. Dies war bereits vor demselben Schritt bei Air Berlin geschehen, nachdem die gemeinsame Haupteignerin Etihad die finanzielle Unterstützung entzogen hatte.

Lest auch: Insolvenz der Fluggesellschaft: So lange fliegt Air Berlin noch

Ab Freitag (29.09.) gib es keine Air Berlin Flüge mehr zwischen Hamburg und München.

(dpa/san)

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