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Radio Hamburg

DOM geschlossen - U1 unterbrochen

Orkantief "Niklas" hat den Norden fest im Griff

Hamburg, 31.03.2015
Lars-E

Mit kräftigen Böen hat das Sturmtief "Niklas" den Norden erreicht. Es gibt eine Unwetterwarnung des Deutschen Wetterdienstes.

Das Orkantief "Niklas" hat an Fahrt aufgenommen. Der DOM bleibt aus Sicherheitsgründen geschlossen. Die Feuerwehr ist im Dauereinsatz.

Mit Spitzenböen von rund 150 Kilometern pro Stunde ist Sturmtief "Niklas" am Dienstag (31.03.) zum Orkan geworden. Es sei einer der stärksten Stürme der vergangenen Jahre, sagte Meteorologe Lars Kirchhübel vom deutschen Wetterdienst (DWD). Sein Sturm- und Orkanfeld hat im Laufe des Dienstags weite Teile Deutschlands erfasst. Der DWD gab Unwetterwarnungen für große Teile des Landes heraus. Wer mit der Bahn, dem Fährschiff oder dem Flugzeug reist, braucht viel Geduld. Bis 22 Uhr müsse am Dienstag mit orkanartigen Böen gerechnet werden.

Der DOM bleibt geschlossen

Aufgrund der starken Sturmböen hat auch das DOM-Referat am Dienstagvormittag (31.03.) bekannt gegeben, dass der DOM auf dem Heiligengeistfeld geschlossen bleibt.

Linie U 1 unterbrochen

Aufgrund mehrerer umgestürzter Bäume hat die Hochbahn auf der Linie U1 zwischen Großhansdorf und Volksdorf sowie zwischen Volksdorf und Berne einen Ersatzverkehr mit Bussen und Taxen eingerichtet. Der Betrieb wird aufgrund des Sturms auf der U1 nördlich von Farmsen am Dienstagabend nicht mehr aufgenommen. Der Betrieb geht am Mittwoch ab Betriebsbeginn wieder los. Aus Sicherheitsgründen fahren alle U-Bahnen auf den oberirdischen Strecken mit verminderter Geschwindigkeit. Es kommt dadurch im gesamten Netz zu erheblichen Verspätungen. Im Busbetrieb kommt es aufgrund zahlreicher Straßensperrungen im ganzen Stadtgebiet ebenfalls zu starken Verspätungen.

Auch die S1 ist in der Richtung von Ohlsdorf nach Poppenbüttel unterbrochen, da Höhe Kornweg ein Baum auf den Gleisen liegt. Die S3 verkehrt zurzeit nicht zwischen Langenfelde und Stellingen, Grund ist ein umgestürzter Baum.

Die Bahn hat für ihre Fahrgäste inzwischen eine kostenpflichtige Hotline eingerichtet: 0180-6 99 66 33.

Einschränkungen im Fährbetrieb

Orkantief "Niklas" hat an der Nordseeküste und auf der Elbe die Fahrpläne der Fähren durcheinandergebracht: Heftige Böen mit Windstärke 11 bis 12 sorgten dafür, dass die Schiffe von und zu den Nordfriesischen Inseln und Halligen in den Häfen blieben. Auch die Elbfähre Glückstadt-Wischafen pendelte am Nachmittag nicht mehr zwischen den Ufern. Die Fährverbindung zwischen Helgoland und dem niedersächsischen Cuxhaven fiel ebenfalls dem Orkantief bis einschließlich Mittwoch (01.04.) zum Opfer.

Auch die schon seit Wochen geplante Eröffnungsfahrt einer Fähre von Büsum nach Helgoland wurde wegen des Wetters vorsorglich abgesagt, wie eine Sprecherin der Reederei "Cassen Eils" sagte. Da der Nord-Ostsee-Kanal wegen des hohen Wasserstandes der Elbe nicht mehr ausreichend entwässert werden kann, wird es vermutlich zu Einschränkungen im Fährbetrieb kommen, sagte ein Sprecher des Wasser- und Schifffahrtsamtes. Der Sylt-Shuttle nahm am Dienstag nur noch Pkw ohne Anhänger mit. Für Pkw mit Anhänger und Lastwagen über 7,5 Tonnen war die Rader Hochbrücke auf der Autobahn 7 (Hamburg-Flensburg) gesperrt. Ebenfalls gesperrt war die Fehmarnsundbrücke für Pkw mit Anhänger und leere Lkw.

 

Zugverkehr eingeschränkt

Auf die Bahnstrecke zwischen Elmshorn und Tornesch (Kreis Pinneberg) stürzten Äste und behinderten den Verkehr. Die Strecke konnte nach Angaben der Deutschen Bahn am Dienstagnachmittag wieder eingleisig befahren werden. Betroffen war auch der Fernverkehr zwischen Hamburg und Kiel sowie zur Westküste. Für alle Züge in Schleswig-Holstein galt vorsorglich eine Höchstgeschwindigkeit von 140 Stundenkilometern.

Die AKN weist darauf hin, dass es aufgrund der Witterung zu Beeinträchtigungen auf ihren Linien Neumünster – Hamburg Hbf (A1), Ulzburg Süd – Norderstedt Mitte (A2) und Elmshorn – Ulzburg Süd (A3) kommt. Es sind Zugausfälle und Verspätungen möglich.

Die nordbahn stellt aufgrund der Wetterlage vorerst den Betrieb auf den Linien RB 61 (Itzehoe – Hamburg Hauptbahnhof und RB 71 (Itzehoe/Wrist – Hamburg-Altona) ein. Es ist nicht möglich, einen Ersatzverkehr mit Bussen einzurichten. Beeinträchtigungen wie Zugausfälle und Verspätungen sind auf den Linien RB 82 (Bad Oldesloe – Bad Segeberg – Neumünster) und RB 63 (Neumünster – Heide – Büsum) aufgrund der Witterung ebenfalls möglich.

Am Hamburger Flughafen wurden mehrere Starts und Landungen gestrichen

Sturmflut am Fischmarkt

Am frühen Mittwochmorgen (01.04.) wurde in Hamburg-St. Pauli eine leichte Sturmflut mit einem Wasserstand bis 1,50 Meter über dem normalen Hochwasser erwartet. Am Fischmarkt könnte die Elbe über die Kaikante schwappen. Autofahrer sollten ihre Fahrzeuge nicht auf tiefer gelegenen Parkplätzen an der Elbe abstellen, erklärte die Verkehrsleitzentrale.

Das Besondere der Wetterlage über Deutschland seien die Temperaturunterschiede, sagte Meteorologe Frank Böttcher vom Institut für Wetter- und Klimakommunikation. In Süddeutschland sei es bis zu 15 Grad warm, während am Morgen in Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern und zum Teil auch in Brandenburg eine leichte Schneedecke lag. In Kiel etwa boten blühende Narzissen auf schneebedecktem Boden am Vormittag ein kontrastreiches Bild.

Feuerwehr im Dauereinsatz

Sturmtief "Niklas" hat der Hamburger Feuerwehr am Dienstagnachmittag knapp 500 Einsätze beschert. Es seien etliche Bäume auf Straßen, Häuser und Oberleitungen gestürzt, sagte ein Feuerwehrsprecher. Im Stadtteil Eidelstedt wurde das Dach eines Mehrfamilienhauses komplett abgedeckt. Im Holzhafen in Billbrook drohte ein Boot zu sinken. Am frühen Abend kamen immer noch neue Einsätze hinzu.

Lest auch: So wütet "Niklas" bei Euch: Eure Orkantief-Fotos

Orkantief "Niklas" fegt mit Böen von bis zu 120 km/h über den Norden. Ihr habt uns Eure Fotos von Schne ...

 

Unwetterwarnung, Schneeregen und Sturm. Passt auf Euch auf, wenn Orkantief "Niklas" heute über Hamburg fegt. #NiklasHamburg

Posted by Radio Hamburg on Montag, 30. März 2015

 

So regiert Orkantief "Niklas" den Tag

Unsere Wetter-Experten vom Institut für Wetter- und Klimakommunikation haben für Euch detailliert aufgestellt, wann Ihr mit den schlimmsten Böen rechnen müsst:
 
Dienstag-Nachmittag: Nachmittags verlagert sich das Sturmfeld weiter in Richtung Osten und Nordosten. In Folge der Verlagerung erwarten wir zunächst noch in ganz Deutschland Sturmböen der Stärke 9, entsprechend 75 km/h. In Schleswig-Holstein, Hamburg, Niedersachsen, Bremen, Berlin, Brandenburg, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen und Bayern sowie im Verlauf auch in Mecklenburg-Vorpommern verbreitet Gefahr von schweren Sturmböen der Stärke 10, entsprechend 90km/h und örtlichen orkanartigen Böen der Stärke 11, entsprechend 110 km/h. In Schleswig-Holstein, Niedersachsen, Hamburg, Berlin und Brandenburg erwarten wir vereinzelt Orkanböen der Stärke 12, entsprechend über 120 km/h. In Schauernähe sind vereinzelt auch deutlich höhere Windgeschwindigkeiten möglich. Auf dem Brocken erwarten wir einzelne schwere Orkanböen um 150 km/h.

Schneefall: In den Alpen setzt am Dienstagabend teils kräftiger Schneefall ein. Auch in den Mittelgebirgen gehen die Niederschläge zum Abend hin in Schnee über. Nachmittags und abends sind auch im Flachland kräftige Schauer, örtlich mit Gewittern oder Hagel zu erwarten.

Sturmflut: Für das Nachthochwasser in der Nacht zum Mittwoch – dieses wir in Hamburg St. Pauli voraussichtlich gegen 3.38 Uhr MESZ erreicht – ist das Eintreten einer Sturmflut an der Deutschen Nordseeküste sowie im Elbe- und Weserraum mit Wasserständen über 1,5 Meter über dem mittleren Hochwasser möglich.

Mehr dazu: Das Wetter im Detail für Deinen Stadtteil

(aba/apr/dpa)

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