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Radio Hamburg

Frostige Nächte

Der Frühling versteckt sich im Süden Europas

Hamburg, 20.04.2017
Frühling, Schnee, Schneeglöckchen

Der diesjährige April fühlt sich kalt an - ungewöhnlich ist das aber nicht.

Der April zeigt sich bislang eher winterlich als frühlingshaft. Und vorerst bleibt es auch so. Wer Wärme will, der muss weit reisen.

Schnee in Bulgarien, frostige Nächte und einstellige Temperaturen – der April macht seinem Namen alle Ehre und macht weiter was er will. Die Aussichten für die nächsten Tage sind bei 10 Grad Höchsttemperatur, Regen und Wind ebenfalls wenig frühlingshaft.

Wer Wärme und Sonne Sucht, der muss ins südlichste West-Europa reisen, denn von Skandinavien bis zum Balkan herrscht weiterhin unterdurchschnittlich kühles Aprilwetter.

Späte Kälte – Wie ungewöhnlich ist solch ein Einbruch Ende April? 

Dass der April auch anders kann, zeigt sich am Beispiel 2007. Hier gab es an 14 teils aufeinander folgenden Tagen Temperaturen von 25 Grad. An einem Tag wurden sogar Spitzenwerte von 30 Grad erreicht. Jedoch handelte es sich hierbei um einen außergewöhnlich warmen April, der keineswegs Grundlage für unsere Ansprüche an das Aprilwetter darstellen sollte. Selbst in diesem Jahr war der bisherige April im Vergleich zum langjährigen Mittel (1961 bis 1999) überall etwas zu warm. Diese Abweichung wird in den letzten 10 Tagen des Monats jedoch sicherlich noch etwas nach unten korrigiert. Auch wenn wir uns derzeit eher am unteren Ende des Temperaturspektrums befinden, gerade die große Bandbreite zwischen spätwinterlichen und frühsommerlichen Verhältnissen könnte kaum typischer für diesen Monat sein. Schließlich befinden sich zu dieser Jahreszeit im hohen Norden noch große Kaltluftvorkommen, während sich Südeuropa schon deutlich aufheizen konnte. Je nachdem welche dieser Luftmassen durch gewisse Druckkonstellationen nun angezapft werden, fallen die Temperaturen auch bei uns noch sehr unterschiedlich aus. Und so sind selbst Schneeschauer im Flachland im April nicht gänzlich ungewöhnlich. Erst mit höherem Sonnenstand und der Erwärmung der höheren Breiten, verlagern sich auch Tiefdruckgebiete weiter gen Norden und lassen damit Kaltlufteinbrüche wie den kommenden immer seltener zu.

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Besprühen gegen den Frost – Warum schützt gerade eine dünne Eisschicht Blüten vor Frostschäden?

Besonders nach dem rekordmilden März müssen nun viele Obstbauern aufgrund der leichten bis mäßigen Nachtfröste Schäden an der Kirsch- und Apfelblüte befürchten. Eine seit Längerem bewährte Technik macht sich die sogenannte Kristallisationswärme beim Gefrieren von Wasser zu Nutze. Dabei werden die Blüten der Bäume bei frostigen Temperaturen durchgehend mit feinen Wassertropfen besprüht. Das hat zur Folge, dass sich eine teils zentimeterdicke Eisschicht um die Blüten herum bildet. Beim Wechsel des Wassers vom flüssigen in den gefrorenen Zustand wird Wärme frei, welche an die Blüte abgegeben wird. Außerdem hat das Eis nun eine isolierende Wirkung und schützt die Blüten vor den kalten Umgebungstemperaturen. Tagsüber wird die "verloren" gegangene Energie durch die Sonneneinstrahlung dem Wasser wieder hinzugefügt und das Eis schmilzt wieder. Auf diese Art und Weise können Blüten sogar mäßigem Frost bis -9 Grad trotzen. 

Frühling vermisst – Wo ist es aktuell warm in Europa?

Polare Kaltluft hat aktuell große Teile Europas fest im Griff. Vielerorts ist es 5 Grad, auf dem Balkan sogar mehr als 10 Grad kälter als normal zu dieser Jahreszeit. In Teilen der Ukraine und Bulgarien gibt es sogar anhaltende Schneefälle und tiefwinterliche Straßenverhältnisse. Auch in weiten Teilen Italiens und Frankreichs liegen die Höchstwerte nur wenig über 10 Grad. Lediglich die iberische Halbinsel kommt in den Genuss von etwas Warmluft, welche sich vom afrikanischen Kontinent nach Norden aufgemacht hat. Dabei steigen die Temperaturen in Portugal und im Südwesten Spaniens auf 25 Grad, rund um Sevilla sogar auf fast 30 Grad an. Am Wochenende macht die warme Luft wieder etwas Boden gut, da bis Sonntag auch auf den Balearen und in Südfrankreich wieder mit Werten zwischen 20 und 25 Grad gerechnet werden kann. Von Skandinavien bis zum Balkan herrscht weiterhin unterdurchschnittlich kühles Aprilwetter.

Warum gibt es derzeit so viele Sternschnuppen zu beobachten?

In den Nächten am kommenden Wochenende (22./23.04.) hat der diesjährige Lyriden-Schauer seinen Höhepunkt. Bei den Lyriden handelt es sich um einen Sternschnuppenschwarm, der in jedem Frühling auftritt. Dabei treffen viele kleine Partikel, die dem Kometen C/1861 G1 Thatcher entstammen, mit einer sehr großen Geschwindigkeit auf unsere Erdatmosphäre und verglühen dann. Schon im Jahr 687 vor Christus wurden die ersten Aufzeichnungen zu diesem Himmelsspektakel angefertigt. In lichtarmen Gegenden können in den Folgenächten demnach ca. 10 bis 15 Meteore, so werden Sternschnuppen auch genannt, in der Stunde beobachtet werden. 

Selbstverständlich nur bei freiem Blick auf den Sternenhimmel und das gestaltet sich im Norden des Landes eher schwierig. Hier gibt es die größten Chancen auf Wolkenlücken noch in der Nacht zum Sonntag. (iwk/apr)

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