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Radio Hamburg

Heftiges Unwetter über Hamburg

"Hurricane"-Veranstalter warnen Besucher

Hamburg, 22.06.2017
Gewitter, Gewitterfront, Hamburg

Eine schwere Gewitterfront zog über Hamburg hinweg.

Schwerer Sturm über Norddeutschland: Mindestens ein Mensch stirbt. Fern- und Regionalzüge rollen nicht mehr. In Harburg wird ein Tornado gesichtet. 

Explosive Mischung am Himmel: Ein heftiger Sturm bis hin zu einem Tornado hat am Donnerstag (22.06.) in Norddeutschland mindestens einen Menschen getötet. Der 50-Jährige wurde in der Nähe des niedersächsischen Uelzen in einem Auto von einem herabstürzenden Baum erschlagen. Orkanböen, heftiger Starkregen und Hagel wüteten und ließen zeitweise auch den Zugverkehr stillstehen. In Magdeburg gab es nach Angaben der städtischen Werke eine Reihe von Stromausfällen.

Großflächige Gewitterzelle

Der Deutsche Wetterdienst (DWD) berichtete, Meteorologen der Luftfahrtberatung hätten in Hamburg den typischen "Luftschlauch" eines Wirbelsturms gesichtet. Der DWD-Tornado-Beauftragte Andreas Friedrich sagte, es habe sich um einen schwachen und nur kurzlebigen Wirbel von wenigen Minuten mit wenig "Bodenkontakt" gehandelt. Sturmschäden mit großen Verwüstungen registrierte die Feuerwehr im Kreis Harburg südlich von Hamburg. Verletzte habe es nach ersten Erkenntnissen nicht gegeben, sagte Feuerwehrsprecher Matthias Köhlbrandt. Jedoch seien Bäume umgeknickt worden. In der Gemeinde Fliegenberg sei eine Schafherde mit 20 bis 30 Tieren unter umgestürzten Bäumen begraben worden, zahlreiche Tiere seien verendet. "Die Spuren sprechen ein deutliches Bild hier. Das war ein Tornado-Ereignis", sagte der Feuerwehrmann. Die Helfer seien zu 250 Einsätzen ausgerückt. Der DWD sprach dagegen von einer großflächigen Gewitterzelle in dem Ort.

Bahnreisende besonders betroffen

Durch das Unwetter in Norddeutschland ging für viele Bahnreisende nichts mehr: Umgestürzte Bäume legten beinahe alle ICE-Strecken im Norden lahm. Die Strecken Hamburg-Berlin, Hamburg-Hannover, Bremen-Hannover und Hannover-Wolfsburg-Berlin wurden unterbrochen. Besucher des Musikfestivals "Hurricane" in Scheeßel bei Bremen mussten sich kurzzeitig in ihre Autos flüchten. Der Veranstalter bat anreisende Gäste, möglichst erst am Freitag zu kommen. «Damit wir eine problemlose An- und Abreise ermöglichen können, möchten wir alle Besucher, die ihre Anreise noch nicht angetreten haben, inständig darum bitten, auf eine Anreise am Freitag auszuweichen», schrieb der Veranstalter auf seiner Facebook-Seite.

Das heftige Unwetter führte auch zu Behinderungen auf den Autobahnen in Niedersachsen. Auf der A7 zwischen Hamburg und Hannover warnte die Verkehrsmanagementzentrale vor Gefahr durch umgestürzte Bäume. Betroffen war der Abschnitt zwischen Evendorf und Bispingen. Ein umgestürzter Baum bremste auch den Verkehr auf der A1 zwischen Hamburg und Bremen aus. Zwischen Rade und Hollenstedt fiel ein Baum auf den Standstreifen.

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Umgestürzte Bäume auf Gleisen

Wegen des heftigen Unwetters stellte die Deutsche Bahn den Verkehr zwischen Hannover, Hamburg, Kiel und Bremen ein. Das regionale Bahnunternehmen Metronom teilte mit, durch das starke Unwetter und dadurch umgestürzte Bäume seien Strecken kaum oder nur mit großen Einschränkungen zu befahren. Betroffen seien die Linien von Uelzen, Bremen und Cuxhaven nach Hamburg. Züge könnten gar nicht mehr oder nur mit großen Verspätungen fahren. Für den Norden und Osten Deutschlands wurde am Donnerstag mit der Möglichkeit von vereinzelten Tornados gerechnet, wie DWD-Experte Friedrich sagte. Die «sehr explosiven Voraussetzungen» für das in Deutschland seltene Unwetterereignis lägen durchaus vor.

Geduld gefragt

Nach dem schweren Gewitter in Hamburg und Umland fahren alle S-Bahnen mit Verzögerung.  Zwischen Neugraben und Stade gibt es wegen eines umgestürzten Baumes eine Streckensperrung. Fahrgäste müssen viel Zeit und Geduld mitbringen.

Zusammenfassung der gesperrten Strecken:

RE 3 + RB 31: Uelzen – Lüneburg-Hamburg (beide Richtung gesperrt) / Teilstrecke Lüneburg – Hamburg kann vorerst noch gefahren werden

RE 4 + RB 41: Hamburg – Bremen-Rotenburg (beide Richtungen gesperrt) / Teilstrecke Rotenburg-Bremen kann vorerst noch gefahren werden

RE 2: Uelzen – Suderburg (beide Richtungen gesperrt)

RE 5: Cuxhaven – Stade – Hamburg (beide Richtungen gesperrt) / Busnotverkehr ist eingerichtet

RE 2: Suderburg – Hannover ist frei , aber Verspätungen von 40 min

RE 2: Hannover – Göttingen ist frei

Unwetter beeinträchtigen Zugverkehr in Norddeutschland

Nach schweren Unwettern in Norddeutschland ist der Zugverkehr auch auf den Fernverkehrsstrecken Hamburg – Hannover und Hamburg – Bremen derzeit unterbrochen. Grund ist, auf den genannten Streckenabschnitten gibt es an mehreren Stellen umgestürzte und entwurzelte Bäume in den Gleisen. Dadurch wurde an einigen Stellen auch die Oberleitung beschädigt.

Auch der Regionalverkehr ist auf diesen Strecken betroffen. So ist die Strecke Neugraben-Stade gesperrt. Hier müssen Oberleitungsmasten aufgrund des Unwetters erneuert werden.

Die Bahn arbeitet mit Hochdruck an der Beseitigung der umfangreichen Schäden auf den entsprechenden Strecken.

Der Verkehr auf der Fernverkehrsstrecke Hamburg – Berlin sowie Hannover - Berlin wurde vorsorglich eingestellt. Sobald es die Wetterlage zulässt, wird der Verkehr hier wieder aufgenommen.

Reisende werden gebeten, sich vor Antritt der Fahrt über die aktuelle Lage auf www.bahn.de zu informieren.

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