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Gewitterlage am Wochenende

Es wird schwül – Unwettergefahr droht!

Hamburg, 11.05.2017
Gewitter, Blitz, Unwetter

Am Wochenende muss mit Schauern, Gewittern sowie Starkregen gerechnet werden.

Zum Wochenende wird es endlich wärmer, doch die feuchtwarme Luft hat auch starke Schauer und Gewitter im Gepäck.

Nach der gebietsweise recht kühlen ersten Wochenhälfte steigen die Temperaturen zur zweiten Wochenhälfte wieder an. Dabei wird jedoch auch feuchte Luft herangeführt. So können sich einige, zum Teil auch kräftige Schauer und Gewitter bilden. Grund für diese Entwicklung ist ein massives Tiefdruckgebiet über dem Atlantik, dass auf seiner Vorderseite feuchtwarme Luftmassen von Spanien und den Kanaren anzapft. Im Gegensatz dazu liegt derzeit noch eine Luft polaren Ursprungs über große Teile Deutschlands. Prallen diese Luftmassen aufeinander, können sich rasch mächtige Quellwolken bilden, die sich als Regenschauer und auch als Gewitter entladen. Die zusätzlich herangeführte Feuchtigkeit verstärkt diesen Prozess.

So fühlt sich die Luft insbesondere am Samstag (13.05.) drückend an und lokal ist auch mit Schwüle zu rechnen. Während der Schauer und Gewitter kann es lokal auch zu Starkregen, Hagel und Sturmböen kommen, da die Gewitter- und Schauerwolken sich aller Voraussicht nach recht langsam bewegen. Unwetterartige Niederschlagsereignisse können somit nicht ausgeschlossen werden. Da es insbesondere am Alpenrand zu Beginn der Woche ergiebig geregnet hat, sind hier die Böden gesättigt und können kaum noch Regen aufnehmen. Kommt es hier zu einem Wolkenbruch, muss mit Überschwemmungen gerechnet werden. Aber auch im Westen und Nordwesten ist das Gefahrenpotential für Starkregen erhöht. Unter Umständen können innerhalb weniger Stunden mehrere Liter Regen auf den Quadratmeter zusammenkommen.

Durch den plötzlichen Wasserbestand können so einige Abflüsse nicht schnell genug das Regenwasser abfließen lassen, und es muss ebenfalls mit vorübergehenden Überschwemmungen gerechnet werden. Von Freitag bis einschließlich kommenden Montag sind zum Teil kräftige Schauer und Gewitter möglich. Da heißt es wachsam das Wetter beobachten und die Warnhinweise des Deutschen Wetterdienstes beachten

Wie verhält man sich bei Gewittern?

Man hört schon von Weitem das erste Donnergrollen, die Wolken am Horizont lassen nichts Gutes erahnen: Ein Gewitter zieht auf! Aber wie verhält man sich in diesem Moment richtig? Am wichtigsten ist natürlich der persönliche Schutz. Man sollte sich niemals in Gefahr begeben, um Gegenstände zu sichern! Ist das Gewitter noch einige Kilometer entfernt, heißt es, einen sicheren Unterschlupf zu suchen, der nicht von einem Blitz oder anderen Gegenständen beschädigt werden kann. Am besten ist hier ein Auto oder Haus geeignet, das Auto sollte jedoch nicht in der Nähe von Bäumen, Baugerüsten oder Ähnlichem platziert sein. Bäume sind generell nicht als Schutzschild gegen Gewitter geeignet, sie können durch ihre Größe sowohl vom Blitz getroffen werden, als auch von kräftigen Böen umgeweht werden.

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Ist das Gewitter schon in der Nähe und kein sicherer Unterschlupf in Sicht, sollte man Abstand von allen metallenen Gegenständen halten und sich in eine möglichst tiefe Position begeben. Die sicherste Variante ist hier, in die Hocke zu gehen und die Füße eng aneinander zu stellen. Wer sich unbedingt fortbewegen muss, sollte jedoch nicht rennen! Hüpfen wie ein Känguru senkt das Risiko von einem Blitz getroffen zu werden. Ist das Gewitter vermeintlich abgezogen, ist trotzdem ein weiterer Verbleib in dem Unterschlupf ratsam. Rund um eine Gewitterzelle können die Blitze teils mehrere Kilometer von der eigentlichen Zelle entfernt einschlagen. Erst wenn von dem Gewitter wirklich nichts mehr zu hören und zu sehen ist, ist ein Aufenthalt im Freien wieder sicher.

Ist nun endlich Schluss mit dem Frost?

Vorerst ist die Zeit der Nachtfröste gezählt. Bereits am Donnerstag (11.05.) erreicht den Südwesten des Landes eine deutlich wärmere, allerdings auch feuchtere Luftmasse. Diese sorgt nicht nur tagsüber für höhere Temperaturen, sondern auch für frostfreie, gebietsweise sogar recht milde Nächte mit zweistelligen Tiefsttemperaturen. Letzteres insbesondere dann, wenn es nach Sonnenschein am Tage nachts bewölkt ist. Die Eisheiligen, die von heute bis nächsten Montag auf dem Kalender stehen, bringen also keine gefürchteten Spätfröste mehr. Allerdings stammen die Eisheiligen noch aus der Zeit vor der Kalenderreform. Das heißt, dass sie eigentlich 11 Tage später auf unseren heutigen Kalendern stehen müssten, nämlich vom 22. bis zum 26. Mai. Und tatsächlich gibt es in der zweiten Maihälfte häufig Kaltlufteinbrüche. Eine Ursache besteht darin, dass sich die Landmassen im Mai deutlich schneller und stärker aufheizen als die Meere. Durch diesen Temperaturunterschied entstehen verstärkt Tiefdruckgebiete, welche Kaltluft aus der Polarregion zu uns bringen. Ob in diesem Jahr die Eisheiligen dann zu diesem Termin noch einmal zuschlagen, können wir derzeit nicht sagen. Es deutet aber schon einiges auf einen kühleren Witterungsabschnitt um den 21. Mai hin.

Kann man sich bald in die Freibäder wagen?

Während mancherorts die Freibadsaison aufgrund der kühlen ersten Maitage noch aufgeschoben wurde, fuhren andere Kommunen Dienst nach Plan und öffneten ihre Freibäder pünktlich Anfang Mai. Auch wenn die Bäder beheizt sind, bleiben aber bei nass-kühlem Wetter Bademeister und Kioskbesitzer oft unter sich, und hoffen auf die ersten früh-sommerlichen Tage. Die gute Nachricht: Von Südwesten wird es ab Donnerstag deutlich wärmer, die kalten Nächte sind erst einmal passé. Da kann sich das Wasser auch in unbeheizten Bädern allmählich erwärmen. Allerdings stehen Schauer und Gewitter auf der Agenda, die einem Freibadbesuch eher entgegenstehen. Dazwischen wird es aber auch Wolkenlücken und sonnige Abschnitte geben. Es kommt beim persönlichen Einläuten der Freibadsaison also auf ein gutes Timing unter Beobachtung der Quellwolken an. Mitte nächster Woche könnte zumindest am Oberrhein auch die 25-Grad-Marke geknackt werden, dann füllen sich die Bäder rasch, wenn dazu noch die Sonne lacht. Ein deutschlandweiter sonniger Frühsommertag steht allerdings bis auf Weiteres erst einmal nicht auf dem Programm. (iwk/apr)

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