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Radio Hamburg

Goldener Oktober?

Das lange Wochenende zeigt sich herbstlich

Hamburg, 29.09.2017
Regen, Schlechtes Wetter, Wetter, Hamburg

Abwechslungsreich, regnerisch und kühl startet der Oktober im Norden. Sogar zwei Ex-Hurrikans sind auf dem Weg nach Europa und werden unser Wetter in den kommenden Tagen prägen.

Für viele steht mit dem Start ins Wochenende und dem Feiertag am 3. Oktober ein XXL-Wochenende ins Haus. Der Start in den Oktober fällt dabei aber größtenteils ins Wasser. Zwar zeigt sich hin und wieder auch die Sonne, das Wetter wird allerdings hauptsächlich von Tiefausläufern vom Atlantik geprägt. Mit Maria und Lee machen sich in den kommenden Tagen sogar zwei Tropensturmsysteme auf den Weg nach Europa.

Maria erreicht uns am Montag

Gleich zwei Tropensturmsysteme ziehen aktuell über dem Atlantik ihre Bahnen – MARIA und LEE. Beide haben derzeit noch Hurrikanstärke – warten also mit Windgeschwindigkeiten von über 120 Km/h auf. In den nächsten Tagen drehen beide Systeme nach Osten, also Richtung Europa, ab und schwächen sich auf ihrem Weg weiter ab. Dabei wird aller Voraussicht nach Hurrikan LEE rasch an Kraft verlieren und sich so in den Tiefdrucksystemen des Nordatlantiks unterordnen. MARIA hat dagegen einen weit aus längeren Atem und kommt dem europäischen Festland näher, muss sich jedoch auch hier einem Sturmtief über Schottland unterordnen. Dabei kann MARIA jedoch ein wenig Kraft mit herüber retten. So werden wir in Deutschland spätestens am kommenden Montag (02.10.) mit einem recht kräftigen Wind besonders an den Küsten zu tun bekommen. Unter Umständen können dabei auch schwere Sturmböen um 90 Kilometer in der Stunde möglich werden. Mit Windspitzen um 240 Kilometern in der Stunde, die MARIA wie vor wenigen Tagen in Puerto Rico erreichte, ist das natürlich nicht vergleichbar. 

Wird der Oktober noch golden?

Für einige Bundesländer, wie beispielsweise Niedersachsen oder auch Thüringen, beginnen am kommenden Montag (02.10.) die Herbstferien. Andere haben einen Brückentag vor dem bundesweiten Feiertag am Dienstag (03.10.). So wird das kommenden Wochenende für viele etwas länger sein. Grund genug auf gutes Wetter zu hoffen. Die Woche bescherte uns ja einige freundliche und auch recht milde Tage. Doch das hat genau zum Wochenende ein Ende. Das vorherrschende Hoch ROSI wird sich allmählich weiter nach Osten, Richtung Russland, auf den Weg machen und so den Weg für atlantische Tiefdruckgebiete mit samt ihren Ausläufern frei räumen. So zieht ein erstes Regengebiet am Samstag (30.09.) von Westen her auf und erreicht am Sonntag (01.10) auch den Osten. Dahinter fließt kühlere und weiter feuchte Luft ein, die das Wetter eher recht abwechslungsreich gestalten lässt. So wird es an diesem verlängerten Wochenende am Samstag besonders im Osten am freundlichsten sein. Am Sonntag genießt eher die Mitte längere freundliche Abschnitte und die neue Woche startet dann insgesamt recht regnerisch und auch gebietsweise windig.

September eher herbstlich als spätsommerlich

Der meteorologisch gesehen erste Herbstmonat machte in diesem Jahr seinem Namen alle Ehre. Besonders in der ersten Monatshälfte brachten atlantische Tiefausläufer wiederholt Regen, Wind und recht kühle Temperaturen. Selbst der erste Herbststurm am 13. September war relativ früh dran: Tief "Sebastian" brachte Orkanböen an der Nordsee und in den Hochlagen und schwere Sturmböen im Binnenland. Erst gegen Ende September beruhigte sich die Wetterlage dank eines stabilen Skandinavienhochs. Nach Nebelauflösung gab es teils einige Spätsommertage, bedingt durch ein Höhentief aber auch vereinzelt Schauer oder Gewitter. Ein Blick auf die Messwerte verrät, dass der September mit einer Mitteltemperatur von etwa 13 Grad insgesamt rund ein halbes Grad kühler als normal ausfallen und damit in diesem Jahr neben dem Januar erst der zweite zu kalte Monat sein wird. Die negativen Abweichungen sind allerdings vor allem im Süden zu finden, während die Temperatur im Norden im Mittel blieb. Auf der Zugspitze war es gar drei Grad kälter als normal, zum Monatsbeginn wuchs die Schneedecke hier auf 60 Zentimeter an. Beim Niederschlag gab es bedingt durch lokale Schauer oder Gewitter naturgemäß große Unterschiede, wobei die Westhälfte mehr Regen als die Osthälfte abbekam. Am meisten Regen fiel an der Nordseeküste; auf Helgoland gab es fast doppelt so viel Niederschlag wie im langjährigen Mittel. Die Sonnenscheinausbeute fiel meist leicht unterdurchschnittlich aus, nur entlang der Ostseeküste konnte das Soll mit rund 160 Stunden erfüllt werden. 

Wer Wärme will muss nach Südeuropa

Besonders im Süden Spaniens und in Portugal herrschen aktuell weiterhin Temperaturen von mehr als 30 Grad. Hinzu kommt, dass es im September in diesen Regionen bislang nur sehr wenig Regen gegeben hat, sodass auch die Waldbrandgefahr wieder ansteigt. Auch in der nächsten Woche ist hier kein signifikanter Niederschlag in Sicht und die Höchsttemperaturen liegen weiterhin oberhalb der 30-Grad-Marke. Zwar liegen die Temperaturen aktuell rund fünf Grad über der Norm, dennoch sind späte Hitzewellen in dieser Region keine Seltenheit. Die mittleren Tageshöchstwerte liegen zum Beispiel in Andalusien im Oktober immer noch bei 25 Grad. Turbulenter und auch deutlich kühler geht es dagegen im restlichen Südeuropa weiter: Besonders in Italien und auf dem Balkan kann es Anfang Oktober wieder zu kräftigeren Regenfällen und Gewittern kommen. Grund dafür ist ein Höhentief, welches sich von Mitteleuropa nach Süden verlagert und aufgrund des noch warmen Wassers für eine Labilisierung der Atmosphäre sorgt. Welche Region am stärksten betroffen ist, wird erst kurzfristig abzusehen sein. Wer sich also für einen spontanen Herbsturlaub am Mittelmeer entscheidet, sollte sich vorher über die Wetterlage informieren, um nicht enttäuscht zu werden. 

(iwk/san)

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