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Radio Hamburg

Investoren aus der Schiffbaubranche

Sitas-Werft wird zerschlagen

Hamburg, 29.06.2012
Sietas-Werft, Sietas, Werft, Google Streetview

Die Sietas-Gruppe wird zerschlagen.

Die insolvente Sietas-Gruppe wird zerschlagen. Laut Insolvenzverwalter ist der Erlös aus dem Verkauf von drei Einzelbetrieben höher.

Deutschlands älteste Werft, die  Hamburger Sietas-Gruppe, wird nach der Bekanntgabe der Insolvenz zerschlagen. Die drei Einzelbetriebe werden jedoch von Investoren aus der Schiffbaubranche übernommen. Die Einzelangebote für die drei Unternehmen der Sietas-Gruppe seien in der Summe höher als das eine abgegebene Gesamtangebot, berichtete Insolvenzverwalter Berthold Brinkmann am Donnerstag in Hamburg. "Der Insolvenzverwalter muss immer nach dem höchsten Preis entscheiden", ergänzte er. Brinkmann zeigte sich dennoch sehr zufrieden, dass die Betriebe mit industriellen Partnern weiterarbeiten können.

Wer bekommt was bei der Sitas-Werft-Zerschlagung?

Die Neubauwerft: Die Sietas-Werft soll an die niederländische Veka-Gruppe gehen. Ihr Verkauf sei der schwierigste gewesen, berichtete der Insolvenzverwalter. Von den 400 Arbeitsplätzen könnten angesichts der Auftragslage rund 300 erhalten bleiben und die 30 Auszubildenden übernommen werden. An 40 Mitarbeitern ist die Bremer Lürssen-Werft interessiert. Die Arbeitnehmervertreter hoffen, dass Veka auch die übrigen 60 doch noch übernimmt. Diese 1988 gegründete Gruppe baut Gas- und Chemie-Tanker, Luxusjachten und Schwimmpontons. Mehr als 200 Schiffe hat das Unternehmen seit 1995 zu Wasser gebracht. Nach Angaben des Insolvenzverwalters schreibt es bei Umsätzen zwischen 300 und 500 Millionen Euro jährlich Gewinn.

Die Reparaturwerft: Die Bremer Lürssen-Gruppe (1400 Mitarbeiter, spezialisiert im Jachtbau, wird die Norderwerft mit 94 Mitarbeitern übernehmen - und gegebenenfalls 40 weitere von der Neubau-Werft.

Die Neuenfelder Maschinenfabrik (NMF): Zwei Bieter aus Korea sowie Europa seien noch in einem Kopf-an-Kopf-Rennen um die Neuenfelder Maschinenfabrik (NMF) mit 134 Mitarbeitern. Wer hier den endgültigenZuschlag erhält, solle sich in den nächsten vier Wochen entscheiden, berichtete der Insolvenzverwalter. Aus den Verkäufen der Norderwerft und der NMF sollen jeweils zweistellige Millionenbeträge die Kasse des Insolvenzverwalters füllen. Diese Mittel fließen an die Gläubiger, die beispielsweise Hypotheken auf Grundstücke bereitgestellt hatten. Außerdem soll daraus auch Geld zur weiteren Modernisierung der Sietas-Werft fließen.

Bei der 1635 gegründeten Werft hatte Familieneigner Hinrich Sietas zu lange am Containerschiffbau festgehalten. 2009 gab er das Ruder an Geschäftsführer Rüdiger Fuchs ab, der die in den roten Zahlen steckende Werft auf moderne Produktionsverfahren und den Spezialschiffbau umstellte. "Dieses Ziel haben wir erreicht", sagte Fuchs. Der frühere Airbus-Manager wird das Unternehmen verlassen.

(dpa/aba)