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Radio Hamburg

HSH Nordbank

Vorstände bekommen mehr Geld als erlaubt

Hamburg, 29.10.2012
HSH Nordbank, Pressebild

Die EU-Kommission moniert laut "Spiegel", dass die Vorstände der HSH Nordbank zu viel Geld kassieren.

Nach einem "Spiegel"-Bericht moniert die EU-Kommission die Bezahlung des Vorstandes der HSH-Nordbank.

Der Fisch stinkt vom Kopf her. Und genauso ist es offenbar weiterhin bei der HSH Nordbank. Laut Prüfbericht für die EU-Kommission kassieren die Vorstände der HSH mehr Geld erlaubt, schreibt "Der Spiegel".

Zu viele zusätzliche Sachleistungen

Nach Ansicht der EU dürfen sie gemäß den Rettungsauflagen von 2009 maximal eine halbe Million Euro pro Jahr bekommen. Tatsächlich erhalten sie aber noch eine 20-prozentige Altersvorsorge und Sachleistungen, zum Beispiel Dienstwagen.
Die Führungsteams der HSH Nordbank stehen seit Jahren wegen hoher Gehälter in der Kritik. Unter anderem Ex-Vorstandschef Nonnenmacher hat 2,6 Millionen Euro Bonus erhalten, als die Bank bereits vom Rettungsfonds gestützt und mit einer drei Milliarden-Euro-Kapitalspritze Hamburger und Schleswig-Holsteiner Steuerzahler am Leben erhalten worden ist.

Vergangene Woche hat Aufsichtsratchef Kopper eine Erhöhung der Landesbürgschaften für die HSH Nordbank gefordert. Sie sollen auf zehn Milliarden angehoben werden. Laut Finanzbehörde beträgt die Wahrscheinlichkeit, dass die Steuerzahler für weitere Ausfälle einstehen müssen bei über 40 Prozent.

Blick zurück - Die Chronologie der HSH Nordbank Affäre

HSH-Nordbank

Die Chronologie der Affäre

  • November 2007: Die HSH Nordbank muss einräumen, dass die US-Immobilienkrise auch die Bank in Mitleidenschaft gezogen hat. 91 Millionen Euro müssen im Wertpapiergeschäft abgeschrieben werden.

  • November 2007: Aufgrund der US-Immobilienkrise erhöht die Bank ihre Risikovorsorge auf 319 Millionen Euro.

  • Februar 2008: Die Bank geht in die Offensive und klagt gegen die schweizerische UBS wegen eines Investments von 500 Millionen Dollar auf dem US-Immobilienmarkt.

  • März 2008: Erstmal geht's einen Schritt zurück und die HSH Norbank geht nicht wie geplant an die Börse. Grund: die niedrige Bewertung der Bankaktien.

  • Mai 2008: Die Immobilienkrise schlägt sich auch weiter auf die Bilanz der Bank im ersten Quartal 2008 nieder - Belastungen von 180 Millionen Euro stehen zu Buche.

  • April 2008: Erste Stimmen aus der Politik werden laut. Die schleswig-holsteinische FDP fordert den Verkauf der Anteile an der Bank.

  • Mai 2008: Frischzellenkur für die Bank, denn die Anteilseigner der HSH-Nordbank stellen zwei Milliarden Euro frisches Kapital zur Verfügung.

  • September 2008: Die Bank kündigt an, bis 2010 750 Mitarbeiter zu entlassen.

  • September 2008: Die Abschreibungen klettern auf 511 Millionen Euro an, trotzdem hat die Bank den Jahresüberschuss von 400 Millionen Euro noch als Ziel. Das ändert sich aber Ende September - die Gewinnprognose wird zurückgezogen. Die schleswig-holsteinische FDP fordert den Rücktritt von Bankchef Berger.

  • Ende September 2008: Die US-Investmentbank Lehman Brothers geht komplett in die Knie. Jetzt muss auch die HSH-Nordbank Farbe bekennen. Es stehen nun insgesamt 2,3 Milliarden Euro an Belastungen auf dem Papier.

  • Oktober 2008: Die Bank bestätigt, auf das Rettungspaket der Bundesregierung zugreifen zu wollen. Im November beantragt sie dann eine Staatsbürgschaft von bis zu 30 Milliarden Euro.

  • November 2008: Bank-Chef Berger reicht seine Kündigung ein, der Aufsichtsrat nimmt diese an. Sein Nachfolger: Dirk Jens Nonnenmacher.

  • Februar 2009: Mit einem Paukenschlag beginnt das neue Jahr für die Bank: der Jahresverlust 2008 beläuft sich auf 2,8 Milliarden Euro. Wichtig für die Bank jetzt: Eigenkapital von drei Milliarden Euro und Garantien von zehn Milliarden Euro von den Bundesländern Hamburg und Schleswig- Holstein.

  • Februar 2009: Die Öffentlichkeit und die Politik empören sich, als bekannt wird, dass eine weitere Ausschüttung von 200 Millionen Euro an die Inhaber von Genussrechten (mit einem Genussschein hat der Anleger Rechte am Reingewinn einer Gesellschaft) und stille Einleger der Bank vorgenommen wurde.

  • April 2009: Die Hamburger Bürgerschaft beschließt das Rettungspaket für die Bank.

  • Juli 2009: Dirk Jens Nonnenmacher bekommt in der Hochzeit der Krise eine sogenannte "Halteprämie" von 2,9 Millionen Euro.

  • Oktober 2009: Selbst in höchster finanzieller Not überweist die HSH Nordbank 45 Millionen Dollar an die angeschlagene US-Bank Goldman Sachs.

  • Oktober 2009: Es wird offenbar, dass der sogenannte Omega-Deal, der die Bank in die roten Zahlen gebracht hat, von Nonnenmacher abgesegnet war. "Der Omega-Deal war ein Kreislaufgeschäft mit der französischen Bank BNP Paribas, bei dem die HSH Nordbank kurz vor Jahresabschluss 2007 Kreditrisiken in Höhe von 1,975 Milliarden Euro in Briefkastenfirmen verschob", so der Stern vom November 2009.

  • November 2009: Auch die Politik zieht jetzt ihre Konsequenzen. Es wird ein parlamentarischer Untersuchungsausschuss (PUA) gebildet.

  • März 2010: Die Bank veröffentlicht die Bilanz für 2009. 679 Millionen Verlust sind zu verzeichnen, man hatte mit einer Milliarde gerechnet.

  • Mai 2010: Die Staatsanwaltschaft Hamburg geht gegen Vorstandschef Nonnenmacher vor und ermittelt wegen des Vorwurfs der Bilanzfälschung.

  • Juli 2010: Die Bank besteht den Stresstest, der von den europäischen Bankenaufsehern vorgenommen wird. Das bedeutet, sie könnte eine erneute Finanzkrise überstehen.

  • August 2010: Die Spitzel-Affäre um Ex-Vorstand Frank Roth geht in die nächste Runde. Der Chef der Rechtsabteilung, Wolfgang Gößmann, wird suspendiert. Er soll über illegale Aktionen gegen Roth informiert gewesen sein.

  • Oktober 2010: Dirk Jens Nonnenmacherv gerät immer mehr unter Druck. Ermittler haben die Büroräume des Sicherheitsunternehmens Prevent AG durchsucht. Prevent soll dem Vernehmen nach den Mitarbeitern der HSH Nordbank, die man loswerden wollte, Dokumente untergeschoben haben. Dabei soll laut Angaben des Magazins „Spiegel“ Nonnenmacher eine zentrale Rolle gespielt haben.

 

(dpa/aba)