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Radio Hamburg

DGB-Studie

Hamburger Lehrlinge nur bedingt zufrieden

Hamburg, 09.02.2016
Ausbildung, Beruf, Berufsausbildung, Berufsschule, Berufschule

Die Handelskammer bezeichnet die Studie des Deutschen Gewerkschaftsbundes als einseitige Sicht der Auszubildenden und fordert eine gemeinsame Analyse von Schwachstellen in Ausbildungsbetrieben.

Viele Hamburger Lehrlinge klagen über Überstunden, fehlende Ausbildungspläne oder Privataufträge ihrer Chefs. Der DGB will dringend handeln.

Rund zwei Drittel aller Hamburger Lehrlinge sind nach einer Studie des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) mit ihrer Ausbildung zufrieden. Viele klagten aber auch über mangelnde Qualität, schlechte Bedingungen, fehlende Ausbildungspläne oder zahlreiche Überstunden, heißt es in dem vorgestellten DGB-Ausbildungsreport.

Besonders groß sei der Unmut bei Kaufleuten im Einzelhandel und zahnmedizinischen Fachangestellten. Da im Vergleich zum ersten Report 2011/2012 keine Verbesserungen zu erkennen seien, forderte Hamburgs DGB-Chefin Katja Karger Konsequenzen. "Die Arbeitgeber werden ihrer Verantwortung einfach nicht gerecht." Notfalls müsse ihnen die Ausbildungsbefähigung entzogen werden.

Überstunden und Botengänge

Dem Bericht zufolge leisteten 38,2 Prozent aller Auszubildenden regelmäßig Überstunden. Den zwingend vorgeschriebenen Freizeitausgleich erhielt jedoch nur rund ein Drittel. Kritisch äußerte sich rund ein Drittel der 3400 im vergangenen Jahr befragten Jugendlichen aus 43 Ausbildungsberufen zudem über das Fehlen eines Ausbildungsplans. Jeder Zehnte klagte darüber hinaus, dass er auch Botengänge oder private Erledigungen für Dritte übernehmen müsse.

"Wir reden hier (...) nicht über Kavaliersdelikte, sondern über klare Gesetzesverstöße", sagte der Jugendbildungsreferent der DGB-Jugend, Christian Kröncke. Er zeigte sich besonders verärgert über das angebliche Fehlen jeglicher Einsicht. "Wir stellen überhaupt keine Verbesserungstendenzen (...) fest." Eine Sonderauswertung in der Studie im Auftrag der DGB-Jugend Nord zeigte zudem, dass die in Hamburg verpflichtenden Betriebspraktika für Schüler ihren Zweck weitgehend verfehlen. Rund 60 Prozent der Schüler gaben an, dass ihnen die Praktika bei der Berufswahl nicht geholfen hätten. Für diesen Teil der Untersuchung des Instituts für Sozialpädagogische Forschung Mainz und der Isoplan-Marktforschung Saarbrücken/Berlin wurden im vergangenen Jahr 2765 Hamburger Berufsschüler befragt.

Betriebspraktikum verfehlt Zweck

Als Gründe nannten 46,1 Prozent "uninteressante Tagesabläufe", 45,7 Prozent schlechte Verdienstmöglichkeiten und 21,3 Prozent eine mangelhafte Einbindung in den Betrieb. Jeder Siebte (13,3 Prozent) klagte darüber hinaus über eine fehlende Unterstützung durch die Schule und "fühlte sich alleingelassen". Für die Verfasser der Studie ist klar: "Hier müssen Schule und Betriebe dringend nachkorrigieren und das Betriebspraktikum als Form des betrieblichen Lernens anerkennen."

Die Lehrergewerkschaft GEW zeigte sich nicht nur über die Klagen zur Betreuung durch die Schulen bestürzt, sondern auch darüber, dass umgekehrt zudem nur 7,6 Prozent die Arbeit der Schulen überhaupt als hilfreich erachtet hätten. Für die GEW liegt dies vor allem an fehlenden Ressourcen. "Nun tritt die unzureichende Ausstattung und fehlende gemeinsame Weiterentwicklung der Berufs- und Studienorientierung, auf die wir als GEW schon lange hingewiesen haben, deutlich zutage", erklärte Hamburgs GEW-Chefin Anja Bensinger-Stolze.

Die DGB-Vorsitzende Karger wies zudem darauf hin, dass die Zahl der Ausbildungsplätze zwischen 2010/2011 und 2014/2015 von 14.900 auf 13.500 gesunken sei. Die Linken verlangten deshalb erneut eine zweckgebundene Ausbildungsplatzabgabe. "Wer nicht ausbildet, soll zahlen", erklärte die Linken-Fraktionschefin Sabine Boeddinghaus. (dpa)

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