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Radio Hamburg

Wer, was, wie, wo?

Fakten über die Hamburger Handelskammer

Hamburg, 20.02.2017
Handelskammer Hamburg

Die Wahlsieger "Kammerrebellen" wollen unter anderem die Geschäftsführung auswechseln. Wird das funktionieren?

Am vergangenem Freitag (17.02.) teilte die Handelskammer Hamburg die Wahlergebnisse mit. Was die Wahl für uns bedeutet und was als nächstes passieren wird, erfahrt Ihr hier!

Vom 16. Januar bis zum 14. Februar konnten die 160.000 Mitgliedsunternehmen der Handelskammer Hamburg schriftlich ihre Stimme abgeben. Der Wahlsieg der Kammerrebellen löst Stimmungen aus, die von Freude bis zu Fassungslosigkeit reichen. Doch was ist eigentlich die Handelskammer, was passierte bei der Wahl und was wird nun auf uns zu kommen?

Was ist die Handelskammer?

Die Hamburger Handelskammer besteht seit über 350 Jahren und ist der Interessenvertreter der gewerblichen Hamburger Wirtschaft. Sie berät und vertritt die Interessen von etwa 160.000 Unternehmen gegenüber Politik und Verwaltung. Außerdem bildet die Handelskammer aus und kümmert sich um die Anerkennung ausländischer Bildungsabschlüsse und nimmt Fachkundeprüfungen ab. Jedes Unternehmen, ob groß oder klein, hat eine Pflichtmitgliedschaft in der Handelskammer, die mit einem Zwangsbeitrag zusammenhängt, den die Unternehmen zahlen müssen.

Wahlsieg der Kammerrebellen

Die Wahlbeteiligung lag in diesem Jahr mit 17,6 Prozent fast doppelt so hoch wie bei der letzten Wahl im Jahr 2014. Einen überraschend klaren Sieg konnten die Kamerrebellen "Die Kammer sind WIR" fassen, die unter anderem vor haben, die Kammer-Pflichtbeiträge, die für Unternehmen gelten, abzuschaffen. Zudem möchte das Plenum die Geschäftsführung auswechseln und verkleinern, das Plenum öffentlich tagen lassen und Personal abbauen.

Pflichtbeiträge abschaffen. Geht das?

Nach dem großen Wahlversprechen die Pflichtbeiträge abzuschaffen, kamen viele Fragen auf, da eine Mitgliedschaft in der Handelskammer für die Unternehmen Pflicht ist. Die Gewinner der Wahl, die Kammerrebellen, planen zwei Arten von Mitgliedschaften einzuführen: Zum einen die beitragsfreie Basismitgliedschaft und zum anderen eine beitragsgebundene Premiummitgliedschaft, bei der dann "freiwillig" Beiträge gezahlt werden. Die Mitglieder der Premiummitgliedschaft bekommen dann allerdings Leistungen, wie bestimmte Beratungen und Einladungen zu Veranstaltungen, die die Mitglieder der Basismitgliedschaft nicht bekommen.

Zukunft der Handelskammer

Als erstes müssen die Kammerrebellen ihr zentrales Wahlversprechen wahr machen, bis im April dann das neue Plenum erstmals zusammenkommen wird. Im Mai wird dann das neue Präsidium samt Präses gewählt. Doch die Wahlergebnisse lösen nicht nur freudige Stimmung aus: "Für die Hamburger Wirtschaft und den Standort ist das keine gute Nachricht.", sagt Willem van der Schalk von dem Bündnis "Vorfahrt für Hamburg". "Eine Reduzierung der Beiträge wird zu einer dramatischen Unterfinanzierung führen, der angekündigte massive Personalabbau die Leistungen der Kammer radikal einschränken."

Sind alle Turbulenzen überwunden?

Die Handelskammer war zuletzt mehrfach in Turbulenzen geraten, bei denen es um politische Äußerungen von Präses Melsheimer um das Gehalt des Geschäftsführers Hans-Jörg Schmidt-Trenz, um großzügige Rentenzahlungen und um überhöhte Beiträge für die Unternehmen ging. Aber ob es nach den Kammerwahlen besser für die Hamburger Handelskammer laufen wird? Zumindestens sind durch den Wahlerfolg der Kammerrebellen kaum noch namhafte Hamburger Unternehmen im Plenum vertreten. In den vergangenen Jahren gehörten zum Beispiel die Chefs von Vattenfall, der Haspa, Globetrotter, Hansewerk, Hamburger Volksbank und Flughafen Hamburg dazu, von denen lediglich Haspa-Chef Harald Vogelsang übrig geblieben ist.

(dpa/lsa)

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