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Radio Hamburg

Wahl in Niedersachsen bringt kein klares Ergebnis

Kopf-an-Kopf-Rennen kann die ganze Nacht andauern

Hannover/Hamburg, 20.01.2013
Landtag Niedersachsen

Wer zieht als Ministerpräsident in den Landtag von Niedersachsen ein?

Bei der Landtagswahl in Niedersachsen zeichnete sich nach den ersten Hochrechnungen ein Patt zwischen Schwarz-Gelb und Rot-Grün ab. 

Die Wahl in Niedersachsen ist eine echte Zitterpartie. Auch Stunden nach Schließung der Wahllokale ist noch nicht klar, wer das Bundesland in den kommenden fünf Jahren regieren wird. Vermutlich werden wir erst am Montagmorgen ein aussagekräftiges Wahlergebnis vorliegen haben.

Hier sehen Sie immer aktuell die  ausgezählten Stimmen nach Wahlkreisen und das vorläufige amtliche Endergebnis

 

 

 

Nach der jüngsten ARD-Hochrechnung kommt die CDU mit Ministerpräsident David McAllister auf 36,3 Prozent, die SPD erreicht 32,6 Prozent. Die FDP erreicht überraschende 9,8 Prozent, die Grünen bekommen auf 13,6 Prozent. Damit liegen Schwarz-Gelb und Rot-Grün fast gleichauf.
Laut ARD-Hochrechnung hat Rot-Grün einen Sitz mehr als die bisherige Regierungskoalition aus CDU und FDP. Das kann sich aber in der Nacht immer wieder ändern. Möglicherweise entscheiden erst die Überhangmandate über ein amtliches Endergebnis.

 

 

Ein echter Wahlkrimi in Niedersachsen

CDU-Ministerpräsident David McAllister, der seit 2010 an der Seite der Liberalen regiert, stellte die führende Rolle seiner Partei heraus. "Die Aufholjagd hat sich gelohnt, die CDU ist die Nummer eins in Niedersachsen", sagte er. "Wir haben berechtigte Hoffnung, dass wir unsere erfolgreiche Koalition in Hannover fortsetzen können." Auch SPD-Spitzenkandidat Stephan Weil wertete das Abschneiden seiner Partei als Erfolg. "Die niedersächsische SPD hat zugelegt. Das ist bemerkenswert", sagte der hannoversche Oberbürgermeister. "Egal wie dieser Abend ausgeht: Mit diesem Ergebnis sind wir sehr zufrieden. Wir haben zugelegt." Vor fünf Jahren hatten die SPD mit 30,3 Prozent einen historischen Tiefststand erreicht. Daraufhin hatte der damalige Regierungschef Christian Wulff das seit 2003 bestehende CDU/FDP-Bündnis fortsetzen können. Ob McAllister und Weil ein Direktmandat gewannen, blieb zunächst unklar.

Die Grünen erzielten erstmals bei einer Wahl in Niedersachsen ein zweistelliges Ergebnis und landete bei mehr als 13 Prozent. "Wir feiern ein wunderbares Ergebnis", sagte Spitzenkandidat Stefan Wenzel. Auch die FDP jubelte. Monatelang lag sie in Umfragen teils deutlich unterhalb der Fünf-Prozent-Hürde, am Sonntag landete sie bei mehr als 9 Prozent und schaffte damit den Wiedereinzug in den Landtag. "Wer hätte vor drei oder vier Monaten gedacht, dass die FDP da stehen würde, wo sie jetzt ist", sagte Spitzenkandidat und Landeschef Stefan Birkner.

Das lieberale Wunder von Niedersachsen

Die SPD führte den Erfolg der FDP, die wohl ihr bestes Ergebnis bei einer Landtagswahl in Niedersachsen erreichte, auf Leihstimmen der CDU zurück. Die Kampagne habe geklappt, sagte der SPD-Fraktionsvorsitzende Stefan Schostok. Bestätigt wurde diese Annahme von der Forschungsgruppe Wahlen, die den Erfolg der Liberalen auf Leihstimmen der CDU-Wähler zurückführte. Die Forscher sprachen von einem "Last-Minute-Transfer im schwarz-gelben Lager": 80 Prozent der aktuellen FDP-Wähler wählten eigentlich CDU.

Die nicht mehr im Landtag vertretene Linkspartei machte den Lagerwahlkampf zwischen Rot-Grün und Schwarz-Gelb verantwortlich für ihr schlechtes Abschneiden. Die Zuspitzung zu einem Lagerwahlkampf habe Stimmen gekostet, sagte die stellvertretende Fraktionschefin in Niedersachsen, Ursula Weisser-Roelle.

Wahlbeteiligung gestiegen

Die Wahlbeteiligung fiel höher aus als 2008, als nur 57,1 Prozent der Berechtigten ihre Stimme abgeben - so wenig wie nie zuvor bei einer Landtagswahl in Niedersachsen. "Ein Sieger steht fest: Ich freue mich sehr, dass die Wahlbeteiligung gestiegen ist", sagte SPD- Spitzenkandidat Weil. Mehr als 60 Prozent der 6,1 Millionen Wahlberechtigten gaben ihre Stimme ab.

Richtungsweisend für die Bundestagswahl

Damit konnte sich in Berlin weder CDU-Kanzlerin Angela Merkel noch SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück den erhofften klaren Wahlsieg auf die Fahnen schreiben. Davon hatten sich die Parteien Rückenwind für die Bundestagswahl im Herbst erwartet. Dem wegen miserabler bundesweiter Umfragewerte angeschlagenen FDP-Chef Philipp Rösler verschafft der Wiedereinzug der Liberalen in den Landtag seines Heimatlandes mit ihrem bislang besten Ergebnis Luft. Die Abstimmung im zweitgrößten deutschen Flächenland mit 6,1 Millionen Wahlberechtigten gilt als wichtiger Stimmungstest für die Bundestagswahl. Zuvor wird nur noch in Bayern ein neuer Landtag gewählt.

So ging die Landtagswahl 2008 aus

Bei der Landtagswahl 2008 war die CDU trotz herber Verluste mit 42,5 Prozent stärkste Partei geworden. Auch die SPD verlor und kam auf 30,3 Prozent. Die FDP holte 8,2, die Grünen 8,0 und die Linke 7,1 Prozent. Auf die CDU entfielen 68 Sitze im Landtag, auf die SPD 48. Die FDP errang 13 Mandate, die Grünen 12 und die Linke 11. Zuletzt hatte die CDU 69 und die SPD 46 Mandate, es gab einen fraktionslosen Abgeordneten. Die Beteiligung an der Wahl lag 2008 mit 57,1 Prozent auf einem historischen Tiefstand.

(dpa/aba)

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