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Radio Hamburg

Prozessauftakt in Stade

80-Jähriger wegen Totschlags vor Gericht

Stade, 23.04.2014
RHH - Expired Image

Ernst B. zwischen seinen Anwälten beim Prozessauftakt vor dem Landesgericht in Stade am Mittwoch (23.04).

2010 eskaliert ein Überfall in Sittensen, bei dem der Rentner Ernst B. einen 16-Jährigen erschießt. Nun steht der mutmaßliche Täter vor Gericht.

Notwehr oder Totschlag? Das ist die Frage in dem Verfahren gegen den 80-jährigen Rentner Ernst B. ab Mittwoch (23.04) vor dem Landgericht Stade. Der damals 77-jährige Senior hatte im Dezember 2010 einen 16-Jährigen aus Neumünster erschossen, der  ihn mit vier anderen jungen Männern in seinem Haus im niedersächsischen Sittensen überfallen und ausgeraubt hatte. Bei der Flucht aus dem Haus hat Ernst B. auf die Gruppe von Jugendlichen geschossen und dabei einen der Täter in den Rücken getroffen. Vor dem Landgericht Stade wird das Verfahren gegen den Sittensener nun neu aufgerollt. Die Familienangehörigen des erschossenen 16-Jährigen nehmen am Prozess gegen den Rentner als Nebenkläger teil.

Weinkrampf vor Gericht

Zu Beginn der Verhandlung am Mittwoch beantragte die Verteidigung von Ernst B. den Prozess auszusetzen, da sich sein Mandant in schlechter seelischer und körperlicher Verfassung befinden würde und deshalb nicht verhandlungsfähig sei. Der Anwalt legte zudem ein Attest vor, dass die psychische Situation des Rentners als schlecht beurteilte. Nachdem der mutmaßliche Täter vor Gericht in einen Weinkrampf ausbrach, wurde die Verhandlung bis auf Weiteres unterbrochen. Bis nächste Woche soll nun ein Sachverständiger beurteilen, ob und wie die Verhandlung mit dem Beschuldigten tatsächlich fortgesetzt werden kann. 

Ermittlungen 2011 eingestellt

Die Staatsanwaltschaft hatte bereits im Sommer 2011 die Ermittlungen gegen Ernst B. eingestellt. Damals war man zu der Einschätzung gelangt, dass der Rentner habe aus Notwehr gehandelt habe. Dagegen hatte die Familie des Getöteten Beschwerde eingelegt, woraufhin die Staatsanwaltschaft den Schützen wegen Totschlags anklagte. Kurz darauf lehnte das Landgericht in Stade es allerdings ab eine Verhandlung gegen Ernst B. zu eröffnen. Das Oberlandesgericht Celle entschied nach erneutem Protest der Hinterbliebenen dann jedoch Ende vergangenen Jahres, dass der Rentner doch vor Gericht muss. 

Notwehr oder Totschlag?

In dem jetzt gestarteten Verfahren muss das Landesgericht in Stadt entscheiden, ob Ernst B. tatsächlich aus Notwehr gehandelt oder Totschlag begangen hat. Sollte das Gericht zu der Einschätzung kommen, dass der 80-Jährige aus Notwehr gehandelt hat und lediglich versucht hat einen Angriff auf sich selbst abzuwehren, hätte er nicht rechtswidrig gehandelt. Auch wenn er aus Verwirrung, Furcht oder Schrecken gehandelt hat, droht ihm keine Strafe. 

Harte Haftstrafen verhängt

Für den Überfall auf das Haus von Ernst B. wurden die Komplizen des Erschossenen bereits zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt. Eine 21 Jahre alte Frau wurde wegen Anstiftung zu der Tat zu einer Bewährungsstrafe verurteilt.

(dpa/san)

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