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Radio Hamburg

Niedersachen

Abschied vom Abitur nach 12 Schuljahren

Hamburg, 20.03.2014
Landtag Niedersachsen

Ab 2015 gibt es das Abitur in Niedersachsen flächendeckend erst wieder nach 13 Schuljahren.

Das ungeliebte Turbo-Abi ist vom Tisch. Ab 2015 sollen in Niedersachsen wieder alle Schüler 13 Jahre lang für die Hochschulreife die Schulbank drücken.

Als erstes Bundesland macht Niedersachsen in Sachen "Turbo-Abi" eine komplette Kehrtwende und kehrt ab dem 1. August 2015 flächendeckend und ohne Ausnahme zum Abitur nach neun Jahren zurück. Damit wird das sogenannte "Turbo-Abi", das in nur acht Jahren Gymnasium zur Hochschulreife führt, aufgegeben.

Fahrplan für generelles G9

Niedersachsens Kultusministerin Frauke Heiligenstadt (SPD) zeigte auf, dass im Herbst 2014 nach einer Grundsatzentscheidung ein Gesetzentwurf mit Änderungen für die niedersächsische Schulgesetz-Novelle auf den Weg gebracht werden solle. Der Weg für das Abi nach neun Jahren, auch G9 genannt, wäre damit frei. Bereits ab dem 1. August 2015 sollen die Änderungen greifen. Die Umstellung beginnt damit mit dem kommenden Schuljahr. Außerdem sollen die Jahrgänge 5, 6, 7 und 8 in die Änderungen einbezogen werden. Höchstwahrscheinlich wird der erste Jahrgang, der mit dem "neuen alten" Abitur die Hochschulreife erlangt, dann im Jahr 2020/21 seine Zeugnisse in den Händen halten können. Für leistungsstarke Schüler soll es allerdings die Möglichkeit geben, die elfte Klasse zu überspringen und so das Abitur auch nach 12 Jahren ablegen zu können.

Gerechtfertigte Änderungen

Heiligenstadt erklärte, dass man den Entschluss nach dem Ergebnis eines Expertenberichts nun mit mehr Bedacht umsetzen würde als die G8-Reform. "Das Abitur nach zwölf Jahren wurde in Niedersachsen überhastet eingeführt und hat nicht nur an den Schulen zu vielen Problemen geführt", erklärte die Politikerin am Mittwoch (19.03). Außerdem wolle sie nicht einfach zurück zu den alten Lehrplänen, die vor zehn Jahren gegolten hätten, sondern sich für eine Überarbeitung des Unterrichtsstoffes starkmachen. In Zukunft solle es außerdem mehr Möglichkeiten für die Berufs- und Studienorientierung geben. Der Mehrbedarf an Lehrkräften wird für ganz Niedersachsen mit 130 Pädagogen eingeschätzt.

Ungeliebtes Turbo-Abi

Das "G8-Abitur" wurde 2011 in Niedersachsen eingeführt und gibt Schülern die Möglichkeit, in insgesamt 12 statt 13 Schuljahren das Abitur zu erlangen. Von Anfang an stieß der neue Weg zum Abitur auf Ablehnung von Seiten der Eltern, Schüler und Lehrer. Bemängelt wurde vor allem, dass die verkürzte Schulzeit zu Mehrbelastung und Stress für die Schüler führen würde. Dies würde viele Schüler krank machen und lasse insgesamt zu wenig Zeit für außerschulische Aktivitäten, wie Sport oder andere Hobbys. Darüber hinaus klagten Hochschulen und die Wirtschaft über die Bildungslücken und die mangelnde Reife der erst 17-jährigen Schulabgänger. Ein großer Kritikpunkt bestand außerdem darin, dass die Lehrpläne im Zuge der G8-Reform nicht entsprechend entrümpelt worden seien.

Gut gemeinte Reform

Vor gut zehn Jahren hatten die Kultusminister der westlichen Bundesländer als Reaktion auf die schockierenden Ergebnisse der PISA-Studie entschieden, die Schulzeit bis zum Abitur von 13 auf 12 Jahre zu senken. In den östlichen Ländern ist dies bereits üblich. Mit der Verkürzung der Schulzeit wollte man dem demografischen Wandel und dem Mangel an Fachkräften entgegentreten sowie die internationale Wettbewerbsfähigkeit der Gymnasial- und Hochschulabsolventen stärken.

Schlechter Stand für G8

Auch in vielen anderen Bundesländern ist das Turbo-Abi nach heftigem Protest von Schülern, Eltern und Lehrern auf dem Rückzug. So können die Schüler heute in den meisten Ländern zwischen dem G8 und dem G9-Weg zum Abitur wählen. In Hamburg gibt es diese Wahlmöglichkeit noch nicht. Die Elterninitiative "G9-Jetzt-HH" fordert genau das und hat die dafür notwendige Volksinitiative erfolgreich gestartet.

(dpa/ san)

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