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Radio Hamburg

Mehr Zeit zum lernen

Niedersachsen schafft Turbo-Abi ab

Hannover, 04.06.2015
Bildung, Abitur, Abschluss, Schule

Aus für das "Turbo-Abi - als erstes Bundesland kehrt Niedersachsen zum Abitur nach 13 Jahren zurück

Nach elf Jahren ist das Turbo-Abi in Niedersachsen Geschichte. Das ist auch ein Sieg Tausender Schüler, Eltern und Lehrer, die dagegen protestierten.

Niedersachsen kehrt als erstes deutsches Bundesland vollständig zum Abitur nach 13 Jahren zurück. SPD und Grüne beschlossen am Mittwoch im Landtag in Hannover gegen die Stimmen der schwarz-gelben Opposition die dafür nötige Novelle des Schulgesetzes.

Nach elf Jahren wieder 13 Jahre Abi

Damit wird an Gymnasien und Gesamtschulen nach den Sommerferien wieder das Abitur in 13 Jahren (G9) absolviert – auch wenn leistungsstärkere Schüler weiter nach 12 Jahren (G8) den Abschluss machen können. Die schwarz-gelbe Vorgängerregierung hatte das sogenannte Turboabitur im Schuljahr 2004/2005 eingeführt – 2011 legten die erste G8-Abiturienten dann die Prüfungen ab.

Umstrittenes Vorhaben

Das umfangreiche neue Schulgesetz gilt als eins der umstrittensten und weitreichendsten Vorhaben der rot-grünen Koalition. Der Annahme des Entwurfs war ein Abstimmungsmarathon vorausgegangen, da auf Antrag der Opposition über jeden einzelnen Punkt entschieden werden musste. Deren Alternativentwurf wurde mit der rot-grünen Ein-Stimmen-Mehrheit im Landtag abgelehnt. Regierung und Opposition streiten seit Monaten über die Novelle, die neben Details der Rückkehr zum Abitur nach 13 Schuljahren auch Gesamtschulen als ersetzende Schulform zulässt und die pädagogische Weiterentwicklung von Grundschulen vorsieht.

Mehr Zeit zum Lernen

"Die Rückkehr zum Abitur nach 13 Jahren bedeutet mehr Zeit zum Lernen", sagte der grüne Abgeordnete Heinrich Scholing im Landtag. Die Absage ans Turbo-Abi korrigiere einen der größten Fehler der schwarz-gelben Vorgängerregierung. Zudem werde Gesamtschulen ein gesicherter gesetzlicher Rahmen gegeben.

Weg zum Einheitsschulland?

Heftige Kritik gab es bei der Debatte von der Opposition, die auf über 100 Petitionen gegen das neue Gesetz mit rund 100.000 Unterschriften verwies. Sie richten sich vor allem gegen die starke Ausrichtung auf Gesamtschulen. Die Opposition hielt der Landesregierung mit Blick auf die Proteste von Eltern und Lehrern eine respektlose Wagenburg-Mentalität und mangelnde Sensibilität vor. "Mit dieser Schulgesetznovelle begibt sich Niedersachsen auf den verhängnisvollen Weg Richtung Einheitsschulland", sagte CDU-Fraktionschef Björn Thümler. Die rot-grüne Koalition lege die Axt an die Wurzeln der vielfältigen Schullandschaft, das Gesetz sei eine ideologische Weichenstellung.  "Ja, wir wollen starke Gesamtschulen, das ist richtig - weil es eine
starke Nachfrage der Eltern danach gibt", sagte der SPD-Abgeordnete Stefan Politze. Das werde aber nicht zu Schließungen von Gymnasien führen, sagte Kultusministerin Frauke Heiligenstadt, die von einem großen Tag für Niedersachsen sprach.

(dpa/kru)

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