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Radio Hamburg

So erkennt Ihr die echten Ordnungshüter

Falsche Polizisten in Niedersachsen unterwegs

Hannover, 10.06.2015
Polizei, Polizist, Mütze

Immer mehr falsche Polizisten sind im Norden und momentan vermehrt in Niedersachsen unterwegs

In Niedersachsen treiben immer mehr falsche Polizisten ihr Unwesen. So erkennt Ihr, ob Ihr einen echten vor Euch habt.

Die Polizei - dein Freund und Helfer? Mag sein, aber nicht in jedem Fall. In Niedersachsen jedenfalls haben zuletzt immer öfter falsche Polizisten versucht, Bürger zu schröpfen.

Um mehrere Zehntausend Euro betrogen

Verkehrskontrollen von unechten Beamte, Diebstähle aus Wohnungen bei angeblichen Ermittlungen, lange Finger bei vermeintlichen Sicherheitsberatungen: Die Zahl der Straftaten von falschen Polizisten in Niedersachsen ist seit Jahresbeginn deutlich gestiegen. Nach Angaben des Landeskriminalamts in Hannover wurden von Januar bis Mai 89 solcher vollendeten oder versuchten Delikte gezählt, vor allem Betrügereien und Trickdiebstähle. Von einem Rentner aus Scheden im Kreis Göttingen zum Beispiel ergaunerte ein falscher Polizist vor einigen Tagen mehrere Zehntausend Euro. 

Im gesamten vergangenen Jahr registrierte das LKA 136 Fälle, wo falscher Polizisten versuchten, Bürger zu betrügen oder zu bestehlen. Falls sich die aktuelle Entwicklung fortsetze, wären für dieses Jahr etwa 215 Delikte zu erwarten, das wäre ein Anstieg von mehr als 50 Prozent. Die Ursache für die aktuelle Entwicklung sei noch unklar, sagt LKA-Sprecherin Stephanie Weiß. Deutlich sei dagegen, dass vor allem Senioren Opfer der falscher Polizisten werden.

Senioren fallen vermehrt auf falsche Polizisten rein

"Ältere Menschen sind zum Teil noch sehr obrigkeitshörig", sagte Weiß. Wenn jemand am Telefon behaupte, er sei von der Polizei und müsse im Zusammenhang mit angeblichen Verbrechen Geld oder Schmuck abholen lassen, gingen manche Senioren bereitwillig darauf ein. So hängte eine 85-Jährige in Hannover einen Beutel mit mehr als 6000 Euro an die Haustür - von außen. Von dort wurde das Geld dann von Unbekannten abgeholt.

In Bremervörde in der Nähe von Bremerhaven saß ein Opfer angeblichen Fahndern des Bundeskriminalamtes auf. Diese hatten am Telefon von Ermittlungen gegen die Hausbank des Opfers schwadroniert und ihm so Zugangsdaten und Transaktionsnummern für sein Konto entlockt. Anschließend fehlten mehrere Tausend Euro. Zuletzt hatte der Rentner aus Scheden bei Göttingen einem angeblichen Polizisten einen mittleren fünfstelligen Eurobetrag übergeben. Der Gauner hatte behauptet, er müsse das Geld im Zusammenhang mit Ermittlungen gegen andere Personen überprüfen lassen.

Falsche Verkehrskontrolle

Mit einer ganz anderen Polizei-Masche traten falsche Ermittler zuletzt bei vermeintlichen Verkehrskontrollen unter anderem in Osnabrück, im Kreis Gifhorn und im Raum Leer auf. Ihr Ziel: Autofahrer abzocken und für angebliche Verkehrsdelikte kassieren. Der Erfolg war dabei eher bescheiden, so auch jüngst bei Peine. Ein falscher Polizist, der an der Heckscheibe seines Wagens die Leuchtschrift "Bitte Folgen" installiert hatte, stoppte ein Auto und verlangte von der Fahrerin 80 Euro wegen Raserei. Weil er eine Alkoholfahne hatte, kamen der Autofahrerin allerdings Zweifel an der Echtheit des Beamten. Als sie deshalb den Dienstausweis sehen wollte, fuhr der falsche Fahnder davon - trotz Fahne.

Bisweilen hat die echte Polizei Erfolg bei der Fahndung nach unechten Kollegen. Ende Mai wurde in Hameln ein 34-Jähriger gefasst, der Polizeikleidung trug. Im Auto hatte er einen Teleskopschlagstock, Pfefferspray, Handfesseln, eine Anhaltekelle, ein Blaulicht und ein magnetisches Polizeischild. Was der falsche Polizist vorhatte, konnten die Beamten nicht ermitteln. Für die Einleitung eines Verfahrens wegen Missbrauchs von Berufsbezeichnungen und Abzeichen sowie Verstoßes gegen das Waffengesetz reichte es aber auch so.

Tipps gegen falsche Polizisten

Grundsätzlich solltet Ihr niemals vermeintlichen Polizisten einfach so eine große Menge Bargeld aushändigen oder gar Eure PIN Nummer der Kreditkarte. Bittet immer um die Zusendung der Ordnungswidrigkeit und der Aufforderung zum Zahlen. Lasst Euch immer den Dienstausweis zeigen. In Hamburg und Niedersachsen sieht er so wie unten auf den Fotos aus. Lasst Polizisten nicht unbeaufsichtigt in Eure Wohnung. Wenn Ihr Euch aber auch da nicht sicher seid, könnt Ihr jeder Zeit die 110 anrufen und bei der Polizeizentrale nach dem "Beamten" fragen, der vor Euch steht. So geht Ihr auf Nummer sicher.

 

(aba/dpa)

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