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Radio Hamburg

Nach Tauchrekord

Deutsches U-Boot U32 zurück in Eckernförde

Kiel/Eckernförde, 19.08.2013

Wieder zu Hause: Das U-Boot U32 in Eckernförde

Das deutsche U-Boot U32 ist nach einem Tauchrekord und mehreren Manövern vor der US­-Küste wieder zurück in Eckernförde.

Im Schlepptau von zwei Marine-Schleppern gleitet U32 durch die Schleuse des Nord-Ostsee-Kanals. Von Kiel-Holtenau geht es über die Ostsee nach Eckernförde, die letzte Nacht einer mehr als sechs Monate dauernden Dienstfahrt des deutschen U-Bootes beginnt. Unter funkelndem Sternenhimmel erzählt Kommandant Christian Michalski (34) auf dem Turm des U-Bootes von kniffeligen Manövern mit einem Flugzeugträgerverband an der US-Ostküste, aber auch von Kameradschaft, Entbehrungen und der Vorfreude auf das Wiedersehen der Angehörigen.

18 Tage unter Wasser

Am 10. Februar legte U32 in Eckernförde ab. Als erstes deutsches U-Boot der Klasse 212A querte es den Atlantik - und schaffte dabei noch einen Tauchrekord: 18 Tage unter Wasser, so lange wie kein anderes konventionelles U-Boot. "Der Brennstoffzellen-Antrieb ermöglicht solch langes Tauchen", sagt Michalski. Den Rekord schaffte Kommandant Christian Moritz mit seiner Besatzung "Delta", zur Halbzeit flogen Michalski und Besatzung "Bravo" in die USA, lösten die Crew ab. "Für die Raucher soll die Tauchfahrt am schlimmsten gewesen sein...", schmunzelt Michalski.

Respekt vor der Leistungsfähigkeit

Ein Höhepunkt der monatelangen Manöver mit der US-Marine war ein ungewöhnliches Szenario. U32 sollte in einer flachen Meerenge verdeckte Aufklärung leisten, damit der Flugzeugträger "Harry S. Truman" dann gefahrlos die Passage wagen konnte. "Die Amerikaner haben hohen Respekt gezeigt vor der Leistungsfähigkeit der deutschen U-Boote und dem exzellenten Ausbildungsstand der Besatzungen", sagt Michalski. Besonders beeindruckt habe die amerikanischen Partner der problemlose Wechsel der Besatzung innerhalb weniger Tage. Das ermöglicht das Konzept der Deutschen Marine. Sie hat nur vier U-Boote, 2014 sollen zwei weitere in Dienst gestellt werden. Für die dann sechs Boote - mehr sind nicht vorgesehen - soll es bis zu acht Besatzungen mit je 28 Mitgliedern geben. Sie sind keinem Boot fest zugeordnet, sondern rotieren, wie es gerade notwendig ist.

Auch Marine hat Nachwuchsprobleme

Die personellen Ressourcen sind knapp. "Auch die Marine und damit auch unser einziges U-Bootgeschwader hat Nachwuchsprobleme wie die gesamte Bundeswehr", sagt Michalski. Oberleutnant Björn Frye (37), seit 20 Jahren bei der Marine, hat auf dem letzten Teil der Dienstfahrt von den Azoren bis Eckernförde die Funktion eines fehlenden Unteroffiziers übernommen. Es fehlt vor allem an Schiffstechnikern, die in der Industrie auch gute Chancen haben. Frye sattelt gerade um, der Elektronik-Offizier will Schiffstechnischer Offizier werden. Die Abschaffung der Wehrpflicht hält Frye für einen Fehler: "Ein Jahr sollte jeder für die Gesellschaft dienen, ob bei der Bundeswehr oder für soziale Dienste - das ist meine persönliche Meinung." Dies würde auch die soziale Kompetenz jedes Einzelnen stärken und freiwilligen Feuerwehren oder dem Technischen Hilfswerk nutzen. "Denn da melden sich auch immer weniger."

Miteinander und Kameradschaft

Für Maat Tim Hansen (20) ist es die erste große Seefahrt gewesen ("Ich bin hier das Küken"). Was sind die Vorteile der U-Bootfahrerei? "Das Miteinander, die Kameradschaft", sagt er bei Sonnenaufgang in Pastellfarben kurz nach 6.00 Uhr auf dem Turm; er hat Dienst als "Ausguck". Und Nachteile? "Dass man keinen Kontakt hat nach Hause, immer Leute im Boot um einen sind und man praktisch nie allein ist." Und was denkt der gebürtige Kieler über Manöver? "Man übt natürlich auch für den Ernstfall, das muss man im Hinterkopf haben."

Immer mehr Frauen an Bord

Neben ihm auf dem Turm steht der Erste Wachoffizier, Christopher Dekrell (30). In seiner Heimat Stuttgart haben sie sich gewundert, warum er für zwölf Jahre zur Marine ging ("Du mit Deinem U-Boot, wärst doch besser Lackierer beim Daimler geworden"). "Ich wollte die Welt kennenlernen, ein bisschen Abenteuerlust war auch dabei", sagt Dekrell. Wehmut klingt mit, im Juli 2014 verlässt er die Bundeswehr, will mit seiner Partnerin in Stuttgart gemeinsam leben. Frauen sind unter den rund 200 aktiven U-Bootfahrern noch selten. "Etwa eine Hand voll", sagt Michalski. Bei den Ausbildungsphasen vor der US-Ostküste hat erstmals eine Soldatin die Ausbildung zum Wachoffizier bestanden - die Voraussetzung, um Kommandant zu werden. "Ich kann mir durchaus vorstellen, dass eine Frau ein U-Boot in der Zukunft leitet", sagt Michalski. Um 12.00 Uhr legt U32 pünktlich an der Pier im Marinestützpunkt Eckernförde an, und die Angehörigen fallen sich in die Arme. (dpa/apr)

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