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Radio Hamburg

Überfälle auf Radfahrerinnen

Neun Jahre Haft für 28-Jährigen

Itzehoe, 10.04.2014
Gefängnis

In Itzehoe verurteilte ein Gericht einen 28-Jährigen, der zwei Radfahrerinnen brutal vergewaltigt hatte, zu neun Jahren Haft

Er hat geschlagen, verschleppt und vergewaltigt: Jetzt muss ein 28-Jähriger aus Elmshorn für lange Zeit ins Gefängnis.

Wegen brutaler Überfälle auf zwei junge Radfahrerinnen hat das Landgericht Itzehoe am Mittwoch (9.04) einen Gebäudereiniger aus Elmshorn zu neun Jahren Haft verurteilt. Die Richter sprachen den 28-Jährigen der Vergewaltigung, Freiheitsberaubung und Körperverletzung schuldig. Der Angeklagte muss seinen Opfern 15.000 beziehungsweise 30.000 Euro Schmerzensgeld zahlen, entschieden die Richter. Mit dem Strafmaß ging die Kammer über den Antrag der Staatsanwaltschaft hinaus, die acht Jahre Haft gefordert hatte.

Zwei brutale Überfälle auf Radfahrerinnen

Der bislang unbescholtene Angeklagte hatte bei Prozessbeginn Anfang März ein umfassendes Geständnis abgelegt. Danach hatte er im Juli 2012 und im August 2013 zwei junge Frauen im Kreis Steinburg überfallen, entführt und vergewaltigt. Sein erstes Opfer war eine 16-Jährige, ein Jahr später holte er eine 18-Jährige mit einem Fausthieb vom Rad und verschleppte sie. Die 18-Jährige erlitt bei dem Überfall so schwere Kopfverletzungen, dass sie keine konkreten Erinnerungen mehr an die Tat hat. Die Schülerin leidet bis heute unter Angstzuständen.

Emotionsloser Angeklagter

Reue und Mitleid mit seinen jungen Opfern zeigte der Angeklagte bis zum Schluss nicht öffentlich. Zwar beteuerte er am Ende der Beweisaufnahme: "Es tut mir ganz doll leid", und sagte: "Ich hoffe, dass beide Mädchen irgendwann normal leben können", doch die Worte kamen emotionslos und wie auswendig gelernt über seine Lippen. "Fehlende Empathie kann man nicht zu seinen Lasten berücksichtigen", sagte der Kammervorsitzende in der Urteilsbegründung. Der Angeklagte habe bei einem IQ von 87 im Rahmen seiner geistigen Fähigkeiten ein umfassendes Geständnis abgelegt.

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Persönlichkeitsstörung diagnostiziert

Ein Psychiater bescheinigte dem Angeklagten eine Persönlichkeitsstörung. Er müsse unbedingt eine Therapie machen und Medikamente bekommen, denn es bestehe ein hohes Rückfallrisiko, warnte der Gutachter. Da beim Angeklagten keine verminderte Schuldfähigkeit festgestellt wurde, sei seine Unterbringung in einer geschlossenen Anstalt rechtlich nicht gegeben, sagte die Staatsanwältin in ihrem Plädoyer. Sie hatte acht Jahre Freiheitsstrafe gefordert. Angesichts des Leids, dass er über seine Opfer und deren Familien gebracht habe, sei das zu wenig, sagte der Vorsitzende Richter in der Urteilsbegründung.

(dpa/mgä)

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