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Radio Hamburg

Familiendrama in Glinde

Schlafende Kinder getötet: Vater vor Gericht

Lübeck, 25.08.2014
RHH - Expired Image

Das Familiendrama von Glinde erschütterte im Januar 2014 ganz Deutschland. Nun steht der Vater in Lübeck vor Gericht.

Seit Freitag (22.08) steht ein 39-jähriger Zahnarzt wegen dem Mord an seinen schlafenden Kindern vor dem Landgericht in Lübeck.

Ein Vater tötet mutmaßlich im religiösen Wahn im Januar 2014 seine schlafenden Kinder. Seitdem sitzt er in der Psychiatrie. Seit Freitag (22.08) muss das Gericht in Lübeck entscheiden, ob er dort bleibt oder ins Gefängnis muss. Die Öffentlichkeit wurde zu Beginn ausgeschlossen.

Zahnarzt tötet Kinder im Schlaf

Das Familiendrama von Glinde bei Hamburg hat Ende Januar die Öffentlichkeit erschüttert. Ein aus Afghanistan stammender Zahnarzt soll im religiösen Wahn seinem sechsjährigen Sohn und seiner vierjährigen Tochter im Schlaf die Kehlen durchschnitten zu haben. Entsprechend groß war das Interesse am Freitag (22.08) zum Auftakt des Sicherungsverfahrens gegen den 39 Jahre alten Mann am Lübeckern Landgericht.

Prozess ohne die Öffentlichkeit

Doch gleich nach Verlesung der Anklage mussten Zuhörer und Journalisten den Saal verlassen. Im Einvernehmen mit Verteidigung und Staatsanwaltschaft beschlossen die Richter, die Öffentlichkeit vom Verfahren auszuschließen. Das Gericht begründete diese Entscheidung mit dem Schutz des Angeklagten. In dem Unterbringungsverfahren würden Details seiner psychischen Erkrankung zur Sprache kommen, die nicht für die Öffentlichkeit bestimmt seien, sagte der Vorsitzende der I. Großen Strafkammer.

Tat im religiösen Wahn?

Die Staatsanwaltschaft wirft dem 39-jährigen Zahnarzt vor, am Morgen des 24. Januar seine Kinder brutal getötet zu haben. Bei der Polizei, die er selbst gerufen hatte, gestand er die Tat. Seine wirren religiösen Äußerungen brachten einen Sachverständigen zu der Überzeugung, dass der Familienvater zum Zeitpunkt der Tat nicht schuldfähig war. Seither ist er in einer psychiatrischen Klinik vorläufig untergebracht. Begleitet von drei Pflegern hatte der Beschuldigte am Morgen den Gerichtssaal betreten. Sein Gesicht verbarg er mit einer Jacke, die er sich über den Kopf gezogen hatte. Durch seinen Anwalt ließ er mitteilen, dass er sich weder zu seiner Person noch zur Sache äußern wolle.

Entscheidung Mitte Oktober

Seine 30 Jahre alte Ehefrau, die während der At im Haus geschlafen hat, ist in dem Verfahren Nebenklägerin, war aber am Freitag nicht im Gerichtssaal. Zur Klärung des Sachverhaltes und vor allem der Hintergründe der Tat hat das Gericht bislang 26 Zeugen und drei Sachverständige geladen, darunter auch eine Islamwissenschaftlerin. Die Entscheidung des Gerichts wird für Mitte Oktober erwartet. Zur Verkündung wird die Öffentlichkeit nach Angaben eines Gerichtssprechers dann wieder zugelassen sein. 

(dpa/san)

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