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Radio Hamburg

Fehmarnsundbrücke

Schließung der maroden Brücke möglich

Kiel/ Puttgarden, 26.08.2014
RHH - Expired Image

Droht im Hohen Norden durch die marode Fehmarnsundbrücke ein Verkehrskollaps?

Die Brücke über den Fehmarnsund ist möglicherweise baufälliger als zunächst gedacht. Möglicherweise muss die Brücke für die Sanierung sogar geschlossen werden.

Während sich die Dänen mit dem Fehmarnbelt-Unteressetunnel fleißig unter der Ostsee hindurch graben, droht auf der deutschen Seite ein Verkehrschaos. Am Dienstag (26.08) wurde bekannt, dass das größte Nadelöhr auf der zukünftigen Verbindung von Deutschland nach Dänemark, die 1,3 Kilometer lange Fehmarnsundbrücke, möglicherweise so marode ist, dass die Brücke geschlossen werden könnte.

Verkehrskollaps auf der Brücke

Der Zustand der gut 50 Jahre alten Eisenbahn- und Autobrücke aus Stahl und beton über den Fehmarnsund gibt Anlass zur Sorge. Nach Einschätzung von Schleswig-Holsteins Verkehrsminister Reinhard Meyer (SPD) wird die Fehmarnsundbrücke dem zunehmenden Verkehr als Folge der festen Fehmarnbelt-Querung zwischen Dänemark und Deutschland nicht mehr standhalten. Kurzfristige Sperrungen der Brücke befürchtet Meyer allerdings nicht, nachdem mehrere Medien berichtet hatte, die Brücke sei marode. "Mir liegen solche Informationen nicht vor", sagte er am Dienstag. Ganz anders sehen dies Experten. "Je genauer man im konkreten Fall hinschaut, desto schlimmer wird der Zustand", sagt der Verkehrs-Physiker Michael Schreckenberg von der Universität Duisburg. Ein Neubau sei zwingend notwendig. Doch eben dafür gibt es bislang keinerlei Planungen. Gearbeitet wird derzeit lediglich an einem Gutachten zur Zukunft der Sundquerung.

Experten untersuchen die Brücke

Wie ernst es aber tatsächlich um die Brücke steht, ist nicht klar. Derzeit untersuchen Experten, wie schlecht es um die Belastungsfähigkeit der Verbindung zwischen dem schleswig-holsteinischen Festland und der Ostseeinsel Fehmarn tatsächlich bestellt ist. "Es gibt natürlich Materialermüdungen bei dieser Brücke", räumte Meyer ein. Anfang September wolle die Bahn deren Ergebnisse vorstellen. Den Ergebnissen der Spezialisten wolle er zwar nicht vorgreifen. "Tatsache ist aber: Wir brauchen spätestens mit der Fehmarnbelt-Querung, wenn die Dänen den Tunnel im Jahr 2021 fertiggestellt haben werden, einen Ersatz für die Fehmarnsundbrücke." Täglich rollen derzeit gut 5300 Fahrzeuge über die Fehmarnsundbrücke. Nach Angaben der dänischen Planungsgesellschaft Femern A/S, die für den Bau des 17 Kilometer langen Tunnels zwischen Deutschland und Dänemark verantwortlich ist, soll das dortige Verkehrsaufkommen nach dessen Eröffnung Ende 2021 zunächst auf 8000 Lkw, Busse und Pkw pro Tag und fünf Jahre später auf 10 800 Fahrzeuge pro Tag ansteigen.

Muss die Brücke geschlossen werden?

Es wurde berichtet, dass die Brücke möglicherweise für dringend notwendige Sanierungsarbeiten geschlossen werden könnte. Dies weist Meyer allerdings zurück. Ein kurzfristiger Ausfall droht demnach aber nicht - zumindest derzeit. "Die Autofahrer müssen sich zurzeit keine Sorgen machen über das normale Maß hinaus", sagte Meyer. Gleichwohl gebe es "ja immer mal wieder Einschränkungen für Fahrzeuge, die besonders windanfällig sind". Die werde es weiterhin geben. Der Bund habe die Bahn und Schleswig-Holstein mit einem Gutachten zum Zustand der Fehmarnsundbrücke beauftragt. Berichten des "NDR" und des "Hamburger Abendblatts" zufolge ist die Brücke allerdings weitaus sanierungsbedürftiger als bislang angenommen. Untersuchungen aus dem Frühjahr dieses Jahres hatten demnach offenbar ergeben, dass neben dem Schienenstrang auch die Straßentrasse deutlich maroder ist als erwartet. "Wenn es noch schlimmere Ergebnisse geben sollte, müssen wir sofort handeln", zitieren "NDR" und "Abendblatt" Minister Meyer. Es sei in den vergangenen Jahren versäumt worden, die Infrastruktur in Schuss zu halten. Der Bund habe Schleswig-Holstein jetzt damit beauftragt, mit den Planungen für einen kompletten Neubau der Fehmarnsundbrücke zu beginnen.

Auch andere Brücken marode

Schlimm steht es auch um eine andere Brücke weiter nördlich bei Rendsburg über den Nord-Ostsee-Kanal, die im Verkehr von und nach Dänemark eine Schlüsselrolle spielt. Die erst gut 40 Jahre alte Rader Hochbrücke im Zuge der Autobahn 7 musste im Sommer vergangenen Jahres wegen maroder Pfeiler wochenlang für Lastwagen gesperrt und aufwendig repariert werden. Nach Expertenansicht wird das Bauwerk nur noch zwölf Jahre halten. Schleswig-Holstein hätte als Ersatz für die Rader Hochbrücke am liebsten einen kombinierten Tunnel für Straße und Schiene. Denn die Rendsburger Eisenbahnbrücke ist schon über 100 Jahre alt und wird auch nicht mehr unbegrenzt halten. Der Bund will nach bisherigem Stand aber zunächst nur eine Ersatzbrücke für die Straße bauen. Diese würde dann möglichst nahe an der alten errichtet werden. Damit müssten keine besonders aufwendigen Umweltuntersuchungen wie bei anderen Neubauprojekten eingeleitet werden.

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Bis 2022 will Dänemark den Fehmarnbelt-Tunnel bis zur Insel Fehmarn gebaut haben. Auf der deutschen Seite kommen ...

(dpa/san)

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