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Radio Hamburg

Haus-Explosion in Itzehoe

Ursache: Gasleitung nicht in Karte verzeichnet

Itzehoe, 13.08.2014
Explosion Itzehoe Haus

Bei der Explosion eines Hauses in Itzehoe kamen vier Menschen ums Leben.

Eine Gasleitung war nicht in den digitalen Karten der Stadt Itzehoe eingezeichnet, daher konnte es vor fünf Monaten zu einer verheerenden Explosion kommen.

Im Fall der Gasexplosion mit vier Toten in Itzehoe hat die Staatsanwaltschaft neue Erkenntnisse. Eine Gasleitung war nicht in den digitalen Karten der Stadt eingezeichnet. 

Gasleitung bei EDV-Umstellung nicht eingezeichnet

"Das Kataster wurde in den 1970er Jahren von Papier auf EDV umgestellt, dabei ist die beschädigte Gasleitung nicht eingezeichnet worden", sagte Staatsanwalt Peter Müller-Rakow am Mittwoch (13.08.). Zuvor hatte das "Schleswig-Holstein Magazin" des NDR darüber berichtet. 

Vier Menschen starben bei Haus-Explosion

Bei dem tragischen Unglück am 10. März wurden ein Bauarbeiter und drei Hausbewohner getötet sowie 15 weitere verletzt. Sechs Häuser in der Umgebung machte die Explosion unbewohnbar. Zahlreiche Menschen verloren ihr Dach über dem Kopf. Das Mehrfamilienhaus in der Schützenstraße, das bei der Explosion dem Erdboden gleichgemacht wurde, hatte einen Gasanschluss. Anwohner hatten vor der Tragödie Gasgeruch wahrgenommen.

"Verkettung unglücklicher Umstände"

Vor dem Haus hatte es vor der Explosion Kanalisationsarbeiten gegeben. Im Bereich des Kellers wurde die Gasleitung abgerissen. "Dadurch strömte Gas in den Keller ein, welches sich sodann entzündete und zur Explosion geführt hat", sagte Müller-Rakow. Das abschließende Gutachten geht davon aus, dass eine Verkettung mehrerer unglücklicher Umstände zu dem Unglück geführt hat. "Eine hundertprozentig sichere Aussage dazu, ob der Zustand der Leitungen oder die Bauarbeiten die Hauptursache für den Gasaustritt gesetzt haben, ist auch nach eingehender Untersuchung der Beweismittel nicht möglich», teilte die Polizei Anfang Mai mit.

Ermittlungen gegen Baggerführer

Die Staatsanwaltschaft Itzehoe ermittelt weiter gegen den durch die Explosion schwer verletzten Baggerführer wegen Verdachts auf fahrlässige Tötung in vier Fällen sowie der fahrlässigen Körperverletzung. "Kernpunkt der andauernden Ermittlungen ist die Frage, ob der Baggerführer im Rahmen der Arbeitsausführungen ein sorgfaltswidriges Verhalten an den Tag gelegt hat", sagte Müller-Rakow. Weitere Angaben wollte er mit Rücksicht auf die noch laufenden Ermittlungen in dem Fall nicht machen.

(dpa/mgä)

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