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Radio Hamburg

Familiendrama in Glinde

Vater wird zum Tatablauf befragt

Lübeck, 27.01.2014
Glinde Familiendrama

Das Familiendrama in Glinde schockiert den Norden. Die Hintergründe müssen noch ermittelt werden.

Der 38-Jährige hatte seine Tochter und seinen Sohn getötet. Der Mann wird als schuldunfähig eingeschätzt. Er handelte in religiösem Wahn.

Drei Tage nach dem Familiendrama in Glinde (Kreis Stormarn) mit zwei toten Kindern wird jetzt der Vater in der Psychiatrie zum Tatablauf und den Hintergründen befragt. Außerdem müsse ein umfassendes psychiatrisches Gutachten klären, ob der 38-Jährige tatsächlich schuldunfähig sei, sagte der Sprecher der Lübecker Staatsanwaltschaft, Günter Möller zum weiteren Vorgehen.

Zweifel an der Schuldfähigkeit

Der Vater hatte am Freitagmorgen (24.01.) seine vierjährige Tochter Celine und seinen sechsjährigen Sohn Elias getötet und sich anschließend der Polizei gestellt. "Als mögliches Motiv vermuten wir bislang religiöse Wahnvorstellungen", sagte Möller. Nähere Angaben machte er nicht. Ein Amtsarzt hatte deshalb am Freitag Zweifel an der Schuldfähigkeit des Mannes geäußert und ihn in eine psychiatrische Klinik eingewiesen.

Lest auch: Familiendrama in Glinde: Vater durch geistige Erkrankung schuldunfähig

Der Fund zweier Kinderleichen schockiert den Norden. Der Vater soll aufgrund seiner geistigen Erkrankung sch ...

Die Mutter war nach Angaben Möllers nicht an der Tat beteiligt. "Sie hat nach bisherigen Erkenntnissen geschlafen und wurde erst aufmerksam, als die Polizei ins Haus kam", sagte Möller. Die 30-Jährige werde weiterhin psychologisch betreut, befinde sich aber nicht in einer Klinik, sagte er.

Religiöse Wahnvorstellung im Rahmen einer Psychose

Unsere Nachrichtenredaktion hat mit Class-Hinrich Lammers, Chef der Psychiatrie in Ochsenzoll gesprochen und gefragt, wie man eine religiöse Wahnvorstellung bekommt. "Das kann sehr unterschiedlich sein. Ich nehme an, die religiöse Wahnvorstellung tritt im Rahmen einer Psychose auf. Man muss davon ausgehen, dass er beim Ausbruch (also wenn man heute merkt, er hat diesen religiösen Wahn hat), den religiösen Wahn schon über längere Zeit in sich getragen hat, die entsprechenden Gedanken hatte. An einem bestimmten Tag wird das Ganze nach außen sichtbar. Es würde mich nicht verwundern, wenn jemand das schon über Monate und Jahre hinweg gehabt hat."

Sind Menschen mit Wahnvorstellungen gefährlich?

Zu der Frage, ob Menschen mit einer Wahnvorstellung gefährlich sind, sagte Lammers: "Nein, das sind absolute Sonderfälle, das kommt wirklich sehr, sehr selten vor. In der Regel sind diese Menschen hilfebedürftig. Sie haben eine schwere psychische Erkrankung, die eigentlich verhindert, dass sie eigenständig leben können und bedürfen eigentlich all unserer Hilfe und Unterstützung. In den seltensten Fällen mündet sowas dann in einer körperlichen Tätigkeit oder in einem anderweitigen Delikt. Das sind wirklich die Ausnahmen."

(dpa/apr/ck/gh/mgä)

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