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Radio Hamburg

Emotionsloses Geständnis

Vergewaltiger: "Hatte kein Kondom dabei"

Itzehoe, 06.03.2014
Polizei, Absperrung, Absperrband, Polizist, Polizisten, Tatort, Ermittlungen

Ein 28-Jähriger hat in Itzehoe nahezu emotionslos die Vergewaltigungen an zwei jungen Frauen gestanden.

Vergewaltigung, Körperverletzung, Freiheitsberaubung: In Itzehoe gesteht ein 28-jähriger nahezu emotionslos, was er zwei jungen Frauen angetan hat.

Zu Hause schaute er Vergewaltigungsvideos, dann überfiel er zwei junge Radfahrerinnen: Vor dem Landgericht Itzehoe hat am Mittwoch (5.03.) ein Prozess um brutale Überfälle auf zwei Frauen im Kreis Steinburg begonnen. Der Angeklagte legte zwar ein umfassendes Geständnis ab, doch Mitleid für seine Opfer spürten die Prozessbeobachter in den Worten des Angeklagten nicht.

Radfahrerinnen entführt und vergewaltigt

Die Staatsanwaltschaft wirft dem 28 Jahre alten Gebäudereiniger aus Elmshorn vor, im Juli 2012 und im August 2013 zwei Radfahrerinnen überfallen, entführt und vergewaltigt zu haben. Sein erstes Opfer war ein junges Mädchen von 16 Jahren. Das zweite Opfer war eine 18-Jährige.

Brutale Gewaltphantasien

Während der Zeugenbefragung wurde die Öffentlichkeit zeitweise ausgeschlossen. Verständlich, denn es ging um brutale Gewaltphantasien des 28-Jährigen. Mehrmals in der Woche habe er seine Träume mit Vergewaltigungspornos aus dem Internet ausgelebt, erzählte er. Eine Freundin hatte der junge Mann bislang noch nie, berichteten Kollegen des Angeklagten übereinstimmend dem psychiatrischen Gutachter.

"Sonst hätte ich ein Kondom mitgehabt"

Seine Überfälle auf junge Frauen in den vergangenen zwei Jahren seien nicht geplant oder von langer Hand vorbereitet sondern spontane Ideen gewesen, erzählte der Angeklagte. Sein erstes Opfer habe er in der Nacht zum 29. Juli 2012 nahe Kollmar aus seinem Auto heraus auf der Straße radeln sehen. Dreimal habe er gewendet, um sie noch einmal anzuschauen. "Beim zweiten Mal kam mir die Idee zu einer Vergewaltigung", erzählte er nahezu emotionslos: "Das hatte ich anfangs gar nicht vor, sonst hätte ich ein Kondom mitgehabt."

Dreimal habe er der 16-Jährigen seine Faust ins Gesicht geschlagen, bevor er sie mit der Ankündigung "Ich will dich jetzt vergewaltigen" in den Kofferraum seines Wagens stieß. Er habe sich anschließend in einem Wäldchen eine halbe Autostunde entfernt an dem Mädchen vergangen.

18-Jähriger die Nase gebrochen

Seinem zweiten Opfer ein Jahr später in der Nacht zum 3. August 2013 in Hohenfelde brach der 28-Jährige die Nase. Er habe die 18-Jährige mit einem Fausthieb vom Rad geholt und der jungen Frau am Boden 15 weitere Schläge verpasst, erinnerte er sich: "Immer aufs Gesicht." Die 18-Jährige habe Angst um ihr Leben gehabt, ihn immer wieder angefleht, sie nicht zu töten. Er habe die Schülerin dann in seinem Wagen verschleppt zu einem Wäldchen nur wenig entfernt von jenem Ort, an dem ein Jahr zuvor die 16-Jährige sein Opfer gewesen war.

Warum er so brutal war? "Ich war einfach so drauf", sagte der junge Mann mit einem Schulterzucken. Auf die Frage des Sachverständigen, ob er zwischendurch in anderen Nächten erfolglos auf der Suche nach Opfern gewesen sei, schüttelte der Angeklagte den Kopf. Er sitzt seit Ende September 2013 in Untersuchungshaft.

Geständnis vor angekündigtem Gentest

Die Fahnder waren ihm durch Geduld und Observation auf die Spur gekommen. Da die Kripo weitere Überfälle befürchtete, wurden mögliche Tatorte beobachtet und mit Kameras überwacht. Bei einer Kontrolle fiel der 28-Jährige den Polizisten auf, und sie notierten seine Personalien. Als er anschließend zu einem Gentest geladen wurde, legte er ein Geständnis ab. Der Prozess wird fortgesetzt.

(dpa/mgä)