Lieber User,

anscheinend hast Du einen Ad-Blocker aktiviert oder Javaskript deaktiviert. Um unsere Existenz zu sichern, sind wir als werbefinanzierter privater Radiosender auch im Internet auf Werbung angewiesen. Damit Du auch weiterhin alle Inhalte unserer Webseite nutzen kannst, bitten wir dich, Deinen Ad-Blocker zu deaktivieren oder radiohamburg.de als Ausnahme hinzuzufügen. Sobald Du das gemacht hast, kannst Du unsere Inhalte nach einem Reload der Seite ganz normal weiternutzen.

103.6 Grüße
Dein Radio Hamburg Team


*Sollte diese Meldung fälschlicherweise angezeigt werden, schicke uns bitte eine Mail an adblocker@radiohamburg.de

Es gibt neue Inhalte auf unserer Startseite - jetzt aktualisieren! [Schließen]
Radio Hamburg

Kinoreifer Gefängnisausbruch

Mit einem Wurfanker in die Freiheit

Moringen, 09.10.2014
Maßregelvollzug Moringen, Niedersachsen

Aus dem Maßregelvollzug in Moringen ist ein Gewalttäter kinoreif ausgebrochen.

Spektakuläre Flucht mit einem riskanten Sprung von der Gefängnismauer: Ein 30-Jähriger flieht aus Niedersachsens größtem Maßregelvollzug.

Mit einem selbst gebastelten Seil aus Bettlaken sowie einem Wurfanker aus Gartengerät ist einem Schwerverbrecher die Flucht aus Niedersachsens größtem Maßregelvollzugszentrum in Moringen (Landkreis Northeim) geglückt. Sein Entkommen wurde erst Samstagmorgen entdeckt, wie ein Behördensprecher jetzt mitteilte. Der 30 Jahre alte Tschetschene war am Freitag (03.10.) entkommen.

Die Flucht des Tschetschenen war erst am Mittwoch (08.10.) bekanntgegeben worden, weil es nach Angaben des Innenministeriums entsprechende bundesweit geltende Regeln und Vorschriften gibt. Diese seien mit  der Justiz abgestimmt. Der 30-Jährige wurde mehrfach wegen schwerer Straftaten verurteilt und wegen seiner Drogenabhängigkeit im geschlossenen Maßregelvollzug untergebracht. Nach Angaben des Sozialministeriums handelt es sich bei den Straftaten um erpresserischen Menschenraub, vorsätzliche Körperverletzung, Computerbetrug und vorsätzliches Fahren ohne Führerschein. Der Mann war 2004 als Flüchtling anerkannt worden, doch war der Flüchtlingsstatus Anfang 2013 widerrufen worden. Wegen eines Einspruches wurde der Mann jedoch nicht abgeschoben. 

Nicht der einzige Ausbruch in Niedersachsen

Er hatte einen riskanten Sprung gewagt und sich an einer Straßenlaterne festgehalten. Seine spektakuläre Flucht wurde knapp eine Woche nach dem Verschwinden eines 63 Jahre alten Straftäters im Trubel der Einheitsfeier in Hannover bekannt. Dieser wurde am Mittwoch nach einer Öffentlichkeitsfahndung auf dem Göttinger Hauptbahnhof gefasst. Der 63-Jährige war bei der Einheitsfeier in Hannover am 2. Oktober geflüchtet. Die Bundespolizei griff ihn am Mittwoch auf, teilte das Justizministerium mit. Der entscheidende Hinweis kam nach Angaben von Ermittlern von einem Kioskbesitzer. Dieser habe den Mann erkannt und die Polizei alarmiert. Der Straftäter war in der JVA Rosdorf untergebracht, einer neuen zentralen Unterbringung für rückfallgefährdete Ex-Häftlinge. Er war unter anderem wegen Totschlags verurteilt worden.

Aus der Anstalt in Moringen sowie aus anderen Einrichtungen wurde immer wieder ausgebrochen. 2014 gab es landesweit bisher 14 Fluchten, im Vorjahr waren es 33, davor 16. Nach Ministeriumsangaben sind, abgesehen von dem 30-Jährigen und einem weiteren Fall, alle Ausbrecher im laufenden Jahr entweder wieder festgenommen worden oder sie kehrten freiwillig zurück. Nach der jüngsten Flucht wird die Anwesenheitskontrolle strenger gehandhabt. Zudem dürfen Insassen den Innenhof nur in Begleitung betreten. Auf dem Dach soll es neue Sicherungen geben.

(dpa/aba)

comments powered by Disqus