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Radio Hamburg

Prozess in Lübeck

Hat sie ihren Sohn erdrosselt?

Lübeck, 14.12.2016
Bett, Baby

Eine Mutter aus Eutin steht in Lübeck vor Gericht. Sie soll mit einem Schlafsack ihren Sohn erdrosselt haben.

Ein kleiner Junge liegt tot in seinem Bett. Seine Mutter spricht von einem Unfall, Experten können das nicht nachvollziehen.

Es ist eine unglaubliche Vorstellung für alle Eltern. Das Kind liegt am Morgen tot in seinem Bettchen. Wegen eines schrecklichen Verdachts muss sich von Freitag (16.12.) an eine 34 Jahre alte Frau aus Eutin vor dem Landgericht Lübeck verantworten. Sie soll ihren knapp drei Jahre alten Sohn mit seinem Kinderschlafsack erdrosselt haben, weil er nicht schlafen wollte. Die Staatsanwaltschaft hat im Juni Anklage wegen Totschlags gegen die Mutter erhoben. Sie sitzt seither in Untersuchungshaft. Die Angeklagte und ihr Lebensgefährte hatten den Tod des kleinen Jungen als Unfall dargestellt. Im Fall einer Verurteilung drohen der Frau bis zu 15 Jahren Haft. 

So argumentiert die Mutter

Die 34-Jährige hatte am Morgen des 13. April den Notarzt gerufen, weil ihr zwei Jahre und neun Monate alter Sohn leblos in seinem Bettchen lag. Die Mutter gab an, das Kind müsse sich selbst mit dem Schlafsack stranguliert haben. Doch die Ermittler hatten von Anfang an Zweifel an dieser Version. 

Das vermuten die Experten

Die Experten des Instituts für Rechtsmedizin in Lübeck kamen nach Angaben der Staatsanwaltschaft zu dem Ergebnis, dass der Stoff des Schlafsacks am Hals zugedreht worden sein muss, so dass der Junge erstickte. Zunächst ermittelten Polizei und Staatsanwaltschaft auch gegen den Lebensgefährten der Mutter. Die Ermittlungen seien jedoch eingestellt worden, weil es keinen hinreichenden Tatverdacht gegen ihn gegeben habe, sagte die Sprecherin der Staatsanwaltschaft Lübeck, Ulla Hingst.

Die Mutter hatte in ihrer Vernehmung durch die Polizei bestritten, etwas mit dem Tod des Kindes zu tun zu haben. Seither verweigere sie die Aussage, sagte Hingst.