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Radio Hamburg

Schreckliche Tat in Lübeck

Vater gesteht Missbrauch an zweijähriger Tochter

Lübeck, 26.04.2017
Kind Missbrauch Gewalt

Ein 28-jähriger Vater soll seine eigene, zweijährige Tochter mehrmals sexuell missbraucht haben. Nun hat er ein Geständnis abgelegt. 

Mit einem Geständnis hat am Lübecker Landgericht der Prozess um den sexuellen Missbrauch einer Zweijährigen begonnen. Er räume alle ihm vorgeworfenen Taten ein, sagte der 28 Jahre alter Vater des Mädchens. Er liebe seine Tochter und könne sich nicht erklären, wie es dazu kommen konnte, sagte er am Mittwoch (26.04.). Ein Satz, der angesichts der Taten fassungslos macht. 

Videos der Tat per Chat verschickt

Auch sein 47 Jahre alter Mitangeklagter gestand drei der vier ihm vorgeworfenen Taten. Die Staatsanwaltschaft wirft den Männern vor, zwischen Sommer und Anfang November 2016 immer wieder sexuelle Handlungen an der Zweijährigen vorgenommen und sie dreimal auch vergewaltigt zu haben. Dem Vater des Opfers werden insgesamt neun Taten vorgeworfen. Der 47-Jährige soll laut Anklage an vier taten beteiligt gewesen sein, drei davon gesteht er vor Gericht. Den Missbrauch an dem sich verzweifelt wehrenden und vor Schmerzen schreienden Kind zeichneten sie mit Handykameras auf, um die Videos im Internet zu verbreiten. Ein Teil dieser Bilder nahm das Gericht am Mittwoch in Augenschein. Die Öffentlichkeit wurde ausgeschlossen. 

Vater zeigt keine Reue

Die Männer hatten sich im Frühjahr 2015 in einem Internetforum kennengelernt. Aus den Chat-Protokollen geht hervor, dass sie sich Mitte Juli 2016 für homosexuellen Sex in der Wohnung des 28-Jährigen verabredeten. Nach dem ersten Treffen sei dann die Idee zum Missbrauch seiner Tochter entstanden, sagte der 28-Jährige. Die Taten wurden immer begangen, wenn die Mutter des Kindes nicht zu Hause war. "Sie hat nichts mitbekommen, ich habe die Spuren immer beseitigt". Während der 28-Jährige bei seinen Aussagen fast emotionslos wirkt und kein Wort der Reue verliert, kämpft sein Mitangeklagter bei seiner Aussage mit den Tränen. "Es tut mir unendlich leid. Ich weiß nicht, warum ich zum Monster mutiert bin." Er habe die Taten immer sofort nach Verlassen des Tatorts verdrängt und sei in sein normales Leben zurückgekehrt. "Das war, als wenn ein Schalter umgelegt wurde", sagte der 47-Jährige. 

Ermittlung gegen 50 weitere Personen

Ans Licht kamen die Taten im November 2016, als der 28 Jahre alte Angeklagte einem anderen Chat-Partner Bilder vom Missbrauch seiner Tochter zuschickte. Der Zeuge informierte das Jugendamt, das umgehend die Polizei einschaltete. Im Zusammenhang mit dem Fall ermittelt die Staatsanwaltschaft nach eigenen Angaben noch gegen etwa 50 weitere Personen, die den Missbrauch zum Teil live im Internet verfolgt und Anweisungen gegeben haben sollen. Der Prozess wird am 15. Mai fortgesetzt. 

(dpa)