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Radio Hamburg

So wollen wir Leben

Hamburger Horst Opaschowski veröffentlicht Studie

Hamburg, 25.09.2014
Horst Opaschowski so wollen wir leben Studie

Der Forscher Horst Opaschowski mit seiner Tochter Irina.

Bei ihm geht es um Familie und Generationen - der Hamburger Horst Opaschowski veröffentlichte heute seine Studie "So wollen wir leben!"

Jahrzehntelang erforschte der Hamburger Wissenschaftler die Deutschen. Heute veröffentlichte er seine Forschungsergebnisse in dem 219 Seiten umfasenden Buch "So wollen wir leben! - Die 10 Zukunftshoffnungen der Deutschen". 

Fürsorge als Lebensverlängerer

"Die Tierwelt macht es den Menschen doch schon lange vor", meint Opaschowski. "Die Erfahrung zeigt: Wer sich um andere sorgt, lebt länger («Caretakers live longer»)." Im überspitzten Umkehrschluss bedeute das, "wer sich nicht sozial verhält, setzt sein Leben aufs Spiel". Und auf die Zukunft übertragen - so der renommierte Gesellschaftsforscher: "Ältere Menschen, die sich um Kinder und Enkelkinder kümmern, verlängern ihre Lebenszeit. Elternzeit, Vätermonate und Familienpflegezeit wirken wie ein Lebenselixier: Sie bereichern und verlängern das Leben."

Das Buch ist "ein Generationenwerk"

Zum ersten Mal hat seine Tochter Irina Pilawa-Opaschowski (Ehefrau von TV-Moderator Jörg Pilawa), Erziehungswissenschaftlerin und Grundschullehrerin, daran mitgearbeitet. "Ein Generationenwerk", sagen sie, "der Vater gibt den Ton und die Tochter den Trend an."  Seit Jahrzehnten nimmt Opaschowski Mensch und Gesellschaft unter die Lupe. Bis 2010 für das 1979 gegründete Freizeitforschungsinstitut des Tabakkonzerns BAT, seither selbstständig. Mit der Verödung von Stadtkernen etwa befasste er sich Anfang der 70er Jahre, mit Trends zu Last-Minute-Reisen und Wellness sowie Freizeitstress in den 80ern, mit den Auswirkungen der Wiedervereinigung und der New Economy in den 90ern. Auf seiner Internetseite, die seine Thesen und Prognosen seit 1970 auflistet, steht auch das "Ende der Spaßgesellschaft" - fünf Monate vor dem Terroranschlag in New York 2001. "Es gibt 'soziale Konflikte zu Zuwanderern' war 1970 meine erste Prognose", sagt der Forscher, der selbst 95 Prozent seiner Vorhersagen bewahrheitet sieht. "Das liegt daran, dass bei mir immer der Mensch im Blickpunkt steht - und der ist in seinem Verhalten sehr berechenbar." Der Inhalt seiner Untersuchungen bewegte sich denn oft auch in einem erwartbaren Rahmen, etwa wenn es um die Bedeutung der Familie ging.

Die Familie steht bei den Analysen im Mittelpunkt

Die Bedeutung der Familie - bluts- oder wahlverwandt - spielt schon lange eine Rolle bei seinen Analysen. Sie ist und bleibt für viele das Wichtigste im Leben. 88 Prozent der Bevölkerung machten sie zum wichtigsten Garanten für Stabilität und Sicherheit im Leben - "als Geldanlage, Zukunftsvorsorge und Pflegedienst Nummer 1", wie seine neue Studie ergab. "Die Familie ist - richtig verstanden im positiven Sinne - billig und barmherzig", sagt er. In Zeiten, wo bei Einschulungsfeiern mehr Großeltern als Geschwister auf den Bänken säßen, wandele sie sich zudem zur Drei- bis Vier-Generationenfamilie. Neben der Hoffnung auf mehr «Wir-Gefühl» statt "Ego-Kult" (86 Prozent) setzten bei der Befragung 84 Prozent vor allem auch auf die "Freundschaft zwischen den Generationen". Die Beziehungen zwischen diesen werde wichtiger als die zwischen Partnern. Das gelte auch fürWahlfamilien und -verwandtschaften - verlässliche soziale Netze als "unverzichtbare soziale Konvois". Besorgungen, Erledigungen, Betreuungen, Geschenke und finanzielle Unterstützung über räumliche Entfernungen hinweg - "die Generationen stützen und unterstützen sich - mental, sozial und auch materiell".

Mehrgenerationenfamilie als Tendenz

Als Tendenz zeichne sich die Mehrgenerationenfamilie an verschiedenen Orten (und nicht die Großfamilie unter einem Dach) ab. "Dieser neue Familientypus bildet keinen gemeinsamen Haushalt und pflegt doch enge familiäre Beziehungen", betont der Forscher - und muss nach diesem Modell gar nicht lange suchen. Seine Tochter und sein Sohn sowie die fünf Enkelkinder wohnten nicht im selben Haus mit dem Ehepaar Opaschowski ("Um Gottes willen", sagt seine Frau) - aber sehr nahe.

(dpa/lsc)

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