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Elternzeit und Elterngeld

Elterngeld und Elternzeit

Formulare und Richtlinien: Wo liegt der Unterschied zwischen Elterngeld und Elternzeit?

In der Schwangerschaft musst Du ab einer bestimmten Zeit auch mal die rosarote oder babyblaue Brille absetzen und an schnöde Formulare, Behörden, Schriftstücke und Gesetzestexte denken. Und je eher, desto besser. In einigen Jobs muss ja schon recht früh Bescheid gesagt werden, wenn eine Schwangerschaft eingetreten ist, weil durch den Job Beeinträchtigungen für die Schwangere oder das Kind entstehen könnten (Im Krankenhaus, bei Lehrern, körperlich schwere Jobs, Friseure, Chemie-Industrie etc.). Die meisten Frauen warten die 12. Woche ab, bis zu der ja noch ein erhöhtes Fehlgeburtsrisiko besteht, bevor die es ihrem Arbeitgeber sagen. Ich habe auch in der 14. oder 15. Woche meinem Chef und der Geschäftsleitung davon erzählt. 

Und dann geht es los. Das Ganze muss dem Arbeitsschutz gemeldet werden, falls Du an Feiertagen und Wochenenden arbeiten willst (wie ich) muss es Ausnahmegenehmigungen geben, der Arzt muss dem zustimmen und Dich vorher noch einmal untersuchen. Und dann kommt die Frage nach der Elternzeit und dem Elterngeld. Früher dachte ich immer, das wäre das Gleiche. Aber weit gefehlt. Mit der Angabe der Elternzeit teilst Du Deinem Arbeitgeber mit, wie lange Du nach der Geburt zu Hause bleibst oder Teilzeit arbeiten willst. Drei Jahre Elternzeit bis zur Vollendung des 3. Lebensjahres stehen jedem zu, mit Erlaubnis des Arbeitsgebers können die drei Jahre aufgeteilt auch bis zum 8. Lebensjahr des Kindes genommen werden. Wie das Bundesministerium für Familie so schön schreibt..."ruhen die Hauptpflichten des Arbeitsverhältnisses während der Elternzeit. Das Arbeitsverhältnis bleibt aber bestehen und nach Ablauf der Elternzeit besteht ein Anspruch auf Rückkehr zur früheren Arbeitszeit." 

Fristen beachten und Muster-Formulare zum Ausdrucken

Der Antrag auf Elternzeit ist mindestens sieben Wochen vor Start der Elternzeit zu stellen. Am besten Ihr regelt im Elternzeit-Schreiben auch gleich schon mal Eure Vorstellungen für z.B. die Teilzeitarbeit. In der Elternzeit könnt Ihr dann von 15 bis 30 Wochenstunden arbeiten. Ich bin z.B. das erste Jahr in Elternzeit zu Hause geblieben, habe dann im zweiten Jahr mit 20 Stunden gestartet und dann nach einem halben Jahr auf 25 und jetzt auf 30 Stunden aufgestockt. Für das zweite Kind nehme ich mir aber gleich 3 Jahre Elternzeit. 

Eine einmalige Abänderung Deiner vom Arbeitgeber schriftlich bestätigten Elternzeit-Vorstellung ist ebenfalls schriftlich jederzeit und ohne Einwilligung des Arbeitgebers einmalig möglich. Bei weiteren Änderungen muss der Arbeitgeber zustimmen.

Hier findet Ihr ein  Muster-Formular für die Elternzeit-Beantragung von test.de

Elterngeld hingegen ist beim Bundesministerium für Familie zu beantragen. Das  Elterngeld-Formular könnt Ihr Euch hier runterladen oder direkt ausdrucken. Ihr bekommt rund 67 Prozent Eures letzten Nettogehalts, berechnet aus den letzten 12 Monaten Eurer Erwerbstätigkeit. Hier geht's zum  Elterngeld-Rechner des Bundesministeriums. Für die Eltern von Kindern, die ab dem 01.07.2015 geboren werden, besteht die Möglichkeit, zwischen dem Bezug von dem bisherigen Elterngeld (Basiselterngeld) und dem Bezug von ElterngeldPlus zu wählen oder beides zu kombinieren. Das ist vor allem interessant, wenn beide Elternteile später Teilzeit arbeiten wollen.

Wir machen das so: Ich nehme drei Jahre Elternzeit, bleibe ein Jahr zu Hause, gehe dann erstmal 20 Stunden und im dritten Jahr 30 Stunden arbeiten. Mein Mann nimmt den ersten Monat nach der Geburt und den 13. Monat (denn da starte ich wieder mit der Arbeit und der Kleine mit der Krippe) Elternzeit und bleibt zu Hause. 

Mutterschaftsgeld

 Sechs Wochen vor der Geburt und acht Wochen danach bekommt Ihr ja noch Euer volles Gehalt als Mutterschaftsgeld, zusammengesetzt aus Zahlungen der Krankenkasse und des Arbeitgebers. Frühestens ab der 33. Schwangerschaftswoche stellen Frauenarzt oder Hebamme eine Bescheinigung aus, mit dem Schwangere ihr Mutterschaftsgeld bei der Krankenkasse beantragen können. Ein weiteres Formular füllt der Arbeitgeber aus. Dann ab damit zu Eurer Krankenkasse.

Tipp : fangt jetzt schon an, den Antrag für das Elterngeld auszufüllen. Durch die unglaublich vielen Seiten blickt man am Anfang nicht durch und nach der Geburt muss es auch schnell gehen, denn die Ämter brauchen meist 1-2 Monate um das Ganze zu berechnen und damit es rechtzeitig auf Eurem Konto ist. Und: man hat mit einem Neugeborenen dann auch keinen Nerv dazu, da man ja eh noch Geburtsurkunde etc. beibringen muss. Mir hat das sehr geholfen, dass ich schon alles ausgefüllt hatte (bis natürlich auf den Geburtstermin des Kindes ; ) und es innerhalb von drei Tagen nach der Geburt verschicken konnte. Die Zusage zum Elterngeld und ich welcher Höhe hatte ich dann auch eine Woche bevor mein Mutterschaftsgeld ausgelaufen ist. da habe ich schon ein bisschen geschwitzt - man hat ja auch laufende Kosten...

Lohnsteuerklasse tauschen

Und noch ein kleiner Tipp: meist bleibt ja die Frau zu Hause, beantragt mindestens für ein Jahr Elterngeld oder splittet es auf zwei Jahre auf. Es lohnt sich also, wenn Ihr wisst, dass Ihr Eltern werdet und verheiratet seid, die Lohnsteuerklassen zu tauschen oder auf 4/4 zu gehen, wenn die Frau deutlich weniger verdient als der Mann. Dann erhöht sich das Netto der Frau, auf das ja später dann auch das Elterngeld berechnet wird. Der Mann (wenn er derjenige ist, der mehr verdient) bekommt zwar erstmal weniger Netto, kann sich das dann aber im Lohnsteuerjahresausgleich wiederholen. Nach den acht Wochen Mutterschutz nach der Geburt wechselt Ihr einfach die Lohnsteuerklassen wieder zurück.

 

Noch Fragen? Dann mailt mir an  a.bajorat@radiohamburg.de

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