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Radio Hamburg

Schnee, Frost & Eis

Hamburger Winterdienst startet in die kalte Saison

Hamburg, 03.11.2017
Winterdienst

Auch im Winter 2017/2018 ist die Stadtreinigung im Wintereinsatz in ganz Hamburg unterwegs.

Damit 3.290 Kilometer Straßen in der Hansestadt während des Winters auch bei Eis und Schnee befahrbar bleiben, ist die Stadtreinigung offiziell in den Winterdienst gestartet.

Es wird kalt, es wird frostig und wird glatt auf Hamburgs Straßen. Obwohl die Hansestadt jetzt nicht unbedingt als das größte Schneeloch und die Kältekammer der Nation bekannt ist, sorgen Eis und Schnee auch jedes Jahr in Hamburg für zahlreiche Unfälle und Verkehrsbehinderungen. Die Stadtreinigung Hamburg rückt auch in der Wintersaison 2017/2018 Schnee und Eis auf insgesamt 3.290 Kilometern verkehrswichtigen Straßen sowie 655 Kilometern wichtigen Rad- und Fußwegen zu Leibe und sorgt für geräumte und gestreute Verkehrswege. Aber auch die Hamburger müssen in der kalten Jahreszeit aktiv werden und als Anlieger auf freie und sichere Wege vor der eigenen Haustür achten.

Bis zu 900 Einsatzkräfte mit 350 Fahrzeugen im Einsatz

Die Stadtreinigung kümmert sich in den Wintermonaten nicht nur um wichtige Straßen, sondern auch um "verkehrswichtigen Gehwegen ohne Anlieger". Das sind beispielsweise Gehwege auf Brücken, verkehrswichtige ausgewählte Gehwege an Wasserläufen, an land- und forstwirtschaftlichen Flächen, an und in Grünanlagen oder Gehwegverbindungen zu Haltestellen von U- und S-Bahn und HVV-Bussen, außerdem 4.030 Bushaltestellen (rund 100 km) und 240 Streukilometer auf einem ausgewählten Netz von Radwegen und Radfahrstreifen. Kommt es zum Großeinsatz an besonders schneereichen oder kalten Tagen sind bis zu 900 Einsatzkräfte der Stadtreinigung mit 350 Fahrzeugen im Einsatz. 

Beschwerdenummer des Winterdienstes

Auch das zentrale Beschwerdemanagement für den Winterdienst liegt in den Händen der Stadtreinigung Hamburg: Wege und Flächen, auf denen die Winterdienstpflicht nur ungenügend oder gar nicht wahrgenommen wurde, können die Hamburger telefonisch unter der Winterdienst-Hotline Tel. 25 76 13 13 melden . Je nach Zuständigkeit informiert die Hotline die verantwortliche interne Betriebseinheit oder das für die Wegeaufsicht zu-ständige Bezirksamt. Die Einsatzzentrale des Winterdienstes der Stadtreinigung Hamburg ist vom 1.11.17 bis zum 31. März 2018 rund um die Uhr besetzt. Von hier aus hält die Sstadtreinigung Kontakt mit Polizei und HVV, überwacht das Wettergeschehen und koordiniert die Streueinsätze.

Winterdienst 2017/2018

So funktioniert der Winterdienst der Stadtreinigung

  • Rufbereitschaften: Schon mittags an die kommende Nacht denken
    Auf Grundlage der Vorhersagen der Wetterdienste, der Daten der eigenen neun Glättemeldeanlagen und der eigenen "Streckenprognosekarte" für die Voraussagen zu Fahrbahntemperatur und Fahrbahnzustand wichtiger Hamburger Straßen gibt die Sstadtreinigung mittags eine Rufbereitschaft für die Einsatzkräfte heraus. Diese sind dann innerhalb der Rufbereitschaftszeiten per Handy oder "Pieper" zu jeder Zeit erreichbar.

  • Sofortruf-Fahrer für gefährlich glatte Stellen
    Zwölf sogenannte "Sofortruf"-Fahrer sichern bei Bedarf örtlich glatte Stellen auf Fahr-bahnen, die die Polizei oder der HVV der SRH-Winterdienstzentrale meldet. Hinzu kommen die sechs "Sofortruf"-Fahrer, die sich um die Meldungen glatter Stellen auf Gehwegen ohne Anlieger, Bushaltestellen und Radwegen kümmern.

  • Fahrbahnen: Sichere Fahrt auf rund 3.290 Kilometern
    Wird es stadtteil- oder hamburgweit glatt, sichern rund 100 Einsatzkräfte mit ebenso vielen Fahrzeugen zunächst wichtige Hauptverkehrsstraßen, Strecken mit Buslinien-verkehr (2.650 Kilometer) und 1.500 Busbuchten. Danach werden die Verbindungsstrecken zwischen diesen Straßen gesichert (rund 640 km). Bei Glatteis und überfrorener Nässe wird Feuchtsalz gestreut. Wird es kurz vor oder während der Hauptverkehrszeit glatt, streut die Stadtreinigung zunächst eine Auswahl der wichtigsten Straßen und danach die übrigen im Streuverzeichnis aufgeführten Fahrbahnen. Ein Streudurchgang dauert mindestens dreieinhalb Stunden, ist aber abhängig von Witterung und Verkehr, sodass von Einsatzbeginn normalerweise fünf Stunden vergehen, bis auch die letzte Fahrbahn des Streuplans gesichert ist.

  •  "Zebrastreifen" und Co: Knapp 8.300 Überwege vom Eis befreien
    Gut 400 zusätzliche Einsatzkräfte beseitigen mit rund 100 Fahrzeugen Eis und Schnee auf 8.300 Zebrastreifen und Mittelinseln manuell mit Schneeschiebern und mit einem Kies-Salz-Gemisch.

  • 1.000 Kilometer verkehrswichtige Radwege und Gehwegstrecken ohne Anlieger
    Die Stadtreinigung sichert zudem Zusatzstrecken ohne Anlieger mit feinkörnigem Kies. Bei den Gehwegen (rund 655 km) handelt es sich zum Beispiel um Gehwege auf Brücken, wichtige ausgewählte Gehwege an Wasserläufen, an land- und forstwirtschaftlichen Flächen, an und in Grünanlagen und Gehwegverbindungen zu Haltestellen von Bus und Bahn. Hinzu kommen 4.030 Bushaltestellen (rund 100 km) sowie 220 Streukilometer auf einem ausgewählten Netz von Radwegen. 150 Fahrzeuge und 400 Einsatzkräfte bearbeiten die Zusatzstrecken. Der Winterdienst erfolgt hier in der Regel maschinell, der Winterdienst an Bushaltestellen ist personalintensiv und vergleichbar mit dem Winterdienst auf Überwegen, wo mit einem Eimer und Schaufel manuell gestreut und Schnee manuell geschoben wird. Um lange Regiewege zu sparen, hat die Stadtreinigung rund 50 mobile Silos für Kies im Hamburger Stadtgebiet aufgestellt.

  • Salzhallen
    Die zentrale Salzhalle bietet Platz für bis zu 10.000 Tonnen Streusalz. Zusammen mit dem Salz in 14 Silos und in sechs kleineren Lagerhallen kann die Stadtreinigung rund 17.000 Tonnen Streusalz bevorraten.

  • Autobahnen und einige Bundesstraßen
    Auf Hamburgs Autobahnen, auf der Wilhelmsburger Reichsstraße, der Bergedorfer Straße und den Flughafenzubringern sind die Hamburger Autobahnmeistereien für den Winterdienst verantwortlich.

  • Fahrbahnen in Nebenstraßen
    Einen Winterdienst auf den Fahrbahnen in Nebenstraßen leistet die Stadtreinigung im Regelfall nicht. Nur in Ausnahmefällen und nur auf Meldung von Polizei, Feuerwehr und Verkehrsunternehmen streut eine Task Force der Stadt zur Gefahrenabwehr auch hier. Ähnlich wie in anderen Großstädten wie Berlin konzentriert sich der Winterdienst bei der Sicherung von Fahrbahnen auf Hauptverkehrsstraßen und wichtige Verbindungsstraßen. Grund dafür sind die hohen Kosten und die fehlenden überzeugenden technischen Lösungen für einen Einsatz in den oft engen Nebenstraßen.

  • Ökologisches Streugut
    Das Radwegenetz, das die SRH in diesem Winter sichert, ist rund 240 Kilometer lang: Das sind 20 Kilometer mehr als in der vergangenen Saison (220 Kilometer). Zusammen mit den rund 100 Kilometern Radfahrstreifen, die im Mitnahmeeffekt beim Winterdienst auf Fahrbahnen gestreut werden, sichert die SRH in dieser Saison ein Radwegenetz von 340 Kilometer. Auf 40 Kilometer Radwegen in Harburg und Bergedorf testet die SRH Blähton als umweltverträglichen Streustoff, denn auf Geh- und Radwegen ist nach dem Hamburgischen Wegegesetz der Gebrauch von Tausalz oder tausalzhaltigen Mitteln untersagt. Der Einsatz von Tausalz ist nur auf Fahrbahnen einschließlich Radfahrstreifen erlaubt.

Tagesaktuelle Informationen zum Winterdienst, ein Wetterradar sowie die Einsatzplanung des Winterdienstes gibt's für euch online unter  www.stadtreinigung.hamburg. Dort gibt es auch das Verzeichnis aller Fahrbahnen von Straßen, die der Winterdienst der Stadtreinigung bei Bedarf streut, zum Download. Aktuelle Informationen zu Einsatzbereitschaft und laufenden Streueinsätzen veröffentlicht die SRH auch über Twitter unter #WinterdienstHH und @SRHnews.

Winterdienst für Anleger

Schnee und Eis auf Gehwegen müssen in Hamburg die Anlieger entfernen. Das gilt ausnahmslos und überall in Hamburg von der kleinen Wohnstraße bis zur Fußgängerzone. Schnee muss sofort nach Ende des Schneefalls geräumt, Glätte unmittelbar nach Eintritt abgestreut werden (mindestens 1 Meter breit, bei starkem Fußgängerverkehr zum Beispiel in Fußgängerzonen eventuell mehr, bei Eckgrundstücken bis zur Bordsteinkante). Auf Gehwegen dürfen keine Tausalze (zum Beispiel Streusalz aus dem Baumarkt) verwendet werden. Auf Gehwegen dürfen Anlieger nur abstumpfende Stoffe (zum Beispiel feinkörnige Kies, Sand, Splitt, Blähton) streuen. Bei Schneefall oder Glättebildung nach 20 Uhr hat der Anlieger für seinen "Winterdienst" auf dem Gehweg Zeit bis morgens 8.30 Uhr, an Sonn- und Feiertagen bis 9.30 Uhr. Die Bezirksämter überwachen die Räum- und Streupflicht der Anlieger auf Gehwegen.

Über die Pflichten der Anlieger informiert die Behörde für Umwelt und Energie unter http://www.hamburg.de/winterdienst. Dort gibt es auch ein Informationsblatt zum Herunterladen.

(san)

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