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Radio Hamburg

Stalking

Wie ihr euch gegen Stalking wehren können

Hamburg, 09.10.2017
Stalking

Hunderte Menschen werden jedes Jahr Opfer von Stalking. Doch was kann man dagegen tun? 

Stalking-Fälle sorgen in den Hamburger Medien immer wieder für große Aufmerksamkeit. Zwar ebbte der Anstieg der Fälle im vergangenen Jahr ab, doch noch immer sind hunderte Personen pro Jahr davon betroffen. Die Dunkelziffer dürfte auch in der Stadt an der Elbe noch höher liegen. Doch was könnt ihr als Betroffener tun, um euch der Situation zur Wehr zu setzen und keinen Schaden zu nehmen?

Das Umfeld informieren

Liegen bereits die ersten Anzeichen für Stalking vor, solltet ihr euer Umfeld möglichst schnell informieren. Viele verzichten darauf, andere Menschen über die Vorfälle zu informieren, was meist auf ein vorherrschendes Schamgefühl zurückzuführen ist. Da jedoch gerade euer Umfeld in dieser Situation eine nicht zu vernachlässigende Stütze darstellt, ist es so wichtig, eure persönlichen Vertrauenspersonen einzubeziehen. Auf der einen Seite sorgt dies für eine emotionale Entlastung, die in der Situation von großem Wert ist. Auf der anderen Seite kann somit auch euer Umfeld die Gefahrenlage erkennen und Vorfälle außerhalb eures eigenen Blickfelds im Auge behalten.

Die Ermittlungen forcieren

Der Polizei sind beim Stalking meist die Hände gebunden, solange keine klaren Straftaten vorliegen. Selbst der Weg zur einstweiligen Verfügung ist schwer zu meistern und bedeutet oft noch nicht das Ende des Terrors. Als Alternative könnt ihr eine Privatdetektei in Hamburg eingeschalten, die sich der Sache annimmt. Schlägt der Täter erneut zu, so können direkt vor Ort Beweise gesichert werden, die wiederum bei einer Verhandlung einen wichtigen Anhaltspunkt darstellen. Je mehr Material über die Tätigkeiten des Stalkers zur Verfügung steht, das zudem verifiziert werden kann, desto höher ist am Ende die Wahrscheinlichkeit einer Verurteilung.
Besonders in einer akuten Situation der Bedrohung ist es von Bedeutung, dass ihr euch direkt an die Polizei wendet und einen Notruf absetzt. Das gilt beispielsweise dann, wenn der Stalker bereits im Garten herumschleicht und die Gefahr des Eindringens in die Wohnung besteht. Das hoffentlich schnelle und konsequente Einschreiten der Polizei macht dem Straftäter in dieser Situation auch die Einschätzung der Lage durch euch als Opfer klar. Nur konsequente Maßnahmen, die in dieser Situation ergriffen werden, vermitteln so die Aussicht, dass sich die Lage dauerhaft verbessert und das Stalking vielleicht schon bald der Vergangenheit angehört.

Eine klare Ansage machen

Häufig entpuppt sich falsch verstandene Liebe als eigentlicher Auslöser des Stalkings. In dieser Situation ist es wichtig, eine klare Grenze zu ziehen, an denen sich der Täter orientieren kann. Ihm sollte unmissverständlich klarwerden, dass seine Bemühungen bei euch keinen Erfolg haben werden. Jede weitere Aufmerksamkeit, die ihr dem Stalker im Anschluss schenkt, interpretiert dieser jedoch als persönlichen Erfolg. Nach der ersten klaren Absage ist es daher von Bedeutung, dass ihr nicht weiter auf die Versuche der Kontaktaufnahme reagiert. Bereits wenige gewechselte Sätze am Telefon könnten seine Bemühungen weiter intensivieren und würden mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht zur Entspannung der weiter bedrohlichen Situation beitragen.

Das Erlebte aufarbeiten

Hat das Stalking schließlich ein Ende, hören die Probleme auf der Seite der Opfer selten auf. Je nachdem, welche Auswüchse das Stalking nach sich zog und wie lange es zuvor anhielt, können ernste psychische Störungen die Folge davon sein. In einer solchen Situation ist es von Bedeutung, nicht vor professioneller Hilfe zurückzuschrecken und sie als Ausweg aus der misslichen Situation zu sehen. Obwohl es vor allem zu Beginn noch schwerfällt, über die Vorfälle zu reden, sorgt gerade diese Aufarbeitung für eine große Entlastung. Auch in Hamburg stehen inzwischen Selbsthilfegruppen zur Verfügung, in denen sich Betroffene austauschen können. Da ausschließlich Menschen anwesend sind, die das Erlebte aus eigener Erfahrung nachvollziehen können, fällt es in dieser Atmosphäre meist leichter, sich den anderen zu öffnen und dadurch Entspannung in der Situation zu erfahren.