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Radio Hamburg

Freihandelsabkommen TTIP

Änderungen bei Kauf und Verzehr von Lebensmitteln

Hamburg, 08.08.2014
Supermarkt, Einkaufen, Shopping, Lebensmittel, Regal, Regale

Sollte das TTIP-Freihandelsabkommen tatsächlich ratifiziert werden, müssen sich deutsche Verbraucher auf zahlreiche Veränderungen einstellen.

Mit dem TTIP-Abkommen wollen EU und USA die größte Freihandelszone der Welt schaffen. Für Verbraucher könnte sich mit dem Abkommen einiges ändern.

Bereits seit Monaten verhandeln die USA und die Europäische Union über das Transatlantische Freihandelsabkommen (TTIP), das den Handel zwischen den beiden Partnern weitestgehend von Barrieren und Zöllen befreien soll.

Verhandlungen bis Ende 2015

Laut Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) könnten die Verhandlungen über das Abkommen bis Ende 2015 abgeschlossen sein. Bis der Vertrag dann in Kraft treten könne, werde dann allerdings noch weitere Zeit ins Land streichen, so Schäuble gegenüber der "Rheinischen Post". In den USA muss das Abkommen durch den US-Kongress, in Europa von allen 28 nationalen Parlamenten ratifiziert werden. Erst danach könnte mit über 800 Millionen Menschen die größte Freihandelszone der Welt entstehen.

Befürchtungen von Verbraucherschützern

Da sich die Verbraucher- und Umweltstandards zwischen USA und der EU in vielen Bereichen allerdings stark unterscheiden, befürchten Verbraucherschützer, dass im Zuge des Abkommens europäische Standards gesenkt und aufgeweicht werden könnten. Mit dem Abschluss der Verträge könnten sich für die deutschen Konsumenten besonders beim Kauf von Verzehr von Lebensmittel erhebliche Änderungen ergeben, sofern US-amerikanische Produkte ihren Weg in die europäischen Supermärkte finden könnten.

Freihandelsabkommen TTIP

Was beim Verzehr und Kauf von Lebensmittel auf die Verbraucher zukommen könnte

  • Gentechnik

    Gentechnisch veränderte Lebensmittel werden ohne Kennzeichnung in der Europäischen Union verkauft, da die Kennzeichnungspflicht für derartige Produkte aufgeweicht wird. Außerdem wird das Zulassungsverfahren für neue und gentechnisch veränderte Pflanzen vereinfacht. Auch genetisch veränderte Futtermittel können einfacher und häufiger importiert werden.

  • Klonen

    Das Fleisch von geklonten Tieren kann ohne Kennzeichnung in die EU eingeführt werden.

  • Hormone

    Auch Fleisch, das von Schweinen oder Rindern stammt, die mit Wachstumshormonen aufgezogen wurden, kann ohne Kennzeichnung in die EU gelangen. Ebenso können Milch und Milchprodukte, die mit in der EU verbotenen Hormonen behandelt wurden, ohne Kennzeichnung nach Europa gebracht werden.

  • Nanotechnologie

    Die noch nicht ausreichend erforschte Nanotechnologie hält ohne Kennzeichnung Einzug in die europäische Lebensmittelproduktion.

  • Chlorhühnchen

    Mit chlorhaltigen Substanzen desinfiziertes Geflügelfleisch wird ohne Kennzeichnung verkauft.

  • Aromen und Nährwertkennzeichnung

    In diesem Bereich könnte es für die Europäer Verbesserungen geben. Wesentlich klarer könnte mit den neuen Bestimmungen werden, ob Aromen tatsächlich natürlich sind oder künstlich erzeugt wurden. Mit TTIP könnte außerdem auch in Europa eine obligatorische Kennzeichnungspflicht von Nährstoffen wie Eiweiß, Fett und Kohlenhydraten und des Kaloriengehalts durchgesetzt werden.

  • Angaben zur geografischen Herkunft und Verbreitung

    Eine Kennzeichnungspflicht für die geografische Herkunft und Verbreitung könnte vollständig entfallen.

  • Milchsäurebehandlung

    Die Milchsäurebehandlung von Schlachtprodukten, um Bakterien wie Salmonellen oder Coli-Bakterien abzutöten, wird gestattet.

Hamburger Verbraucherschützer warnen

In vielen Bereichen wie Hygienestandards, Herstellung, Kontrolle und Kennzeichnung von Lebensmitteln sind die Gesetze in Europa wesentlich strenger und verbraucherfreundlicher als jenseits des Atlantiks. "Es steht viel auf dem Spiel", sagt Silke Schwartau von der Verbraucherzentrale Hamburg. Gerade in Gaststätten oder Kantinen, wo vom Gesetzgeber so gut wie keine Kennzeichnungspflicht vorgeschrieben ist, hätten die Verbraucher das Nachsehen, so Schwartau. Auch im Handel könnte es für Verbraucher schwierig werden Produkte zu finden, die nach amerikanischen Lebensmittelstandards produziert wurden. Zwar muss beispielsweise frisches Fleisch gekennzeichnet werden, doch in Lasagne, Gulaschsuppe oder auf einer Pizza weiterverarbeitet, ist eine Deklaration etwa von Hormon- oder Klonfleisch nicht mehr vorgeschrieben.

Weitere Fragen zum Freihandelsabkommen TTIP beantwortet die Verbraucherzentrale Hamburg auf ihrer Internetseite.

(dpa/san)

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