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Radio Hamburg

Rekord-Produktion von Fleisch

Was ist dran an den Fleisch-Mythen?

Wiesbaden, 07.02.2017
Wurst und Fleisch

Deutschlands Schlachthöfe haben im vergangenen Jahr so viel Fleisch produziert wie noch nie. Mit 8,25 Millionen Tonnen.

Mit 8,25 Millionen Tonnen wurde der bisherige Höchstwert aus dem Vorjahr nochmals leicht übertroffen. Das teilte das Statistische Bundesamt in Wiesbaden mit.

Wie in den Vorjahren stellten die Betriebe vor allem Schweinefleisch her: Zwar wurden mit knapp 59,3 Millionen 63 400 weniger Schweine getötet als ein Jahr zuvor. Weil die Tiere jedoch im Durchschnitt ein höheres Gewicht hatten, nahm die Schweinefleischmenge zum Vorjahr um etwa 1000 Tonnen auf rund 5,57 Millionen Tonnen zu. Genau umgekehrt war es bei Rindern: Von ihnen wurden mit fast 3,6 Millionen Tieren 16 400 mehr in gewerblichen Unternehmen geschlachtet als ein Jahr zuvor. Dennoch sank wegen des geringeren durchschnittlichen Gewichts die Schlachtmenge um 1800 Tonnen auf gut 1,13 Millionen Tonnen. Bei Geflügel legte die Produktion wieder zu: 1,53 Millionen Tonnen waren 4900 Tonnen mehr als im Jahr 2015.

Sechs große Fleisch-Mythen

Fleisch kommt trotzdem immer mehr in Verruf. Es verfette die Arterien, zu viel rotes Fleisch sei krebserregend und vieles mehr. Was stimmt daran, was sagen die Experten? Wir klären die fünf größten Fleisch-Mythen auf.

 

Fleisch-Mythen

  • Fleisch ist ungesund und macht krank.

    Hier verhält es sich wie bei anderen Sachen: die Menge macht das Gift. Fleisch enthält wichtiges Eiweiß und sogar Ascorbinsäure, reines Vitamin C. Vor allem findet sich das in Würstchen. Bei einer ausgewogenen Misch-Ernährung sind Wurst und Fleisch daher als Vitamin-C-Quelle wichtiger als Obst. Allerdings sollte man pro Woche nicht mehr als 600 Gramm Fleisch essen, der kleinere Anteil davon sollte rotes Fleisch sein.

  • Weißes Fleisch ist gesünder als rotes.

    Weißes Fleisch wie Pute ist wirklich magerer als rotes Fleisch, aber nicht augenblicklich gesünder. Ernährt man sich nur von weißem Fleisch, entwickelt man ebenfalls einen Mangel. Zwei bis drei Mal kleine Portionen rotes Fleisch pro Woche sind also kein Problem.

  • Rotes Fleisch ist krebserregend.

    Bei alleinigem Verzehr von Rind-, Schwein- und Schaffleisch ist wissenschaftlich nachgewiesen worden, dass es die Entstehung von Dick- und Mastdarmkrebs sowie Herz-Kreislauf-Erkrankungen begünstigen kann. 

  • Hilft rohes Fleisch wirklich beim Abnehmen?

    Mit der sogenannten Steinzeitdiät sollen auch schon bei vielen Promis die Pfunde gepurzelt sein. Gleichzeitig wird dann auch rohes Obst und Gemüse gegessen. Der Abnehm-Erfolg liegt aber laut Experten nicht am Fleisch an sich, sondern dass das rohe Fleisch z.B. ganz natürlich gegessen wird. Das heißt Zusatzstoffe, Farbstoffe, Verdickungsmittel und Co. fehlen und setzen uns damit nicht so zu und eben auch nicht an.

  • Je magerer das Fleisch, umso fader schmeckt es.

    Das stimmt. Das Fett ist der Geschmacksträger und ist unerlässlich für den, der den guten Fleischgeschmack genießen möchte. Das japanische Kobe Rind als exklusivstes Rindfleisch ist besonders stark mit Fettsehnen durchzogen.

  • Verpacktes Rindfleisch ist besser als frisch durch den Wolf gedrehtes.

    Das stimmt ebenfalls. Durch die industriell fest darum gelegte Schutzfolie kann ein Maximum an Keimen vom Fleisch ferngehalten werden.

  • Fleisch belastet unsere Umwelt.

    Der WWF schreibt: "Nahezu 70 Prozent der direkten Treibhausgasemissionen unserer Ernährung sind auf tierische Produkte zurückzuführen." Das ist dramatisch. Und: "Wenn jeder Bundesbürger nur einmal pro Woche auf Fleisch verzichten würde, könnte das zu einer jährlichen Einsparung von rund neun Millionen Tonnen Treibhausgas-Emissionen führen. Das entspricht umgerechnet 75 Milliarden PKW-Kilometern."

Du isst kein Fleisch?

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(aba/dpa)