Es gibt neue Inhalte auf unserer Startseite - jetzt aktualisieren! [Schließen]
Radio Hamburg

Stiftung Warentest

Olivenöl – Höchstnote "befriedigend"

Hamburg, 25.01.2017
Stiftung Warentest Olivenöl

Stiftung Warentest hat 50 Olivenöle getestet, besonders gut schnitt keines ab.

Stiftung Warentest hat diesmal Oliven­ölmischungen aus dem Supermarkt und vom Discounter getestet. Von 24 Oliven­ölen schneidet keins gut ab. 

Die schlechte Nachricht zuerst: Spitzenklasse-Olivenöl für kleines Geld gibt es nicht. Von 24 Olivenölen zu Preisen zwischen 5 und knapp 15 Euro pro Liter schneidet keines gut ab, zehn Produkte sind sogar mangelhaft. Sie täuschen eine Güteklasse vor, der sie nicht entsprechen. Viele Öle sind zudem mit Schadstoffen belastet. Zu diesem aktuellen Ergebnis kommt die Stiftung Warentest.

Teuer ist nicht gleich gut

Die viel verkauften Olivenöle von Discountern und Supermärkten riechen und schmecken meist nur mittelmäßig oder sogar fehlerhaft. Zehn Öle schmecken sogar ranzig, stichig oder alt, dafür gibt es die Wertung mangelhaft. Die Öle dürften nicht mit der Bezeichnung "nativ extra" verkauft werden.

Fast jedes zweite Öl ist deutlich mit gesättigten Mineralöl-Kohlenwasserstoffen, Mosh genannt, belastet. Sie können sich im Körper anreichern. Ausgerechnet eines der teuersten Öle, ein Bio-Öl für 14,40 Euro pro Liter, ist deutlich mit Mosh und hoch mit Moah belastet. Die aromatischen Mineralöl-Kohlenwasserstoffe, Moah, gelten als potenziell krebserregend.

Belastung mit Weichmacher

Ein weiteres Olivenöl ist hoch mit DEHP belastet. Der Weichmacher kann die Fortpflanzungsfähigkeit beeinträchtigen und ist seit 2007 für Materialien verboten, die mit Speiseöl in Kontakt kommen. Eine akute gesundheitliche Gefahr geht zwar von keinem der geprüften Olivenöle aus. Doch die Belastungen sind vermeidbar.

Olivenöl ist nicht gleich Olivenöl

Die geschmackliche Vielfalt beim Olivenöl ist groß. Ausdrucksstarke Öle riechen und schmecken intensiv fruchtig, deutlich bitter und scharf. Sie sind besonders ausgewogen – also ein Geschmackserlebnis. Intensive und vielseitige Noten nach Blüten, frisch­geschnittenem Gras, Arti­schocke oder Tomatenblättern zeichnen sie aus. Die meisten Öle im aktuellen Test sind dagegen keine kulinarische Offenbarung, sondern durchschnittliche Massenware: Sie sind mittel­fruchtig, nur leicht scharf, wenig bitter. Individuelle Noten sind kaum ausgeprägt.

Olivenöle vom Discounter liegen vorn

Nun die erfreuliche Nachricht:  Die drei besten Öle der aktuellen Test­auswahl stammen von Discountern und kosten somit nur rund 5 bis 6 Euro pro Liter. Sie bekamen die Note befriedigend. Natives Olivenöl extra muss also nicht teuer sein. Für kleines Geld darf aber niemand sensorische Spitzenqualität erwarten, sondern eher ein solides Produkt. (apr/Stiftung Warentest)