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Radio Hamburg

Übergewicht

Zu viel des Guten?

Übergewicht, Artikel, 660x350

Übergewicht kann nicht schön sein – das glauben nur Spötter und Übergewichtige ohne jegliches Selbstbewusstsein.

Wer mit den Pfunden zu kämpfen hat, hat oft weitere fremd- und hausgemachte Probleme. Eines der größten davon: Ein oft schlechtes Selbstbewusstsein. Dabei bedeutet Übergewicht vieles, nur nicht, dass man sich in sackartigen Klamotten im Schneckenhaus verkriechen muss. Der folgende Artikel zeigt, wie Style auch dann funktioniert, wenn der Körperumfang nicht stylisch ist.

Dicke Tatsachen

Wer heute zu viele Pfunde herumschleppt, dreht sich auf einem Karussell aus Fat Acceptance , überdrehten Abnehmshows und Zeitungen, von denen jede Zweite „die eine endgültige“ Diät verspricht. 

Ein Teufelskreis

Vermeintlich schlechtes Aussehen

Marius Müller-Westernhagen brachte es ziemlich brutal auf den Punkt, als er in seinem Song „Dicke“ zum Besten gab „Dicke schwitzen wie die Schweine“. Na besten Dank, möchte man entgegnen.

Doch es ist kein Einzelfall. Übergewicht steht seit geraumer Zeit im Westen für Hässlichkeit.

Allerdings, das zeigt der Blick in andere Zeiten und Kulturen: Schönheitsideale wechseln. Das Idealbild einer Frau aus den 1950ern würde in der heutigen Welt als übergewichtig durchgehen.

Eingeschränkte Beweglichkeit

Eine weitere Tatsache ist, dass die Pfunde einen rein körperlich behindern. Wenn der Körper mehr zu schleppen hat, macht er schneller schlapp und ein dicker Bauch beim Bücken und anderen Bewegungen behindert.

Soziales Stigma

Die bisherigen Probleme betreffen Übergewichtige eher persönlich, das soziale Stigma ist indes etwas, an dem man selbst nichts ändern kann, was es umso problematischer macht. Es gibt nur wenige Männer, die zugeben würden, dass sie auf Dicke stehen. Dann noch medial angeheizte Ansichten, dass Übergewicht vorzeitig ins Grab befördere (was nur teilweise stimmt).

Geringschätzung macht krank

Wie es sich anfühlt tagtäglich mit solchen und ähnlichen Stigmata konfrontiert zu werden, kann man sich als Normalgewichtiger beim besten Willen nicht vorstellen.

Deshalb nur so viel: Es nervt unermesslich, wenn zu den tatsächlichen Unzulänglichkeiten des Übergewichts hinzukommt, genau zu wissen, dass jeder Bissen, jeder Schritt die Treppe hinauf, jede Schweißperle bei irgendwem, der zusieht, mindestens für inneres Kopfschütteln sorgt.

Rückzug

Allzu verständlich, dass viele lieber die Segel streichen und Öffentlichkeitskontakte vermeiden. Zuhause ist es zwar einsam, aber wenigstens steht man nicht unter Dauerbeobachtung.

Blöd nur, dass das Schneckenhaus weitere Probleme heraufbeschwört, von denen das Schwerwiegendste ist, dass Einsamkeit dick macht – ein echter Teufelskreis.

Der Gegenbeweis

Ausbrechen

Allerdings gibt es auch Übergewichtige, die sich nicht mit der Rolle als bespöttelter Gemütsclown zufriedengeben möchten und in die Offensive gehen. Zugegeben, es ist zwar schwer. Schwerer vielleicht noch, als Gewicht zu verlieren.

Selbstbewusstsein schafft Körperbewusstsein

Der erste Schritt ist, sich nicht von anderen diktieren zu lassen, wie man selbst über sich denkt. Viele Übergewichtige glauben nur durch Fremdeinwirkung, dass sie hässlich wären. Deshalb ist es enorm wichtig, erst sämtliche Schönheitsideale über Bord zu kippen und nur seine eigene Ansicht zu berücksichtigen. Nur was einen selbst an sich stört, ist ein Faktor. Und wenn man sich bei guter Gesundheit trotz Übergewichts wohlfühlt, sollte es nichts geben, dass einen fertigmachen kann.

Und wenn man erst einmal an dem Punkt angelangt ist – sich selbst zu akzeptieren und nur Eigenkritik gelten zu lassen - wächst das, was man landläufig als „dickes Fell“ bezeichnet.

Mit etwas Ego bezwingt man die Spötter

Dieses Fell ist es, was einem die Kraft gibt, mit kritischen Blicken, verstohlenem Grinsen umzugehen. Denn was viele Übergewichtige oft vergessen:

  • Die Kritiker sind meist völlig Fremde
  • Sie wissen weder, woher das Übergewicht kommt, noch ob es wirklich ein Problem ist
  • Sie sehen nur den Ist-Zustand  

Und damit handelt es sich um die belanglosen Meinungen irgendwelcher Fremden – und die kann man getrost ignorieren. Zudem gilt auch hierbei, dass Spott dort wächst, wo er auf einen Nährboden fällt. Wer sich von solchen – pardon – Schwachköpfen wehtun lässt, sorgt automatisch dafür, dass sie weitermachen. Don’t feed the Troll gilt auch hier.

Vergiss das Selbstmitleids-TV

Was man in diesem Sinne ebenfalls vergessen sollte, sind Selbstmitleids-Fernsehshows. Ob „The biggest Loser“ oder andere Formate. Dabei geht es immer nur darum, dass Normalgewichtige Dicken erklären, warum sie sich schlecht fühlen sollten. Hinzu kommen die Sporteinlagen, die immer nur dem Publikums-Amüsement dienen.

Ratgeber - Illusionen

In die gleiche Kerbe schlagen Diätratgeber sämtlicher Zeitungen, Magazine, Webseiten. Auch hier geht es nur um Verkaufszahlen und im seltensten Fall darum, seriöse Ernährungstipps zu geben oder Übergewicht zu besiegen.

Optik und Verhalten

Ego ist gut, und wer an diesem Punkt angelangt ist, hat zwar schon einen großen Schritt getan, sich mit sich selbst zu arrangieren. Doch das war nur der halbe Weg.

Nutze die Kleiderindustrie

Style statt bloße Übergröße

In schöner Regelmäßigkeit beklagen echte und selbsternannte Experten, dass immer mehr Leute übergewichtig wären. Gut so! Denn je mehr Leute Plus Size tragen, desto umfangreicher wird die Auswahl am Kleiderständer.

Genau das sollte man nutzen. Zwar gibt es immer noch typische „Dicken-Säcke“, aber auch wenn die Modeindustrie nach wie vor vordergründig mit Magermodels wirbt, wird hintenrum kräftig an schönen großen Größen genäht. Allerdings muss man dabei einige Modetipps beherzigen:

  • Weder zu weit noch zu eng
  • Nach Möglichkeit keine Oberteile in die Hose stecken, das überbetont den Bauch (Tipp: Polohemden werden klassisch über dem Gürtel getragen)
  • Auf Stücke verzichten, die für Dick UND Groß konzipiert wurden, diese schrumpfen einen optisch und wirken sackartig
  • Als Mann immer ein enganliegendes Unterhemd tragen, das hält den Speck unter Kontrolle
  • Keine stark gemusterten, auffälligen Kleider tragen

Kombiniert sorgt das dafür, dass man auch mit starkem Übergewicht zwar nicht schlanker, aber definitiv nicht schlecht gekleidet aussieht.

Black is beautiful

Wer möchte kann sich die Segnungen der „Unfarbe“ Schwarz zu Eigen machen. Das liegt daran, dass Schwarz weniger Licht reflektiert als andere Farben. Aber: Bloß nicht im Dauer-Gruftielook herumrennen. Das wirkt wiederum so, als wenn man sich für seine Figur schämen würde. Genau das zu vermeiden, ist ja Ziel der Übung.

Raus aus der Masse

Dabei sollte man nicht den Fehler machen und seine modische Nase in jeden Wind halten – denn Mode wechselt nicht nur rasend schnell, sie bevorteilt auch nicht in jedem Fall Übergewichtige. Wer sich in trendig enge Röhrenjeans zwängt, wirkt auch in den Augen anderer Übergewichtiger peinlich. Deshalb eher auf zeitlose Schnitte setzen.

Problemzonen kaschieren

Weiter oben war zu lesen, dass man nur selbsterkannte Problemzonen gelten lassen sollte. Ergo kann man diese, sofern man will, auch kaschieren.

  • Unzufrieden mit dem Bauch? Formende Unterwäsche
  • Zu dicke Schenkel? In diesem Bereich etwas weiter geschnittene Hosen oder Röcke tragen

Umgekehrt geht es natürlich auch. Statt zu kaschieren werden „bessere“ Regionen betont. Übergewichtige Frauen mit Oberweite können diese durch einen stützenden BH und etwas mehr Ausschnitt ebenso tun, wie Männer, die durch das Übergewicht zwangsweise ein breiteres Kreuz haben und dies durch dort etwas engere, aber am Bauch weite Shirts betonen.

Wer äußerlich verkommt, verkommt innerlich

Gepflegter Look – jederzeit

Dabei muss betont werden, wie wichtig es ist, sich Figur-entsprechend zu kleiden. Ein gut gekleideter Mensch wird Figur-unabhängig positiver wahrgenommen als jemand in „Sack und Asche“.

Dazu gehören natürlich auch die anderen Faktoren: Haare, Makeup, Bart und Co. müssen jederzeit perfekt gestylt sein und dürfen niemals verwahrlost wirken.

Rücken gerade, stolzer Blick

Die Körperhaltung spielt dabei ebenso eine Rolle. Viele Dicke gehen automatisch nach vorne gebeugt – meist eine unbewusste Vermeidungshaltung, die den Bauch verkleinern will.

Leider suggeriert diese Haltung mangelndes Selbstbewusstsein und macht einen optisch kleiner. Deshalb sollte der Rücken immer durchgestreckt sein, egal ob dabei der Bauch mehr zur Geltung kommt. Das verhindert nicht nur Haltungsschäden, sondern lässt einen wesentlich selbstbewusster wirken.

Ein gutaussehender Körper ist mehr als Normalgewicht

Kennen Sie den Schauspieler Kevin James? Sängerin Adele? Schauspielerin Melissa McCarthy? Das sind nur einige Beispiele für Promis, die dank ihres Übergewichts gut aussehen, nicht trotz . Und in jeder Fußgängerzone lässt sich das gleiche beobachten: Ein eigentlich hoher BMI, der die Person aber einfach gut aussehen lässt.

Der Hintergrund ist der, dass Schönheit durch wesentlich mehr Faktoren bestimmt wird, als Normalgewichtigkeit. Es ist eine Kombination aus Haltung, Haaren, Kleidung, Proportionen und dem gewissen Etwas, das man nicht genau deuten kann.

Letztendlich ist Schönheit abseits aller kulturellen Ideale ein ganz nüchtern-evolutionärer Faktor. Menschen finden Menschen attraktiv, mit denen sie sich unterbewusst paaren wollen. Und da hat Körpergewicht praktisch keine Bedeutung.

Vollmann und Vollweib

Schüchternheit macht unattraktiv – nicht Speck

In genau diesem evolutionären Rahmen gilt, dass Schüchternheit die Chancen beim anderen Geschlecht kaputtmacht, nicht Hüftgold. Unterbewusst will der Mensch sich mit demjenigen fortpflanzen, der sich behaupten kann. Ein sichtbares Selbstbewusstsein signalisiert diese Selbstbehauptungsfähigkeit.

Sich nicht reduzieren lassen

Dabei ist es auch wichtig, sich in keiner Lage aufs Übergewicht reduzieren zu lassen. Das geht entweder, indem man es gar nicht erst zu einem Thema werden lässt oder knallhart zum Angriff übergeht:

Frage: „Sag mal, stört dich dein Übergewicht eigentlich nicht?“

Antwort: „Nein, meine Gesundheit macht mir keine Probleme und ich fühle mich eigentlich ganz wohl in meiner Haut“

Fall erledigt, Situation geklärt. Wer stattdessen mit „Jedochs“ und „Abers“ laviert, zeigt nur, dass er sich in Wahrheit gar nicht wohlfühlt. Und dann dauert es nicht mehr lange, bis die ersten Diät- und Fitnesstipps kommen – von Leuten, die noch nie ein Gramm zu viel auf den Rippen hatten. 

Kenne deine Vorteile – und nutze sie auch

Daneben hat jeder Übergewichtige etwas, dass er besser kann als Schlanke. Dabei ist nicht mal gemeint, dass Übergewicht unter Umständen für ein längeres Leben sorgt, sondern rein optische Tatsachen:

  • Übergewichtige Frauen haben viel eher die „Sanduhr“-Körperform, die Männer so begehren
  • Übergewichtige Männer wirken viel eher mit Bart und Anzug wie eine Respektsperson

Der Trick ist, genau diese Figur-Vorteile zu kennen und auszunutzen. Sei es beim Flirten, im Beruf oder mit Freunden. Nochmal: Jeder Übergewichtige hat optische Vorteile, die er herausstellen kann. Wer sich nicht sicher ist, welche das sind, sollte eine Vertrauensperson fragen.

Falsche Situationen vermeiden, ganz easy

Natürlich gibt es Situationen, die lassen selbst den bestgekleideten Dicken mit großem Selbstbewusstsein schlicht blöd dastehen – aber diese Klippe kann man umschiffen:

  • Situationen vermeiden, in denen Körpergewicht und –abmessungen zum Problem werden (Fragile Bestuhlung, gewichtskritische Bootsfahrten, Schwimmbad, Flugzeug usw.)
  • Lagen verhindern, in denen das Übergewicht behindert (Sportliche Wettkämpfe, Aktivitäten, bei denen man übermäßig schwitzt, Vorgänge, die maximale Agilität erfordern)

Praktisch ausgedrückt: Die Situation sollte nicht dafür sorgen, dass die eigenen Unzulänglichkeiten einem Publikum präsentiert werden.

Ja, ich esse ein Rahmschnitzel – Problem damit?

Und natürlich muss das Ego auch in Alltagssituationen standhalten. Klar erwarten viele Dünne, dass Dicke allzeit daran feilen sollten, diesen Zustand zu beseitigen – Ignoranz in Bestform, die verkennt, dass es eben genügend Übergewichtige gibt, deren Pfunde ihnen keine Last sind.

Deshalb sollte man auch in der Öffentlichkeit das essen, worauf man Lust hat – und nicht einen mickrigen Salat nehmen, bloß weil andere was Falsches denken können.

  • Gesellschaft und Hobby

    Wie man sich gibt, so wird man wahrgenommen. In diesem Kreis ist es deshalb ebenfalls wichtig, seine Karten richtig zu spielen – sich dort herauszustellen, wo man gut wirkt und in der Masse zu verschwinden, wo das Übergewicht zu präsent wäre. 

    Sich nicht zum Mittelpunkt machen lassen

  • Kein Tabuthema – aber auch nicht Hauptgesprächspunkt

    Weiter oben war die Rede davon, dass man sich nicht aufs Übergewicht reduzieren lassen sollte. Doch der Gedanke trägt noch weiter. Verschämtheit ist hier einmal mehr der Schlüssel. Denn wer sie zeigt, signalisiert, dass er schwach ist, sich für seinen Zustand geniert und ist voller offener Angriffspunkte.

    Wer es richtigmachen will, geht nach der flapsigen Maxime „ja, ich bin dick und weiter?“ , lässt dabei aber nicht zu, dass dieser Zustand Gespräche beherrscht: „Ja, liebe Kollegen, ich bin dick, aber sind wir hier, um darüber zu reden oder über die Jahresabschlusszahlen?“ Übergewicht ist nur in Selbsthilfegruppen das Hauptthema. 

  • Sind wir hier im Kindergarten?

    Vor allem dort, wo das Übergewicht von Anwesenden mit unverhohlener Teenager-Infantilität kommentiert wird, ist Platz für Gegenangriffe. Dabei sollte man ruhig darauf eingehen, wie kindisch man ein solches Verhalten findet.

  • Passende Antworten parat

    Die richtige Antwort ist dabei das A und O. Im Idealfall lässt sie nämlich nicht nur Sprüche ins Leere laufen, sondern gibt die Angreifer der Lächerlichkeit preis. Egal wie die Antwort aussieht, sie muss frech, clever und locker rüberkommen und dem Spötter wie ein Bumerang ins Gesicht fahren. 

  • Keine Stubenhocker-Hobbies

    Ein weiterer Trick ist es, sich Hobbies zu suchen, die nicht nur einem selbst gefallen, sondern der Welt die eigenen Vorteile verdeutlichen.

  • Der Chopperfahrer: Cooler geht’s nicht

    Wie wirkt ein 65-Kilo-Mann auf einer Harley Davidson Fat Boy? Genau, ziemlich deplatziert. Wie wirkt ein 120-Kilo-Mann auf einem solchen Chopper? Exakt, wie ein echter Biker. Chopper sind geradezu prädestiniert dafür, dass man mit Übergewicht auf ihnen sitzt. Denn sie sind selbst ziemlich massig und kraftvoll. 

  • Snowboard, lässig die Piste hinab

    Skier wirken immer etwas fragil. Hier kann das Snowboard punkten – die ohnehin rein optisch coolere Wintersportart. Dies funktioniert aber nur wenn vor dem Gang auf die Piste das geeignete Brett anhand unterschiedlicher Aspekte und Schritte gefunden wird. Neben den zahlreichen wichtigen Auswahlkriterien wie Einsatzort und Fahrniveau ist dabei ein ganz zentraler Punkt die eigene Größe und das Gewicht. Beides kann man durch den Kauf eines härteren, stabileren Boards gezielt dem eigenen Übergewicht anpassen und so, Können vorausgesetzt, zur coolen Pistensau werden.

  • Feuerwehrmann – der XXL-Held

    Freiwillige Feuerwehren gibt es in ganz Deutschland – und alle haben Nachwuchssorgen. Wen es nicht kümmert, dass eine solche Tätigkeit sich negativ auf den Nachtschlaf auswirken kann, hat hier trotz Übergewicht die Möglichkeit, zu einem echten Helden zu werden, der dort reingeht, wo andere flüchten. Da wird das Übergewicht - in gewissen BMI-Grenzen -  zur Nebensache. 

  • Fotografie: Gewicht ist Nebensache

    Hinter der Kamera zählt ausschließlich Können. Genau deshalb bietet sich hier eine Möglichkeit für Übergewichtige, mit diesen Fähigkeiten richtig viel Respekt zu ernten. Dank Digitalfotografie ist der Einstieg heutzutage nicht nur günstig, sondern auch technisch einfach, schließlich kann man so viele Übungsfotos schießen, wie man will. 

  • Die kurvige Möbel-Restaurateurin

    Generell ist Können das, was den allermeisten Menschen viel mehr Respekt abnötigt, als die eigene Figur. In diesen Reigen passen natürlich auch klassische handwerkliche Tätigkeiten. Zwischen günstig ge- und für viel Geld verkauften Möbeln stehen nur einige Stunden mit Sandpapier, Hammer und Lack – und das geht auch mit starkem Übergewicht genauso gefühlvoll wie bei der XS-Fraktion.

  • Das größte Tier der ganzen Band

    Beth Ditto, Barry White, Meatloaf, Cass Elliot und viele, viele weitere sind der Beweis dafür, dass Übergewicht keine Rolle spielt, wenn man singen und/oder ein Instrument spielen kann. Im Gegenteil, im Falle von Ausnahmetalent Adele munkeln so manche Fans nach ihrer medial breitgetretenen Diät gar, dass ihr Gesang gelitten hätte. 

  • Der Mittelalter-Erklärer vom Dienst

    Auch dort, wo man mit Wissen statt Gelenkigkeit punkten kann, wird das Übergewicht zur Formsache. Ob das nun Teilnehmer an Mittelaltermärkten sind, die Besuchern diese Zeit erklären, die Pilotenasse bei Modellflugschauen oder diejenigen, die Anfängern vermitteln, wie man mit Pinsel und Farbe Landschaften auf eine Leinwand zaubert.

    Es gibt abertausende Hobbies abseits von nackter sportlicher Leistung – und in allen davon kann man auch mit einem BMI jenseits der 30 brillieren. Es zählt nur, was man aus seinen eigenen Fähigkeiten macht. 

  • Langzeitplanungen

    Will ich immer so bleiben?

    Dabei sollte man sich aber auch die Frage stellen, ob man bei aller jetzigen Zufriedenheit für immer übergewichtig bleiben möchte. Die Risiken von Altersübergewicht sind bekannt. Doch ob und wie man sie angeht, muss jeder selbst entscheiden. 

  • Grenzen setzen

    Aus Übergewicht muss ja nicht noch mehr Übergewicht werden. Wer seine Figur halten will, kann deshalb lernen, sich Grenzen zu setzen. Ein simpler Trick: Die Woche über auf Süßgetränke verzichten und ersatzweise Mineralwasser konsumieren. Ist gesund und am Wochenende schmeckt Limo umso besser.

  • Sport, ein wenig schadet nie

    Übergewicht belastet die Gelenke – auch wenn man sich jetzt noch topfit fühlt, kann das irgendwann seinen Tribut fordern. Ein wenig Sport ist daher nie verkehrt. Selbst wenn man Abnehmen gar nicht zum Ziel hat. Allein schon deshalb, weil Sport allein kein Übergewicht reduziert.

    Es geht einfach darum, den Körper so fit zu halten, damit er das Zusatzgewicht besser bewältigt. Und das lässt sich schon durch wöchentliches Wandern erzielen. Das kräftigt auch nebenbei noch die Lunge und macht das Treppensteigen vor Publikum einfacher.

  • Akzeptieren, aber nicht rausreden

    Der mit Abstand allerwichtigste Faktor ist dabei einmal mehr die Eigenwahrnehmung. Wer sich in seinem Körper wohlfühlt und auch keine medizinischen Probleme hat, der muss nicht abnehmen um des Abnehmens willen – Punkt. Allerdings sollte man, sobald man anfängt, um seine Probleme herumzureden, anfangen mit dem Abnehmen. Denn dann ist der Wohlfühlpunkt überschritten und man kommt in die Zone, wo man sich das Übergewicht schönredet. 

  • Zeig das mal dem Arzt

    Der Mittelpunkt all dieser Faktoren sollten regelmäßige Arztbesuche sein. Denn Übergewicht belastet den Körper, wenngleich nicht so, wie es viele Fitnessgurus gern darstellen. Der Doc sollte dabei vor allem die kritischen Faktoren – Puls und Blutdruck – im Auge behalten. Solange die in Ordnung sind, ist das Übergewicht nicht riskanter als ein actionreiches Hobby. 

  • Zusammenfassung und Fazit

    Dick-sein ist in der heutigen, oberflächlichen Hochleistungsgesellschaft ein Stigma. Doch nur wer zulässt, dass man ihn stigmatisiert, erlebt alle negativen Auswirkungen davon. Auch mit Übergewicht ist es möglich, sich gut zu kleiden, sexy auszusehen und eine interessante Persönlichkeit zu sein. Wer sich selbst nur bemitleidet und von Diät zu Diät jagt, zerstört sich viel Lebensfreude und erntet dabei oft gar nichts.

Was finden Frauen an Männern sexy?

  • Schwitzen für andere: Viele Menschen quälen sich für die Meinung anderer, obwohl sie selbst zufrieden mit sich sind.

  • Wenn draußen überall das eigene Gewicht im Mittelpunkt steht, entziehen sich viele dieser Dauerbeschallung – und bekommen dann erst recht Probleme.

  • Sich selbst schön zu machen strahlt direkt nach außen aus. Deshalb sollte gelten, kein Tag ohne das „volle Programm“.

  • Wer übergewichtsbedingt im Alltag nur verschämt „Diät“ lebt, zeugt überdeutlich, dass er mit der Situation unzufrieden ist – ein echter Ego-Killer.

  • Wer zeigt, dass man ihn wegen seines Gewichts hänseln kann, öffnet weiterem Spott nur Tür und Tor.

  • Chopper erfordern nicht nur rein optisch „mehr“ Fahrer, sondern unterstreichen diese Masse auch durch Autorität.

  • Unter der Woche nur Mineralwasser zu trinken schwemmt Giftstoffe aus und erlaubt, am Wochenende Cola und Co. gewissensbissfrei zu genießen.

  • Auch wenn einen sonst nichts plagt, sollte man sich regelmäßig checken lassen, um sicherzustellen, dass das so bleibt.