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Kostendschungel

Was darf eigentlich ein faires Girokonto kosten?

Hamburg, 10.07.2017
Bank Geld abheben Konto Automat

Bei einigen Banken fallen bereits Gebühren für's Abheben des eigenen Geldes an. Welche Kosten sind vertretbar, welche nicht?

Die Ertragslage der meisten Banken ist noch immer deutlich schlechter als vor der Finanzkrise. Viele Institute versuchen daher, neue Ertragsfelder zu erschließen.

Besitzer von Girokonten sind dabei oft im Visier: Statt Zinsen zu erhalten, sollen wir oftmals sogar noch Gebühren zahlen. Grundsätzlich ist diese Vorgehensweise aus rechtlicher Sicht zulässig. Der Wettbewerb auf dem Bankenmarkt sorgt allerdings dafür, dass nicht alle Banken in Hamburg Gebühren für ein Girokonto erheben. Für Kunden gilt daher: Die Konditionen vergleichen und im Zweifel zu einer günstigeren Bank wechseln. Auf diese Weise könnt in der Regel auch in und um Hamburg noch ein Girokonto ohne Gebühren finden.

Auch auf den Service achten

Der Preis allein sollte aber nicht entscheidend sein. Wichtig ist beispielsweise auch, wie viele kostenfreie Geldautomaten es in Hamburg und deutschlandweit gibt. Denn es macht natürlich keinen Sinn, die Kontoführungsgebühren einzusparen und dafür regelmäßig beim Geldabheben zahlen zu müssen. Um ein Girokonto mit einem fairen Preis zu finden, muss daher etwas Zeit investiert werden. Falls ihr euch in diesem Bereich noch nicht auskennt, empfiehlt es sich zudem, sich zuvor in einem entsprechenden Ratgeber zu informieren. Die Webseite kredite.org bietet beispielsweise einen Ratgeber zum Thema Girokonto.

Welche Gebühren sind für Girokonten zulässig?

Viele Banken versuchen die monatlichen Kosten für die Kunden auf den ersten Blick niedrig zu halten, verlangen dafür aber an anderer Stelle Gebühren. Doch welche Gebühren sind auch rechtlich zulässig?
1. Geld abheben: Grundsätzlich stellt das Geldabheben vom Automaten einen Zahlungsdienst dar. Dies ist im Bürgerlichen Gesetzbuch eindeutig geregelt. Für Zahlungsdienste dürfen Banken generell auch Gebühren verlangen. Aus moralischer Sicht ist es allerdings eher fragwürdig, Gebühren zu verlangen, wenn jemand an sein eigenes Geld möchte. Die meisten Banken verzichten daher auf entsprechende Gebühren.
2. Überweisungen: Auch Überweisungen gelten als Zahlungsdienst. Es gelten daher dieselben Bestimmungen wie beim Geldabheben.
3. Kontoauszüge: Grundsätzlich sind Banken verpflichtet, den Kunden regelmäßig über seinen Kontostand zu informieren. Kontoauszüge müssen daher kostenlos zur Verfügung gestellt werden. Ausnahmen sind nur möglich, wenn Kunden beispielsweise alte Kontoauszüge noch einmal anfordern.
4. Lastschriftrückgaben: Rein rechtlich dürfen die Kosten für Lastschriftrückgaben lediglich demjenigen in Rechnung gestellt werden, der die Lastschrift einlösen möchte. In der Praxis kann das Unternehmen diese Kosten dann allerdings wieder an den Kunden weiterreichen. Doppelte Gebühren - an Bank und Unternehmen - sind aber nicht zulässig.
5. Ersatzkarte: Verlorene Karten müssen von den Banken kostenfrei ersetzt werden. Wer seit dem 1. Januar 2012 dennoch Gebühren für eine neue Karte gezahlt hat, kann das gezahlte Geld auch nachträglich zurückfordern.
Tipp: Kontoführungsgebühren sind grundsätzlich ärgerlich, lassen sich aber zumindest als Werbungskosten von der Steuer absetzen. Voraussetzung ist allerdings, dass das Konto dem Gehaltseingang dient. Dafür ist eine Pauschale von 16 Euro vorgesehen. Liegen die Kosten darüber, muss dies einzeln nachgewiesen werden. Allerdings macht es erst Sinn die Kontoführungsgebühren von der Steuer abzusetzen, wenn die Werbungskostenpauschale von 1.000 Euro bereits erreicht wurde.

So kann das Girokonto gewechselt werden

Jede Bank hat ein mehr oder weniger individuelles Gebührenmodell. Dieses ist aber in der Regel in einem Preis-Leistungsverzeichnis nachzulesen. Dort ist dann beispielsweise zu sehen, ob Überweisungen Geld kosten - und wenn ja wie viel. Vor dem Kontowechsel solltet ihr daher einen ausführlichen Blick in mehrere Verzeichnisse werfen, um das beste Angebot zu finden. Dabei ist zu beachten, dass oftmals ein monatlicher Mindestgeldeingang vorgeschrieben ist. Anschließend empfiehlt es sich, Kontakt mit der neuen Hausbank aufzunehmen. Dort gibt es meist einen eigenen Wechselservice, der dich beim Wechsel der Bank unterstützt. Grundsätzlich gilt: Die alte Bank darf den Kontowechsel nicht blockieren

Was also darf ein faires Girokonto kosten?

Generell sollte ein Girokonto keine oder nur wenig Gebühren kosten. Bei besonders gutem Service ist eine niedrige monatliche Pauschale allerdings zu vertreten. Teilweise verlangen Banken aber auch eine Grundgebühr und rechnen bestimmte Leistungen noch zusätzlich ab. Dies kann dann nicht mehr als fairer Preis für ein Girokonto angesehen werden. Um einen fairen Preis für das eigene Girokonto zu finden, solltest du daher die verschiedenen Angebote in und um Hamburg vergleichen und einen Bankwechsel nicht zu scheuen.