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Radio Hamburg

Darminfektion

EHEC auf Gurke nachgewiesen

EHEC Virus

Der EHEC-Keim unter dem Mikroskop.

Der Durchbruch? Auf einem Gurkenrest in Magdeburg ist der mutierte EHEC-Keim nachgewiesen worden. 

Magdeburg - Auf einem Gurkenrest in einer Mülltonne in Magdeburg haben Experten die mutierte Form des EHEC-Keims nachgewiesen. Dies teilte ein Sprecher des Landesgesundheitsministeriums am Mittwoch mit. Die Mülltonne gehört einer Familie, die an EHEC erkrankt ist. Insgesamt gibt es in Sachsen-Anhalt 32 EHEC-Fälle. Der Familienvater aus Magdeburg war leicht erkrankt, die Mutter wurde in einem Krankenhaus behandelt und ist inzwischen wieder entlassen. Die Tochter leidet derzeit noch unter der besonders schweren Verlaufsform (HUS), hieß es weiter. Wie das Bakterium in die Mülltonne geriet, blieb zunächst unklar. Die Gurkenreste lagen dort schon mindestens eineinhalb Wochen.

Unterdessen gibt es noch keine Entwarnung, aber leichten Optimismus! Das ist die Botschaft von Bundesgesundheitsminister Bahr zur aktuellen EHEC-Situation. Nach seinem Angaben hat der gefährliche Darmkeim bisher 25 Todesopfer bei uns in Deutschland gefordert, und er schließt nicht aus, daß es weitere Todesfälle und Neuinfektionen geben wird. Weil die Zahlen der Neuinfektionen aber zurückgehen ist er optimistisch und geht davon aus, daß das Schlimmste überstanden ist.
Die Bundesregierung will trotz massiver Kritik am EHEC-Krisenmanagement vorerst keine zentrale Seuchenbekämpfung schaffen. "Ich habe keinen Anlass, an der Zusammenarbeit zwischen Bund und Ländern zu zweifeln", sagte Gesundheitsminister Daniel Bahr (FDP) nach einem Sondertreffen der Verbraucher- und Gesundheitsminister in Berlin.

Gemüsewarnung wird weiterhin aufrecht erhalten

Die Infektionswelle sei der schwerste jemals beobachtete EHEC- Ausbruch in Deutschland und Europa, teilten die Minister nach dem Treffen mit. Bisher seien 1959 Fälle registriert, davon 689 mit besonders schwerem Verlauf, sagte Bahr am Mittwochmittag im Bundestag. Es sei nicht auszuschließen, dass es weitere Todesfälle und Neuinfektionen gebe. Daher könne noch keine Entwarnung gegeben werden. Das Robert Koch-Institut habe aber zurückgehende Zahlen von Neuinfektionen festgestellt. Warnungen vor dem Verzehr von rohen Gurken, Tomaten, Salat und Sprossen müssten aufrechterhalten werden. Die Hinweise auf einen gesperrten Biohof in Niedersachsen als mögliche Quelle der Epidemie verdichteten sich. Eine dritte Mitarbeiterin des Betriebs sei im Mai vermutlich an dem Darmkeim erkrankt gewesen, sagte Niedersachsens Agrarminister Gert Lindemann (CDU). Vorher war bereits die EHEC-Infektionen einer Mitarbeiterin des Herstellers von Sprossengemüse bekannt, eine zweite litt an Durchfall. Auch zwei EHEC-Patienten in Cuxhaven wiesen Verbindungen zu dem Hof auf. Dieser hatte meist über Zwischenhändler Sprossen an Restaurants, Hotels und Kantinen geliefert, deren Gäste teils dutzendfach an EHEC erkrankten. In Sprossen-Proben fanden sich aber bisher keine EHEC-Erreger.

Erste Hinweise auf Ursache für schwere EHEC/HUS-Verläufe

Mediziner der Universitätskliniken Greifswald und Bonn haben Hinweise auf die Ursache schwerer Verläufe bei EHEC-Patienten mit dem HU-Syndrom gefunden. Vieles deute darauf hin, dass neben dem Giftstoff Shigatoxin auch die Bildung von Autoantikörpern für schwere Schädigungen verantwortlich sei, sagte Mediziner Andreas Greinacher. Die Autoantikörper erhöhten einen Gerinnungsfaktor, was die Durchblutung von Gehirnregionen und der Nebennieren einschränke.

Informationen und Schutz vor EHEC

Das Zentrum für Gesundheits- und Infektionsschutz (ZGI) im Niedersächsischen Landesgesundheitsamt steht Ihnen für Fragen telefonisch unter der Info-Hotline 0511/4505-555 zur Verfügung.
Die aktuellsten Informationen zu EHEC veröffentlicht auch das Robert-Koch-Institut.

Das Zentrum in Hamburg informiert außerdem über die wichtigsten Fragen und gibt Antworten, die Sie vor dem Erreger schützen. Fazit: Unbedingte Sauberkeit und ständiges Händewaschen sind in der nächsten Zeit lästige, allerdings auch wichtige Pflicht. In dieser Klickgalerie haben wir die wichtigsten Schutzinformationen und Wissenswertes für Sie zusammengestellt:

Gefährliches Darmbakterium EHEC

Alles Wissenswerte rund um die Krankheit

  •  Wo kann ich mich anstecken?
    Die Erreger leben im Darm von Säugetieren, folglich werden sie über den Kot der Tiere übertragen. Rohe Fleischprodukte oder andere Lebensmittel, die mit dem Keim verunreinigt sind, können ein Ansteckungsherd sein.

  • Wie kann ich Gemüse, Fleisch und Rohmilchprodukte nun sorgenfrei genießen?
    Das A und O ist, dass Verbraucher auf die richtige Küchenhygiene achten: Es gilt, Obst und Gemüse vor dem Verzehr gründlich zu waschen, Fleisch gut durchzugaren und Rohmilchprodukte vorerst zu meiden. Außerdem ist es ratsam, Küchengeräte, mit denen zum Beispiel Gemüse oder Fleisch zerkleinert wurde, sorgfältig zu reinigen – am besten in der Spülmaschine. Auch die Küchenarbeitsfläche sollte regelmäßig gesäubert werden. Denn Bakterien vermehren sich gerade bei Wärme sehr schnell.

  •  Wie kann ich mich im Alltag schützen?
    Da auch der Mensch die Bakterien überträgt, ist eine intensive Händehygiene unabdingbar: Waschen Sie sich regelmäßig ihre Hände, insbesondere nach der Toilettennutzung, am besten mindestens 30 Sekunden lang mit Seife und warmem Wasser – ein handelsübliches Händedesinfektionsmittel ist eine sehr gute Ergänzung. Achten Sie darauf, dass sich auch Ihre Kinder regelmäßig die Hände waschen und dass die Kleinen den Kontakt beispielsweise mit Streichelzoo-Tieren derzeit meiden.

  • Was tun, wenn ich jetzt plötzlich Bauchschmerzen und/oder Durchfall bekomme?
    Geraten Sie nicht in Panik, denn dies muss nicht zwangsläufig eine Infektion mit dem EHEC-Erreger sein. Suchen Sie jedoch unverzüglich einen Arzt auf oder fahren Sie in ein Krankenhaus. Eine Stuhlprobe gibt Klarheit über die Art der Erkrankung.

  • Welche Beschwerden sind kennzeichnend?
    Starke Bauchschmerzen einhergehend mit Übelkeit, fleischwasserfarbigem oder blutigem Durchfall sind die Symptome einer Ansteckung mit dem EHEC-Erreger.

  • Wie verläuft eine Therapie?
    Betroffene werden symptomatisch behandelt, zum Beispiel mit Infusionen, um den Flüssigkeits- und Mineralstoffverlust auszugleichen. Eine Therapie mit einem Antibiotikum könnte die Bakterienausscheidung verlängern und die Toxinbildung vermehren, deshalb wird auf ein Antibiotikum verzichtet. Besonders gefährdet, das HUS zu erleiden, sind vor allem Kleinkinder und ältere Personen, deren Immunsystem schwach ist. Sie erhalten eine besondere Beobachtung während der Erkrankung. Im schlimmsten Fall muss ein HUS mit Blutwäsche und Bluttransfusionen behandelt werden. (Quelle: Diagnostik Zentrum Fleetinsel Hamburg)