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Radio Hamburg

Darmkrankheit EHEC

Erbgut entschlüsselt

Mikroskopaufnagme von EHEC

So sieht der EHEC-Erreger unter dem Mikroskop der Wissenschaftler aus.

Wissenschaftlern aus Hamburg und China ist es gelungen, das Genom des EHEC-Erregers zu entschlüsseln.

Hamburg - Etappenerfolg für die Ärzte im Kampf gegen EHEC. Wissenschaftlern des Universitätsklinikums Eppendorf ist es zusammen mit Forschern aus China gelungen, das Erbgut des EHEC-Bakteriums zu entschlüsseln. Damit haben sie einen ersten Angriffspunkt bei der Entwicklung einer Therapie gegen die gefährliche Darmkrankheit.

Demnach handele es sich um eine gefährliche "Chimäre" - eine Art Kreuzung -, die Eigenschaften zweier Erregertypen in sich vereint. Diese lösten das hämolytisch-urämische Syndrom (HUS) aus, der besonders schweren Verlaufsform der Krankheit, erläuterte Rohde. Für die Entstehung des Hybrid-Klons haben allem Anschein nach zwei Bakterien Teile ihrer Erbsubstanz miteinander ausgetauscht. Damit gehen Eigenschaften eines Keimes auf andere über, es kommt zu Mischformen - den Chimären. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) in Genf betonte, dieser Hybrid-Klon sei noch nie beobachtet worden. Forscher des Universitätsklinikums in Münster, wo jüngst ein EHEC-Schnelltest entwickelt worden war, zeigten sich optimistisch. "Wir erhoffen uns im Laufe der nächsten Woche Hinweise zur Verhinderung weiterer Infektionen", sagte Prof. Dag Harmsen dem Radiosender HR-Info.

Spanien fordert weiter Schadenersatz. Bundeskanzlerin Angela Merkel verteidigte das Vorgehen der deutschen Behörden. In einem Telefonat mit Ministerpräsident José Luis Rodríguez Zapatero zeigte die Kanzlerin Verständnis für die wirtschaftliche Notlage des spanischen Gemüsesektors.

Insgesamt 17 Menschen sind in Deutschland bereits an den schweren Folgen der Krankheit gestorben. In Hamburg gibt es mittlerweile drei Tote. Rund 700 Hamburger haben sich mit EHEC infiziert. Über 100 von ihnen haben HUS. Viele werden im Universitätsklinikum Eppendorf behandelt.

 

Informationen und Schutz vor EHEC

Das Zentrum für Gesundheits- und Infektionsschutz (ZGI) im Niedersächsischen Landesgesundheitsamt steht Ihnen für Fragen telefonisch unter der Info-Hotline 0511/4505-555 zur Verfügung.
Die aktuellsten Informationen zu EHEC veröffentlicht auch das Robert-Koch-Institut.

Das Zentrum in Hamburg informiert außerdem über die wichtigsten Fragen und gibt Antworten, die Sie vor dem Erreger schützen. Fazit: Unbedingte Sauberkeit und ständiges Händewaschen sind in der nächsten Zeit lästige, allerdings auch wichtige Pflicht. In dieser Klickgalerie haben wir die wichtigsten Schutzinformationen und Wissenswertes für Sie zusammengestellt:

Gefährliches Darmbakterium EHEC

Alles Wissenswerte rund um die Krankheit

  •  Wo kann ich mich anstecken?
    Die Erreger leben im Darm von Säugetieren, folglich werden sie über den Kot der Tiere übertragen. Rohe Fleischprodukte oder andere Lebensmittel, die mit dem Keim verunreinigt sind, können ein Ansteckungsherd sein.

  • Wie kann ich Gemüse, Fleisch und Rohmilchprodukte nun sorgenfrei genießen?
    Das A und O ist, dass Verbraucher auf die richtige Küchenhygiene achten: Es gilt, Obst und Gemüse vor dem Verzehr gründlich zu waschen, Fleisch gut durchzugaren und Rohmilchprodukte vorerst zu meiden. Außerdem ist es ratsam, Küchengeräte, mit denen zum Beispiel Gemüse oder Fleisch zerkleinert wurde, sorgfältig zu reinigen – am besten in der Spülmaschine. Auch die Küchenarbeitsfläche sollte regelmäßig gesäubert werden. Denn Bakterien vermehren sich gerade bei Wärme sehr schnell.

  •  Wie kann ich mich im Alltag schützen?
    Da auch der Mensch die Bakterien überträgt, ist eine intensive Händehygiene unabdingbar: Waschen Sie sich regelmäßig ihre Hände, insbesondere nach der Toilettennutzung, am besten mindestens 30 Sekunden lang mit Seife und warmem Wasser – ein handelsübliches Händedesinfektionsmittel ist eine sehr gute Ergänzung. Achten Sie darauf, dass sich auch Ihre Kinder regelmäßig die Hände waschen und dass die Kleinen den Kontakt beispielsweise mit Streichelzoo-Tieren derzeit meiden.

  • Was tun, wenn ich jetzt plötzlich Bauchschmerzen und/oder Durchfall bekomme?
    Geraten Sie nicht in Panik, denn dies muss nicht zwangsläufig eine Infektion mit dem EHEC-Erreger sein. Suchen Sie jedoch unverzüglich einen Arzt auf oder fahren Sie in ein Krankenhaus. Eine Stuhlprobe gibt Klarheit über die Art der Erkrankung.

  • Welche Beschwerden sind kennzeichnend?
    Starke Bauchschmerzen einhergehend mit Übelkeit, fleischwasserfarbigem oder blutigem Durchfall sind die Symptome einer Ansteckung mit dem EHEC-Erreger.

  • Wie verläuft eine Therapie?
    Betroffene werden symptomatisch behandelt, zum Beispiel mit Infusionen, um den Flüssigkeits- und Mineralstoffverlust auszugleichen. Eine Therapie mit einem Antibiotikum könnte die Bakterienausscheidung verlängern und die Toxinbildung vermehren, deshalb wird auf ein Antibiotikum verzichtet. Besonders gefährdet, das HUS zu erleiden, sind vor allem Kleinkinder und ältere Personen, deren Immunsystem schwach ist. Sie erhalten eine besondere Beobachtung während der Erkrankung. Im schlimmsten Fall muss ein HUS mit Blutwäsche und Bluttransfusionen behandelt werden. (Quelle: Diagnostik Zentrum Fleetinsel Hamburg)