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Radio Hamburg

EHEC-Darmbakterium

Erstes Kind an HUS gestorben

Zum ersten Mal ist in Deutschland ein zweijähriges Kind aus Celle an HUS gestorben.

Hamburg/Celle - Die gute Nachricht zuerst: In Hamburg hat es in den letzten 24 Stunden keinen neuen Fall der gefährlichen EHEC-Verlaufsform HUS (hämolytisch-urämische Syndrom) gegeben. Auch insgesamt nimmt die Zahl der EHEC- Neuerkrankungen bei uns in der Stadt weiter ab. Die schlechte Nachricht: Zum ersten Mal ist jetzt in Deutschland ein Kind an HUS gestorben. Es handelt sich um einen zweijährigen Jungen aus dem niedersächsischen Celle.

Das bislang jüngste vom Robert Koch-Institut registrierte EHEC-Opfer in Deutschland ist 20 Jahrealt. Damit steigt die Zahl der Toten bundesweit auf 36, hier bei uns in Hamburg sind es sechs.

Wie der Celler Amtsarzt Carsten Bauer der "Celleschen Zeitung" bestätigte, starb das Kleinkind am frühen Dienstagmorgen (14.06.2011) infolge von Nierenversagen und einer Auflösung von roten Blutkörperchen. In der Familie seien zudem der zehnjährige Bruder und der Vater an EHEC erkrankt. Diese sind inzwischen aber nach Angaben des Amtsarztes bereits wieder auf dem Weg der Besserung. Wie sich die Familie angesteckt hat, war zunächst noch unklar.

Anzeige gegen Bio-Hof

Unterdessen hat ein Mann aus Münster nun wegen der mit EHEC-Keimen belasteten Sprossen aus Bienenbüttel Anzeige gegen die Betreiber des Bio-Hofes erstattet. Laut Lüneburger "Landeszeitung" prüft die Staatsanwaltschaft derzeit den Vorwurf der fahrlässigen Tötung und gemeingefährlicher Vergiftung. Unterdessen werden immer weniger EHEC- Neuerkrankungen registriert.

Lebenslange Folgen für EHEC-Erkrankte?

Viele der in den vergangenen Wochen an EHEC Erkrankten werden möglicherweise lebenslang unter den Folgen der Infektion leiden. Die Nieren von rund 100 Patienten sind so stark geschädigt, dass die Betroffenen ein neues Organ oder eine lebenslange Blutwäsche brauchen, so der SPD-Gesundheitsexperte Lauterbach am Wochenende.

Gefährliches Darmbakterium EHEC

Alles Wissenswerte rund um die Krankheit

  •  Wo kann ich mich anstecken?
    Die Erreger leben im Darm von Säugetieren, folglich werden sie über den Kot der Tiere übertragen. Rohe Fleischprodukte oder andere Lebensmittel, die mit dem Keim verunreinigt sind, können ein Ansteckungsherd sein.

  • Wie kann ich Gemüse, Fleisch und Rohmilchprodukte nun sorgenfrei genießen?
    Das A und O ist, dass Verbraucher auf die richtige Küchenhygiene achten: Es gilt, Obst und Gemüse vor dem Verzehr gründlich zu waschen, Fleisch gut durchzugaren und Rohmilchprodukte vorerst zu meiden. Außerdem ist es ratsam, Küchengeräte, mit denen zum Beispiel Gemüse oder Fleisch zerkleinert wurde, sorgfältig zu reinigen – am besten in der Spülmaschine. Auch die Küchenarbeitsfläche sollte regelmäßig gesäubert werden. Denn Bakterien vermehren sich gerade bei Wärme sehr schnell.

  •  Wie kann ich mich im Alltag schützen?
    Da auch der Mensch die Bakterien überträgt, ist eine intensive Händehygiene unabdingbar: Waschen Sie sich regelmäßig ihre Hände, insbesondere nach der Toilettennutzung, am besten mindestens 30 Sekunden lang mit Seife und warmem Wasser – ein handelsübliches Händedesinfektionsmittel ist eine sehr gute Ergänzung. Achten Sie darauf, dass sich auch Ihre Kinder regelmäßig die Hände waschen und dass die Kleinen den Kontakt beispielsweise mit Streichelzoo-Tieren derzeit meiden.

  • Was tun, wenn ich jetzt plötzlich Bauchschmerzen und/oder Durchfall bekomme?
    Geraten Sie nicht in Panik, denn dies muss nicht zwangsläufig eine Infektion mit dem EHEC-Erreger sein. Suchen Sie jedoch unverzüglich einen Arzt auf oder fahren Sie in ein Krankenhaus. Eine Stuhlprobe gibt Klarheit über die Art der Erkrankung.

  • Welche Beschwerden sind kennzeichnend?
    Starke Bauchschmerzen einhergehend mit Übelkeit, fleischwasserfarbigem oder blutigem Durchfall sind die Symptome einer Ansteckung mit dem EHEC-Erreger.

  • Wie verläuft eine Therapie?
    Betroffene werden symptomatisch behandelt, zum Beispiel mit Infusionen, um den Flüssigkeits- und Mineralstoffverlust auszugleichen. Eine Therapie mit einem Antibiotikum könnte die Bakterienausscheidung verlängern und die Toxinbildung vermehren, deshalb wird auf ein Antibiotikum verzichtet. Besonders gefährdet, das HUS zu erleiden, sind vor allem Kleinkinder und ältere Personen, deren Immunsystem schwach ist. Sie erhalten eine besondere Beobachtung während der Erkrankung. Im schlimmsten Fall muss ein HUS mit Blutwäsche und Bluttransfusionen behandelt werden. (Quelle: Diagnostik Zentrum Fleetinsel Hamburg)