Lieber User,

anscheinend hast Du einen Ad-Blocker aktiviert oder Javaskript deaktiviert. Um unsere Existenz zu sichern, sind wir als werbefinanzierter privater Radiosender auch im Internet auf Werbung angewiesen. Damit Du auch weiterhin alle Inhalte unserer Webseite nutzen kannst, bitten wir dich, Deinen Ad-Blocker zu deaktivieren oder radiohamburg.de als Ausnahme hinzuzufügen. Sobald Du das gemacht hast, kannst Du unsere Inhalte nach einem Reload der Seite ganz normal weiternutzen.

103.6 Grüße
Dein Radio Hamburg Team


*Sollte diese Meldung fälschlicherweise angezeigt werden, schicke uns bitte eine Mail an adblocker@radiohamburg.de

Es gibt neue Inhalte auf unserer Startseite - jetzt aktualisieren! [Schließen]
Radio Hamburg

EHEC-Erreger kommt aus Spanien

Salatgurken sind Träger

RHH - Expired Image

Spanischen Gurken wurden als Träger der EHEC-Erreger identifiziert.

Das Hamburger Hygiene-Institut hat spanische Salatgurken als Träger der gefährlichen EHEC-Erreger identifiziert.

Hamburg - Auf einer Pressekonferenz am Donnerstagmittag hat Hamburgs Gesundheitssenatorin Cornelia Prüfer-Storcks mitgeteilt, dass Salatgurken aus Spanien als Träger der gefährlichen EHEC-Erreger identifiziert worden sind. Bei drei Gurken aus Spanien sei der Erreger eindeutig festgestellt worden. Die Ergebnisse sollten bei weiteren Messungen überprüft werden. Die Studie ist bislang nur in Hamburg erfolgt und hat nur bedingten Aussagewert für andere betroffene Orte, so die Senatorin. "Es ist nicht auszuschließen, dass auch andere Lebensmittel als Infektionsquelle in Frage kommen" so Cornelia Prüfer-Storcks weiter.

Nach Angaben von Rico Schmidt, dem Sprecher der Gesundheitsbehörde, handelt es sich unter anderem um Gurken der Marke „Pepino Bio Franet“ aus Malaga. Betroffene Ware wird aktuell in Hamburg aus dem Handel genommen, so Prüfer-Storcks. "Wir ziehen alles aus dem Verkehr, was wir diesen Quellen zuordnen können." Die Hamburger Gesundheitsbehörde geht allen denkbaren Vertriebswegen nach. Die Proben stammen vom Hamburger Großmarkt. Die Supermarktkette "Real" reagierte bereits und hat die spanischen Salatgurken aus dem Sortiment genommen.

Wie konnte der Erreger auf die Salatgurke kommen? Rico Schmidt dazu:

"Eine wirkliche Erklärung, wie der Erreger auf die Gurken gekommen ist, haben wir noch nicht. Dazu sind die Erkentnisse noch viel zu frisch. Das bedarf auch der Unterstützung der spanischen Kollegen vor Ort, weil wir natürlich diesen Händlern da vor Ort nicht habhaft werden. Daher geht die Meldung auch weiter an die europäischen Kollegen wie auch an die anderen Bundesländer, um eine Klärung herbei zu führen. Aber da fehlen uns noch die Anhaltspunkte."

Bilderserie: Die Situation auf den Hamburger Wochenmärkten

Auch Dänemark ist betroffen

Der Erreger breitet sich von Norddeutschland nun auch nach Dänemark aus. Wie das Universitätskrankenhaus Aarhus mitteilte, brachten Laborproben den ersten Nachweis einer Erkrankung in dem skandinavischen Land. Der Patient sei aber außer Lebensgefahr. Die Gesundheitsbehörden in Kopenhagen teilten mit, dass bei mindestens sechs weiteren Krankenhauspatienten Verdacht auf eine EHEC-Erkrankung bestehe. Alle Fälle werden in Krankenhäusern im südlichen und mittleren Jütland behandelt.

UKE hat EHEC-Station eingerichtet

Hier bei uns in Hamburg hat die Krankheit bei fast 60 Menschen, die sich mit dem Darm-Keim angesteckt haben, einen schweren Verlauf genommen. Sie sind an dem so genannten hämolytisch-urämischen Syndrom - kurz HUS - erkrankt, bei dem Nierenversagen droht. Das Universitätsklinikum Eppendorf hat sich auf die Situation eingestellt, Direktor Jörg Debatin: "Wir haben eine neue Station im neuen Klinikum als EHEC-Station deklariert, so dass wir dort 28 Betten für Patienten haben, die stationär versorgt werden müssen. Das sind dann alles Patienten mit HUS. Und wir haben dann auch eine Intensivstation mit 12 Betten, zur sozusagen Exklusivbehandlung dieser Patienten, eingerichtet."

Eine an dem Erreger erkrankte 83-jährige Frau ist im Kreis Diepholz gestorben. Das Gesundheitsministerium in Hannover teilte am Dienstag mit, die Seniorin sei seit Mitte Mai wegen eines blutigen Durchfalls stationär behandelt worden. Der Labornachweis habe eine EHEC-Infektion ergeben. Auch zwei weitere  junge Frauen, die wegen des Verdachts auf den Darmkeim behandelt wurden, sind gestorben. Sie hatten ebenfalls die typischen Symptome, die Laborwerte stehen aber noch aus. Ermittlungen des Gesundheitsamtes Diepholz zu den Todesumständen dauerten an.

Klarheit erst nach ungefähr 36 Stunden

Da das Bakterium erst in einer speziellen Bouillon mit einem Antibiotikum angereichert werden muss, kann es bis zu 36 Stunden dauern, bis Gewissheit darüber besteht, ob der Patient auch tatsächlich mit dem EHEC-Bakterium infiziert ist. „Der Keim produziert nicht zuverlässig“, so Dr. Ines Fenner vom Labor Dr. Thomas Fenner „daher wird empfohlen, ihn eine Nacht anzureichern.“ Anschließend kann man durch unterschiedliche Verfahren feststellen, ob es sich um ein EHEC-Bakterium handelt.

Ein Test der Oberflächeneigenschaften des Bakteriums kann Klarheit über den Sereotyp des einzelnen EHEC-Bakteriums bringen. „Am häufigsten kommt der sogenannte o750-Typ vor“, so Ines Fenner. Serotypen sind Untergruppen von, zum Beispiel, Bakterien, die sich in verschiedenen Eigenschaften unterscheiden.

Hier können Sie sich informieren

Das Zentrum für Gesundheits- und Infektionsschutz (ZGI) im Niedersächsischen Landesgesundheitsamt steht Ihnen für Fragen telefonisch unter der Info-Hotline 0511/4505-555 zur Verfügung.

Die aktuellsten Informationen zu EHEC veröffentlicht auch das Robert-Koch-Institut

Das Zentrum in Hamburg informiert außerdem über die wichtigsten Fragen und gibt Antworten, die Sie vor dem Erreger schützen. Fazit: Unbedingte Sauberkeit und ständiges Händewaschen sind in der nächsten Zeit lästige, allerdings auch wichtige Pflicht. In dieser Klickgalerie haben wir die wichtigsten Schutzinformationen und Wissenswertes für Sie zusammengestellt:

Gefährliches Darmbakterium EHEC

Alles Wissenswerte rund um die Krankheit

  •  Wo kann ich mich anstecken?
    Die Erreger leben im Darm von Säugetieren, folglich werden sie über den Kot der Tiere übertragen. Rohe Fleischprodukte oder andere Lebensmittel, die mit dem Keim verunreinigt sind, können ein Ansteckungsherd sein.

  • Wie kann ich Gemüse, Fleisch und Rohmilchprodukte nun sorgenfrei genießen?
    Das A und O ist, dass Verbraucher auf die richtige Küchenhygiene achten: Es gilt, Obst und Gemüse vor dem Verzehr gründlich zu waschen, Fleisch gut durchzugaren und Rohmilchprodukte vorerst zu meiden. Außerdem ist es ratsam, Küchengeräte, mit denen zum Beispiel Gemüse oder Fleisch zerkleinert wurde, sorgfältig zu reinigen – am besten in der Spülmaschine. Auch die Küchenarbeitsfläche sollte regelmäßig gesäubert werden. Denn Bakterien vermehren sich gerade bei Wärme sehr schnell.

  •  Wie kann ich mich im Alltag schützen?
    Da auch der Mensch die Bakterien überträgt, ist eine intensive Händehygiene unabdingbar: Waschen Sie sich regelmäßig ihre Hände, insbesondere nach der Toilettennutzung, am besten mindestens 30 Sekunden lang mit Seife und warmem Wasser – ein handelsübliches Händedesinfektionsmittel ist eine sehr gute Ergänzung. Achten Sie darauf, dass sich auch Ihre Kinder regelmäßig die Hände waschen und dass die Kleinen den Kontakt beispielsweise mit Streichelzoo-Tieren derzeit meiden.

  • Was tun, wenn ich jetzt plötzlich Bauchschmerzen und/oder Durchfall bekomme?
    Geraten Sie nicht in Panik, denn dies muss nicht zwangsläufig eine Infektion mit dem EHEC-Erreger sein. Suchen Sie jedoch unverzüglich einen Arzt auf oder fahren Sie in ein Krankenhaus. Eine Stuhlprobe gibt Klarheit über die Art der Erkrankung.

  • Welche Beschwerden sind kennzeichnend?
    Starke Bauchschmerzen einhergehend mit Übelkeit, fleischwasserfarbigem oder blutigem Durchfall sind die Symptome einer Ansteckung mit dem EHEC-Erreger.

  • Wie verläuft eine Therapie?
    Betroffene werden symptomatisch behandelt, zum Beispiel mit Infusionen, um den Flüssigkeits- und Mineralstoffverlust auszugleichen. Eine Therapie mit einem Antibiotikum könnte die Bakterienausscheidung verlängern und die Toxinbildung vermehren, deshalb wird auf ein Antibiotikum verzichtet. Besonders gefährdet, das HUS zu erleiden, sind vor allem Kleinkinder und ältere Personen, deren Immunsystem schwach ist. Sie erhalten eine besondere Beobachtung während der Erkrankung. Im schlimmsten Fall muss ein HUS mit Blutwäsche und Bluttransfusionen behandelt werden. (Quelle: Diagnostik Zentrum Fleetinsel Hamburg)