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Radio Hamburg

EHEC-Sprossen aus Bienenbüttel

Klage gegen Bio-Hof

Jetzt haben die EHEC-Sprossen auch juristische Folgen für den Bio-Hof in Niedersachsen. 

Hamburg - Die EHEC-Krise ist noch lange nicht ausgestanden. Für die betroffenen Patienten nicht, für uns Gesunde auch nicht, denn tagtäglich erkranken ja noch weitere Menschen und juristisch schon mal gar nicht. Ein Mann aus Münster hat nun wegen der mit EHEC-Keimen belasteten Sprossen aus Bienenbüttel Anzeige gegen die Betreiber des Biohofes erstattet. Laut Lüneburger "Landeszeitung" prüft die Staatsanwaltschaft derzeit den Vorwurf der fahrlässigen Tötung und gemeingefährlicher Vergiftung. Unterdessen werden immer weniger EHEC- Neuerkrankungen registriert.

Und auch die Suche nach der EHEC-Quelle geht weiter. Zwar haben die Ermittler inzwischen zweifelsfrei Keime des neuen, gefährlichen EHEC-Stammes auf Sprossen aus dem Biohof in Bienenbüttel gefunden, aber das Bundesamt für Risikobewertung rät auch vom Verzehr selbstgezogener Keimlinge ab. Denn bis die Infektionsquelle ausgemacht ist, gelten auch sie nicht als sicher. Ungeklärt ist weiterhin, wie die Bakterien auf die Sprossen aus dem Biohof in Bienenbüttel gekommen sind. Entweder hat ein Mitarbeiter den Keim eingeschleppt oder er kam durch das Saatgut oder andere Quellen in den Betrieb.

Unterdessen konnten in Bayern erstmals EHEC-Erreger auf Salat festgestellt werden. Bisher gibt es aber keine Erkenntnisse, dass es sich dabei um den aggressiven Typ handelt.

Lebenslange Folgen für EHEC-Erkrankte?

Viele der in den vergangenen Wochen an EHEC Erkrankten werden möglicherweise lebenslang unter den Folgen der Infektion leiden. Die Nieren von rund 100 Patienten sind so stark geschädigt, dass die Betroffenen ein neues Organ oder eine lebenslange Blutwäsche brauchen, so der SPD-Gesundheitsexperte Lauterbach am Wochenende.

Gefährliches Darmbakterium EHEC

Alles Wissenswerte rund um die Krankheit

  •  Wo kann ich mich anstecken?
    Die Erreger leben im Darm von Säugetieren, folglich werden sie über den Kot der Tiere übertragen. Rohe Fleischprodukte oder andere Lebensmittel, die mit dem Keim verunreinigt sind, können ein Ansteckungsherd sein.

  • Wie kann ich Gemüse, Fleisch und Rohmilchprodukte nun sorgenfrei genießen?
    Das A und O ist, dass Verbraucher auf die richtige Küchenhygiene achten: Es gilt, Obst und Gemüse vor dem Verzehr gründlich zu waschen, Fleisch gut durchzugaren und Rohmilchprodukte vorerst zu meiden. Außerdem ist es ratsam, Küchengeräte, mit denen zum Beispiel Gemüse oder Fleisch zerkleinert wurde, sorgfältig zu reinigen – am besten in der Spülmaschine. Auch die Küchenarbeitsfläche sollte regelmäßig gesäubert werden. Denn Bakterien vermehren sich gerade bei Wärme sehr schnell.

  •  Wie kann ich mich im Alltag schützen?
    Da auch der Mensch die Bakterien überträgt, ist eine intensive Händehygiene unabdingbar: Waschen Sie sich regelmäßig ihre Hände, insbesondere nach der Toilettennutzung, am besten mindestens 30 Sekunden lang mit Seife und warmem Wasser – ein handelsübliches Händedesinfektionsmittel ist eine sehr gute Ergänzung. Achten Sie darauf, dass sich auch Ihre Kinder regelmäßig die Hände waschen und dass die Kleinen den Kontakt beispielsweise mit Streichelzoo-Tieren derzeit meiden.

  • Was tun, wenn ich jetzt plötzlich Bauchschmerzen und/oder Durchfall bekomme?
    Geraten Sie nicht in Panik, denn dies muss nicht zwangsläufig eine Infektion mit dem EHEC-Erreger sein. Suchen Sie jedoch unverzüglich einen Arzt auf oder fahren Sie in ein Krankenhaus. Eine Stuhlprobe gibt Klarheit über die Art der Erkrankung.

  • Welche Beschwerden sind kennzeichnend?
    Starke Bauchschmerzen einhergehend mit Übelkeit, fleischwasserfarbigem oder blutigem Durchfall sind die Symptome einer Ansteckung mit dem EHEC-Erreger.

  • Wie verläuft eine Therapie?
    Betroffene werden symptomatisch behandelt, zum Beispiel mit Infusionen, um den Flüssigkeits- und Mineralstoffverlust auszugleichen. Eine Therapie mit einem Antibiotikum könnte die Bakterienausscheidung verlängern und die Toxinbildung vermehren, deshalb wird auf ein Antibiotikum verzichtet. Besonders gefährdet, das HUS zu erleiden, sind vor allem Kleinkinder und ältere Personen, deren Immunsystem schwach ist. Sie erhalten eine besondere Beobachtung während der Erkrankung. Im schlimmsten Fall muss ein HUS mit Blutwäsche und Bluttransfusionen behandelt werden. (Quelle: Diagnostik Zentrum Fleetinsel Hamburg)