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Radio Hamburg

EHEC und HUS in Hamburg

Sorge um Folgeschäden

Zwar sind die Zahlen der EHEC-Erkrankungen rückläufig, aber jetzt treten Nierenprobleme und neurologische Störungen auf.

Hamburg - Ein neuer Schnelltest soll den lebensgefährlichen Darmkeim EHEC binnen weniger Stunden nachweisen. Wissenschaftler aus Münster haben das Verfahren entwickelt. Experten rechnen mit weiteren Todesfällen. Die meisten Deutschen fühlen sich einer Umfrage zufolge aber nicht durch den Erreger bedroht. Spanien kündigte am Dienstag (31.05.2011) an, Entschädigungen für alle europäischen Landwirte zu verlangen, die wegen EHEC Verluste haben.
Bislang starben in Deutschland mindestens 15 Menschen, 13 davon sind Frauen. Gleichzeitig melden auch andere europäische Staaten immer mehr EHEC-Fälle. Und es ist auch der erste Todesfall im Ausland zu verzeichnen. In Schweden ist eine 50-Jährige an EHEC verstorben.

Erster Hoffnungsschimmer in Hamburg: Endlich sinkt hier die Zahl der Neuerkrankungen mit EHEC.  Sorgen bereiten den Ärzten allerdings die Patienten, die am hämolytisch-urämischen Syndrom (HUS) leiden. Neben Nierenproblemen haben viele Patienten zunehmend auch neurologische Störungen. Christian Gerloff, Neurologe am Universitätsklinikum Eppendorf sagt dazu:

"Wir haben z.B. auch Bilder vom Gehirn gemacht. Wir haben Patienten, die haben deutliche Symptome, die haben aber noch kein Strukturschaden. Das heißt für die besteht definitiv Hoffnung, weil das vielleicht nur ein toxisches Symptom ist, das keinen Schaden machen muss. Wir haben aber auch einzelne Patienten und ich weiß auch von anderen Patienten in Norddeutschland, die bereits kleine Schlaganfälle entwickelt haben, weil kleine Gefäße, ähnlich wie in der Niere, verstopfen. Und das wird dann auch, je nach Ausmaß, bleibende Schäden hinterlassen."

"Hamburg am stärksten betroffen"

Momentan wird im UKE eine Antikörper-Therapie mit Eculizumab bei einigen Schwerkranken getestet. Ob es wirklich hilft, können die Mediziner erst in drei bis vier Wochen sagen. Sie rechnen unterdessen mit weiteren Todesfällen.
Stefan Kluge, Leiter der Intensivmedizin im UKE erklärt:

"Im Gegensatz zu den anderen Bereichen, sehen wir in der Intensivmedizin eine Zunahme der Patienten. Wir betreuen jetzt aktuell 18 Patienten im Erwachsenen-Intensivbereich, von denen acht schwerst erkrankt sind und beatmet werden müssen. Und dies hat in den letzten Tagen doch zugenommen. Wir haben eine enge Kooperation mit den Kollegen aus Hannover, Kiel und Lübeck und Hamburg scheint hier am stärksten betroffen zu sein."

Bundesgesundheitsminister Bahr sieht unterdessen bundesweit die Gefahr einer weiteren Ausbreitung von EHEC. Demnach müssen wir auch mit weiteren Todesopfern rechnen. Bislang sind hier 14 Menschen an Folgen einer Infektion mit EHEC gestorben. Unterdessen melden auch andere europäische Staaten immer mehr EHEC-Fälle.

Klarheit erst nach ungefähr 36 Stunden

Da das Bakterium erst in einer speziellen Bouillon mit einem Antibiotikum angereichert werden muss, kann es bis zu 36 Stunden dauern, bis Gewissheit darüber besteht, ob der Patient auch tatsächlich mit dem EHEC-Bakterium infiziert ist. „Der Keim produziert nicht zuverlässig“, so Dr. Ines Fenner vom Labor Dr. Thomas Fenner „daher wird empfohlen, ihn eine Nacht anzureichern.“ Anschließend kann man durch unterschiedliche Verfahren feststellen, ob es sich um ein EHEC-Bakterium handelt.

Ein Test der Oberflächeneigenschaften des Bakteriums kann Klarheit über den Sereotyp des einzelnen EHEC-Bakteriums bringen. „Am häufigsten kommt der sogenannte o750-Typ vor“, so Ines Fenner. Serotypen sind Untergruppen von, zum Beispiel, Bakterien, die sich in verschiedenen Eigenschaften unterscheiden.

Hier können Sie sich informieren

Das Zentrum für Gesundheits- und Infektionsschutz (ZGI) im Niedersächsischen Landesgesundheitsamt steht Ihnen für Fragen telefonisch unter der Info-Hotline 0511/4505-555 zur Verfügung.

Die aktuellsten Informationen zu EHEC veröffentlicht auch das Robert-Koch-Institut

Das Zentrum in Hamburg informiert außerdem über die wichtigsten Fragen und gibt Antworten, die Sie vor dem Erreger schützen. Fazit: Unbedingte Sauberkeit und ständiges Händewaschen sind in der nächsten Zeit lästige, allerdings auch wichtige Pflicht. In dieser Klickgalerie haben wir die wichtigsten Schutzinformationen und Wissenswertes für Sie zusammengestellt:

Gefährliches Darmbakterium EHEC

Alles Wissenswerte rund um die Krankheit

  •  Wo kann ich mich anstecken?
    Die Erreger leben im Darm von Säugetieren, folglich werden sie über den Kot der Tiere übertragen. Rohe Fleischprodukte oder andere Lebensmittel, die mit dem Keim verunreinigt sind, können ein Ansteckungsherd sein.

  • Wie kann ich Gemüse, Fleisch und Rohmilchprodukte nun sorgenfrei genießen?
    Das A und O ist, dass Verbraucher auf die richtige Küchenhygiene achten: Es gilt, Obst und Gemüse vor dem Verzehr gründlich zu waschen, Fleisch gut durchzugaren und Rohmilchprodukte vorerst zu meiden. Außerdem ist es ratsam, Küchengeräte, mit denen zum Beispiel Gemüse oder Fleisch zerkleinert wurde, sorgfältig zu reinigen – am besten in der Spülmaschine. Auch die Küchenarbeitsfläche sollte regelmäßig gesäubert werden. Denn Bakterien vermehren sich gerade bei Wärme sehr schnell.

  •  Wie kann ich mich im Alltag schützen?
    Da auch der Mensch die Bakterien überträgt, ist eine intensive Händehygiene unabdingbar: Waschen Sie sich regelmäßig ihre Hände, insbesondere nach der Toilettennutzung, am besten mindestens 30 Sekunden lang mit Seife und warmem Wasser – ein handelsübliches Händedesinfektionsmittel ist eine sehr gute Ergänzung. Achten Sie darauf, dass sich auch Ihre Kinder regelmäßig die Hände waschen und dass die Kleinen den Kontakt beispielsweise mit Streichelzoo-Tieren derzeit meiden.

  • Was tun, wenn ich jetzt plötzlich Bauchschmerzen und/oder Durchfall bekomme?
    Geraten Sie nicht in Panik, denn dies muss nicht zwangsläufig eine Infektion mit dem EHEC-Erreger sein. Suchen Sie jedoch unverzüglich einen Arzt auf oder fahren Sie in ein Krankenhaus. Eine Stuhlprobe gibt Klarheit über die Art der Erkrankung.

  • Welche Beschwerden sind kennzeichnend?
    Starke Bauchschmerzen einhergehend mit Übelkeit, fleischwasserfarbigem oder blutigem Durchfall sind die Symptome einer Ansteckung mit dem EHEC-Erreger.

  • Wie verläuft eine Therapie?
    Betroffene werden symptomatisch behandelt, zum Beispiel mit Infusionen, um den Flüssigkeits- und Mineralstoffverlust auszugleichen. Eine Therapie mit einem Antibiotikum könnte die Bakterienausscheidung verlängern und die Toxinbildung vermehren, deshalb wird auf ein Antibiotikum verzichtet. Besonders gefährdet, das HUS zu erleiden, sind vor allem Kleinkinder und ältere Personen, deren Immunsystem schwach ist. Sie erhalten eine besondere Beobachtung während der Erkrankung. Im schlimmsten Fall muss ein HUS mit Blutwäsche und Bluttransfusionen behandelt werden. (Quelle: Diagnostik Zentrum Fleetinsel Hamburg)