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Radio Hamburg

Lieferengpässe bei Novartis-Impfstoff

Alle Grippe-Impfstoffe dürfen gespritzt werden

Hamburg, 12.10.2012
Impfen, Impfstoff

Hamburg und Schleswig-Holstein dürfen jetzt auch in anderes Grippe-Mittel als das von Novartis spritzen.

Ärzte in Hamburg und Schleswig-Holstein dürfen jetzt alle Grippe-Impfstoffe benutzen. Die Krankenkassen haben den Exklusivvertrag mit dem Hersteller Novartis ausgesetzt.

Die Krankenkassen erlauben den Ärzten in Hamburg und Schleswig-Holstein ab sofort, alle Grippe-Impfstoffe zu benutzen. Der Exklusivvertrag mit dem Pharmakonzern Novartis wurde ausgesetzt. Doch soll nun nicht jeder gleich für den Impfstoff in die Praxen rennen.

Lieferverpflichtung nicht nachgekommen

Angesichts von Engpässen dürfen die Ärzte in Hamburg und Schleswig-Holstein nun auf alle Grippe-Impfstoffe zurückgreifen, um die Versorgungssicherheit der Bevölkerung wiederherzustellen. Die Krankenkassen setzten den Exklusivvertrag mit dem Hersteller Novartis einseitig außer Kraft. Novartis sei seinen Lieferverpflichtungen nachweislich nicht nachgekommen, sagte AOK Nordwest-Vorstand Dieter Paffrath am Donnerstag in Kiel. Sobald der Pharmakonzern voll liefern könne - voraussichtlich Anfang Dezember - müssten die Ärzte aber den Impfstoff Begripal von Novartis verwenden.

Nicht gleich morgen zum Arzt rennen

Mit der Freigabe ist der Mangel aber noch nicht sofort behoben. Viele Hersteller hätten wegen des Exklusivvertrages mit Novartis selber keine eigenen großen Impfstoffmengen produziert, erläuterte Paffrath. Er bat deshalb die Bevölkerung umetwas Geduld und "nicht gleich morgen die Arztpraxen zu stürmen". 

Der Versorgungsgrad mit Grippe-Impfstoff Stand 8. Oktober betrug in Hamburg 15,3 Prozent und in Schleswig-Holstein 16,8 Prozent - bezogen auf die bestellten Mengen. In den beiden Bundesländern sind jedes Jahr etwa 750.000 bis 800.000 Impfeinheiten notwendig. Paffrath verwies auf Spekulationen, dass Novartis möglicherweise Impfstoff-Chargen von Begripal zurückhalte, um einen anderen Impfstoff, der am Markt Akzeptanzprobleme habe, durchzusetzen. Gemeint ist Optaflu, das vom Paul Ehrlich Institut für den deutschen Markt zugelassen wurde. Es gibt Diskussionen darüber, ob Optaflu krebserregend sein könnte. So hat Novartis bislang 35 Prozent Optaflu, das laut Experten in der Herstellung günstiger sein soll, und nur 27 Prozent Begripal ausgeliefert.

Schadensersatzklagen erwartet

Im Streit zwischen den Kassen und Novartis drohen Schadensersatzprozesse. In einer E-Mail lehnte Novartis am Donnerstagmittag laut Paffrath eine einvernehmliche Aussetzung des Exklusivvertrages ab, um keine Gewinnverluste zu erleiden. Sollte Novartis Schadensersatz verlangen, würden die Kassen prüfen, ob sie entstandene Mehrkosten von Novartis ersetzt bekommen wollen, sagte Paffrath. Rabattverträge haben sich nach seinen Angaben generell bewährt. Die AOK habe dadurch 1,4 Milliarden Euro erwirtschaftet. Dagegen beurteilte Schliffke aus ärztlicher Sicht die Vorgabe, nur ein bestimmtes Medikament verschreiben zu dürfen, kritisch. Die medizinischen Behandlungsmöglichkeiten würden eingeschränkt.

Die Kassenvertreter ließen offen, ob im nächsten Jahr erneut ein Exklusivvertrag für einen Grippe-Impfstoff ausgeschrieben werden soll.

Wer muss warum gegen Grippe geimpft werden?

Wir haben mit Christian Meyer vom Hamburger Tropeninstitut gesprochen, wer eigentlich die Grippeschutz-Impfung braucht:

"Es wird die Impfung allen Menschen ab 60 Jahren empfohlen, Schwangeren und dann Menschen mit erhöhter gesundheitlicher Gefährdung z.B. chronische Lungenkrankheiten, Asthma, chronische Herzkreislauf-, Leber- und Nierenkrankheiten usw."

Wer sollte sich noch impfen lassen?

Meyer: "Medizinisches Personal ist lediglich zu 25 Prozent geimpft. Das ist definitiv zu wenig, weil Ärzte und anderes medizinisches Personal mit vorerkrankten Menschen haben und so die Influenza leichter übertragen können."

Wie viele Menschen lassen sich jährlich in Deutschland impfen?

Meyer: "Auf jeden Fall zu wenig. Noch nicht einmal die Hälfte der Menschen in Deutschland ist geimpft."

 

(aba)