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Radio Hamburg

Stiftung Warentest

Wie gut sind rezeptfreie Medikamente?

Hamburg, 18.09.2013
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Rezeptfreie Medikamente helfen zum Beispiel bei Kopfschmerzen und grippalen Infekten. Aber sind sie wirklich dafür geeignet?

Stiftung Warentest hat rezeptfreie Medikamente getestet und viele von ihnen sind durchgefallen. Hier finden Sie eine Liste der wenig geeigneten Medikamente.

Gegen Erkältungs-Krankheiten gibt es in der Apotheke jede Menge rezeptfreie Medikamente, häufig sind es sogenannte Kombi-Präparate. Laut Stiftung Warentest sind darin immer mehrere Wirkstoffe drin, von denen der Patient aber meist nur einen oder zwei benötigt.

Was sagen Experten?

Johanna Lederer, arbeitet für die Stiftung und ist Apothekerin. Wir fragen sie, ob die Medikamente trotz der Einstufung "wenig geeignet", trotzdem wirken. Johanna Lederer antwortet: "Das bedeutet nicht unbedingt wirkungslos, also dass ein Schnupfenmittel zum einnehmen kann auch dazu führen, dass die Nase abschwillt und freier wird. Aber man kann den gleichen Effekt auch mit einem örtlich angewendeten Mittel erreichen, das dann insgesamt erträglicher ist.

Durchgefallene Medikamente

Viele der bei Stiftung Warentest durchgefallenen Medikamente finden Sie auf dieser Seite zum Durchklicken.

(Stiftung Warentest/ iw/ kru)

Stiftung Warentestergebnisse

Lister der wenig geeigneten rezeptfreien Medikamente

  • Abtei Abführkapseln SN

    Abtei Abführkapseln SN sollen bei Verstopfung helfen.

    Stiftung Warentest sagt: Wenig geeignet bei Verstopfung. Rizinusöl wirkt drastischer als geeignete Mittel und kann häufiger Nebenwirkungen auslösen.

    Alternative: Verträgliche Abführmittel sind Flohsamen, Laktulose oder Macrogol.

     

    Quelle: Stiftung Warentest

  • Aspirin Complex Granulat

    Aspirin Complex Granulat soll gegen Schnupfen mit Schmerzen und Fieber im Rahmen einer Erkältung helfen.

    Stiftung Warentest sagt: Nicht sinnvolle Kombination aus einem Schmerzmittel und einem anregenden Mittel, das über die Blutbahn im ganzen Körper verteilt wird und dabei auch die Schleimhäute abschwillt.

    Alternative: Gegen Schmerzen und Fieber reicht Azetylsalizylsäure allein. Bei Schnupfen ist die kurzzeitige Anwendung von abschwellenden Nasentropfen verträglicher.

     

    Quelle: Stiftung Warentest

  • Dobendan Strepsils Dolo bzw. Dolo-Dobendan Lutschtabletten

    Dobendan Strepsils Dolo bzw. Dolo-Dobendan Lutschtabletten soll Halsschmerzen lindern.

    Stiftung Warentest sagt: Nicht sinnvolle Kombination. Antiseptika wie Cetylpyridiniumchlorid sind gegen Viren nur lückenhaft oder gar nicht wirksam. Bakterien in tieferen Schleimhautschichten werden nicht erreicht. Das schmerzstillende Benzokain kann leicht Allergien hervorrufen.

    Alternative: Lutschtabletten mit Lidokain oder Ambroxol wirken schmerzlindernd.

     

    Quelle: Stiftung Warentest

  • Doppelherz Abführ-Kapseln Rizinol 1000 mg

    Doppelherz Abführ-Kapseln Rizinol 1000 mg sollen bei Verstopfung helfen.

    Stiftung Warentest sagt:

    Wenig geeignet bei Verstopfung. Rizinusöl wirkt drastischer als geeignete Mittel und kann häufiger Nebenwirkungen auslösen.

    Alternative: Geeignete verträgliche Mittel sind Flohsamen, Laktulose oder Macrogol.

     

    Quelle: Stiftung Warentest

  • Gaviscon Advance Pfefferminz Suspension

    Gegen Sodbrennen soll die Gaviscon Advance Pfefferminz Suspension helfen.

    Stiftung Warentest sagt: Wenig geeignet bei Sodbrennen. Nicht sinnvolle Kombination. Kaliumhydrogenkarbonat kann selbst Magenbeschwerden auslösen und den Kaliumspiegel im Blut erhöhen.

    Alternative:Ranitidin, Omeprazol und Pantoprazol wirken Sodbrennen zuverlässig entgegen. Deutliche Besserung bei Ranitidin nach ca. einer Stunde, bei Omeprazol und Pantoprazol nach ca. einem Tag. Antazida eignen sich für die Akutbehandlung bei leichteren Beschwerden. Sodbrennen nicht länger als zwei Wochen ohne Arzt behandeln.

    Quelle: Stiftung Warentest

  • Lento Nit K Augentropfen

    Bei Lisentrübung sollen die Lento Nit K Augentropfen helfen.

    Stiftung Warentest sagt: Wenig geeignet bei Linsentrübung (grauer Star). Die therapeutische Wirksamkeit ist nicht ausreichend nachgewiesen.

    Alternative:Das durch einen grauen Star verringerte Sehvermögen lässt sich nur mit einer Operation verbessern.

     

    Quelle: Stiftung Warentest

  • Otalgan Ohrentropfen

    Otalgan Ohrentropfen soll bei Ohrenschmerzen und Mittelohrentzündungen zur Heilung beitragen.

    Stiftung Warentest sagt: Wenig geeignet bei Ohrenschmerzen und Mittelohrentzündung. Nicht sinnvolle Kombination.

    Alternative: Unklare Ohrenschmerzen nicht selbst mit Tropfen behandeln. Schmerzen lassen sich bis zum Arztbesuch mit Ibuprofen oder Parazetamol lindern.

     

    Quelle: Stiftung Warentest

  • Paranix Spray

    Bei Läusen soll das Paranix Spray Abhilfe schaffen.

    Stiftung Warentest sagt: Wenig geeignet bei Läusebefall, nicht sinnvolle Kombination. Ylang-Ylang ist ein Duftstoff mit hohem Allergie-Potenzial. Bei Anwendung als Spray können die Wirkstoffe versehentlich eingeatmet werden. Bei empfindlichen Personen sind Asthmaanfälle möglich.

    Alternative: Lösungen zum Auftragen auf die Haare mit Permethrin oder Dimeticon.

    Quelle: Stiftung Warentest

  • Pyolysin Salbe

    Bei Mundschleimhaut- und Zahnfleisch­entzündung verspricht Pyolysin Salbe Besserung.

    Wenig geeignet bei Mundschleimhaut- und Zahnfleischentzündung, weil die therapeutische Wirksamkeit nicht ausreichend nachgewiesen ist. Salizylate sollten in der Mundhöhle nicht angewendet werden.

    Alternative: Lidokain oder Polidocanol lindern akute Schmerzen. Chlorhexidin wirkt desinfizierend und kann bei Entzündungen die Heilung unterstützen

     

    Quelle: Stiftung Warentest

  • Reactine duo Retardtabletten

    Allergischer Schnupfen wird oftmals mit Reactine duo Retardtabletten behandelt.

    Stiftung Warentest sagt: Wenig geeignet bei allergischem Schnupfen. Wenig sinnvolle Kombination aus einem wenig bis nicht müde machenden Antihistaminikum und einem anregenden Stoff, der über die Blutbahn im ganzen Körper verteilt wird und dabei auch die Schleimhäute abschwillt. Bei Daueranwendung kann es zu schwerwiegenden Nebenwirkungen kommen.

    Alternative:Tabletten, Tropfen oder Saft mit Cetirizin oder Loratadin bei akuten Beschwerden. Cromoglizinsäure als Nasenspray zur Vorbeugung (früh genug mit der Behandlung beginnen, unkonservierte Präparate bevorzugen).

     

    Quelle: Stiftung Warentest

  • Rhinopront Kombi Tabletten

    Rhinopront Kombi Tabletten sollen bei Schnupfen helfen.

    Stiftung Warentest sagt: Wenig geeignet bei Schnupfen. Nicht sinnvolle Kombination.

    Alternative:Bei Schnupfen ist die kurzzeitige Anwendung von abschwellenden Nasentropfen verträglicher.

     

    Quelle: Stiftung Warentest

  • Tannacomp Tabletten

    Tannacomp Tabletten sollen Durchfall lindern.

    Stiftung Warentest sagt: Wenig geeignet bei akutem Durchfall, weil die therapeutische Wirksamkeit nicht ausreichend nachgewiesen ist. Beide Inhaltsstoffe können leicht Allergien auslösen.

    Alternative: Als Basistherapie Elektrolytlösung, bei schmerzhaften Darmkrämpfen ab einem Alter von 12 Jahren auch kurzzeitig Loperamid.

     

    Quelle: Stiftung Warentest

  • WICK DayMed Erkältungs-Getränk für den Tag und WICK DayMed Erkältungs-Kapseln für den Tag

    Diese WICK DayMed -Produkte versprechen Linderung bei Erkältungen.

    Stiftung Warentest sagt: Nicht sinnvolle Kombination aus einem Schmerzmittel, einem Hustenmittel und einem anregenden Mittel, das über die Blutbahn im ganzen Körper verteilt wird und dabei auch die Schleimhäute abschwillt.

    Alternative: Die einzelnen Erkältungssymptome sollten besser getrennt behandelt werden. Siehe auch Doregrippin.

     

    Quelle: Stiftung Warentest

  • WICK MediNait Erkältungssaft für die Nacht

    Auch WICK MediNait Erkältungssaft für die Nacht soll Erkältungen lindern.

    Stiftung Warentest sagt: Wenig geeignet bei Erkältung und grippalen Infekten, weil das Mittel nicht sinnvoll zusammengesetzt ist. Hoher Alkoholgehalt.

    Alternative:Die einzelnen Erkältungssymptome sollten besser getrennt behandelt werden. Siehe auch Doregrippin.

     

    Quelle: Stiftung Warentest

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