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Radio Hamburg

So eine Sch...!

Das Norovirus hat uns im Griff

Hamburg, 19.12.2016
Norovirus

Das Norovirus hat momentan ganz Norddeutschland im Griff.

Überall hört man es dieser Tage stöhnen: das Norovirus geht um. 24-Stunden-Ausnahmezustand und was Ihr dagegen tun könnt.

Ehrlich, ich bin nicht zimperlich. Bei zwei Kindern ist man einiges gewöhnt. Viren, Bakterien und andere kleine Mikroben haben bei uns quasi das Gästezimmer bezogen und von Oktober bis Ostern wird man die eh immer schwierig los. Aber: dieser Winter ist der Hammer. Wir schleppen uns von einem Schnupfen zur nächsten Bronchitis, schrammen an der Lungenentzündung vorbei, begrüßen die Bindehautentzündung und jetzt noch das: Norovirus! Irgendwie möchte ich mich am liebsten weinend in Embryonalstellung auf den Boden legen und mich mit Desinfektionsmittel begießen lassen. Denn dieser Virus hat es dieses Jahr in sich und ist scheinbar überall.

Hab ich noch genug Bettwäsche?

Ein kleiner Einblick in meine letzte Woche: Nach 12 Monaten Elternzeit fieberte ich gespannt meinem ersten Arbeitstag hier in der Online-Redaktion entgegen, aber dann... Kurz nach Mitternacht, blubberte unsere Tochter Frida (3) ein unverständliches Mama ins Babyphone. Im Sprint (Usain Bolt wäre stolz gewesen) erreichte ich das Kinderzimmer - ein Blick ins Kinderbett genügte. Kind, Kuscheltiere, Decke, Kissen - alles war besudelt. Da dachten wir noch an einen verdorbenen Magen. Nach der Grundreinigung von Kind und Bett, zog die Kleine in unser Schlafzimmer um. Nun, ca. 2 Stunden später die gleiche Prozedur. Wieder Kind abduschen, wieder alles abziehen, gleich noch eine Maschine Wäsche anstellen, wieder hinlegen. Eine Stunde später klingelte der Wecker. Und der bange Blick in den Schrank: Wieviel Wechsel-Bettwäsche ist noch da?

Ungefähr 24 Stunden später ging es bei unserem Sohn los. Nein, nicht zu Hause, sondern in einem Geschäft - wie soll es auch anders sein. Mama bespuckt, Kalle (1) hätte man am besten komplett mit Klamotten in die Badewanne stecken müssen. Zurück nach Hause, im Auto nochmal das Gleiche - ein Traum.

Lange Rede... nach jeweils 24 Stunden waren die Kinder wieder fit und dann ging es bei meinem Mann los, einen Tag später bei mir. Echt eine Woche zum Abgewöhnen. Hätten wir der Norovirus-Hölle entkommen können?

Kauft Desinfektionsmittel-Aktien!

Wahrscheinlich hätte es uns früher oder später schon erwischt, denn jeder um uns herum, wurde von Magen-Darm-Krämpfen heimgesucht. Allein in Niedersachsen (da lebe ich) ist die Zahl der Norovirus-Erkrankungen ungewöhnlich stark angestiegen. Im November wurden 865 Fälle gemeldet nach 455 im Vorjahresmonat. Der Dezember schickt sich an, neue Rekorde zu brechen. Trotzdem hätten wir uns besser schützen können. Hier meine Tipps, um das Norovirus länger vor der Haustür warten zu lassen.

Gesundheit

So bekämpft Ihr das Norovirus

  • Da die Inkubationszeit für das Norovirus nur wenige Stunden beträgt, ist hoch frequentiertes Händewaschen Pflicht. Nach dem Einkaufen, der Fahrt mit der Bahn oder dem Auto, wenn die Kids aus der Kita oder Schule kommen - einfach immer. Desinfektionsmittel muss bei Kindern nicht sein, aber Ihr solltet es in der Hochphase der Ansteckung vor allem nach dem Toilettenbesuch benutzen.

  • Seid unhöfflich! Bitte kein Händeschütteln, kein Umarmen.

  • Am besten täglich Handtücher wechseln und jedes Familienmitglied sollte ein eigenes Handtuch fürs Hände abtrocknen haben.

  • Bitte teilt Euch kein Essen oder trinkt aus derselben Flasche.

  • Vermeidet unbedingt den Kontakt zu kleinen Kindern oder Säuglingen und wenn es nicht anders geht, dann vorher bitte immer die Hände desinfizieren. Gerade die Kleinsten können den Flüssigkeitsverlust, der bei einer Magen-Darm-Erkrankung auftritt, schlecht oder nicht ausgleichen.

Mittel gegen den Virus

Falls Ihr viel Flüssigkeit verliert und auch nichts bei Euch behalten könnt, holt Euch Elektrolytlösung und Kohletabletten in der Apotheke. "Imodium akut" kann ich persönlich gegen Durchfall empfehlen - das wirkt recht schnell, darf aber auch nur 2 Tage genommen werden. Ansonsten geht bitte zum Arzt und geht bitte nicht zur Arbeit oder schickt die Kinder in die Schule oder in den Kindergarten. Da der Virus sich recht schnell verändert, ergibt sich sonst eine nicht endender Kreislauf.