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Radio Hamburg

Zahnarztbesuche in der Schwangerschaft

Diesen Ratgeber solltet Ihr kennen

Hamburg, 23.08.2017
Babybauch, Schwanger

Eine Schwangerschaft bringt viele Veränderungen mit sich, bei denen Zahnpflege besonders wichtig ist. 

Eine Schwangerschaft bringt zahlreiche Veränderungen mit sich, welche auch die Zahngesundheit beeinflussen. Bereits zu Beginn der Schwangerschaft ist es aus diesem Grund wichtig, gut über diese Veränderungen informiert zu sein. Schließlich müssen Therapieformen mit einer besonderen Sorgfalt vor dem Hintergrund der körperlichen Belastung ausgewählt werden.

Die erste Untersuchung

Bereits vor einer geplanten Schwangerschaft ist ein Besuch in der Zahnarztpraxis zu empfehlen. Der Arzt kann zu diesem Zeitpunkt die Gesundheit von Zähnen und Zahnfleisch genau untersuchen und unter Umständen erste Behandlungen durchführen. Hat sich die Schwangerschaft erst einmal stabilisiert, so sind weitere Behandlungen nur noch in besonders dringlichen Fällen gerechtfertigt. Schließlich hat der Einsatz von Narkosemitteln und Röntgenstrahlung sogleich einen Einfluss auf das ungeborene Kind. Bei ihm sind die Schutzmechanismen gegen die eingesetzten Behandlungsmethoden noch nicht derart ausgebildet, weshalb die prophylaktische Kontrolle der Zähne sehr zu empfehlen ist. So lassen sich zahngesundheitliche Probleme in den kommenden Monaten der Schwangerschaft noch eher vermeiden.

Vorsicht vor Karies

Für die gefürchtete Erkrankung Karies sind Säureprodukte der Bakterien verantwortlich, die sich im Mundraum befinden. Die veränderten Essgewohnheiten während der Schwangerschaft können das Risiko von Karies deutlich erhöhen. Wer ohnehin bereits in der Vergangenheit aufgrund von Karies eine Behandlung über sich ergehen lassen musste, sollte besonders gewarnt sein. Auf der einen Seite liegt nun ein erhöhtes Risiko vor, dass die Erkrankung während der Schwangerschaft zurückkehrt. Auf der anderen Seite wurden unter Umständen Amalgam-Füllungen verwendet. Diese bestehen zu 50 Prozent aus Quecksilber, welches sich durch das Kauen stetig im Körper verteilt und sich in den Organen festsetzen kann. Die negativen Auswirkungen dieser Ablagerungen auf die Gesundheit, welche auf die inzwischen nicht mehr verwendeten Füllungen zurückzuführen sind, konnten noch nicht bis ins letzte Detail erforscht werden. Wer beim Zahnarzt eine Amalgamentfernung durchführen lassen möchte, sichert sich zumindest im Rahmen der Möglichkeiten gegen die Folgeschäden am eigenen Körper und an dem des ungeborenen Kindes ab.

Ausgewogene Ernährung anstelle süßer Zwischenmahlzeiten 

Besonders während der Schwangerschaft ist der Drang zu Zwischenmahlzeiten groß. Zuckerhaltige Lebensmittel, deren Energie schnell ins Blut übergeht, üben dabei eine besonders große Anziehung aus. Der Konsum solcher Produkte erhöht jedoch die Vermehrung der Säurebakterien auf den Zähnen schlagartig. Somit steigt das Risiko, erneut unter Karies zu leiden, erheblich an. Auch im Hinblick auf die Zahngesundheit ist eine ausgewogene Ernährung besonders wichtig. Zuckerhaltige Zwischenmahlzeiten lassen sich zumindest durch Obst und Gemüse ersetzen. Dadurch wird sogleich dafür gesorgt, dass das ungeborene Kind alle wichtigen Nährstoffe für den Aufbau des Gewebes bekommt. Um das Risiko einer Zahn- oder Zahnfleischerkrankung gering zu halten und das Baby zugleich vor der potenziellen Ansteckung mit Karies zu schützen, empfehlen viele Zahnärzte zu Beginn der Schwangerschaft Prophylaxemaßnahmen, welche die Mundhygiene verbessern können.

Der Einfluss der Stadien

Wie gefährlich zahnärztliche Behandlungen für das ungeborene Kind sein können, hängt wesentlich vom Stadium der Schwangerschaft ab. Besonders in den ersten drei Monaten der Schwangerschaft besteht die Gefahr, dass die eingesetzten Medikamente die Organbildung des Kindes beeinträchtigen. Unbedingt erforderliche ärztliche Maßnahmen werden aus diesem Grund häufig in den vierten oder fünften Schwangerschaftsmonat verschoben, in dem die Bildung der Organe schon zu weiten Teilen abgeschlossen ist. Im letzten Trimenon, welches die finalen drei Monate der Schwangerschaft umfasst, ist ebenfalls von Behandlungen abzusehen. Dennoch sollten sich Schwangere im Urlaub nicht zu weit von ihren ärztlichen Ansprechpartnern entfernen. Hier ist es in erster Linie der Stress der schwangeren Frau, der den Zahnarztbesuch zu einem Risiko werden lässt. Schließlich besteht die Gefahr, dass die nervliche Anspannung zu einer Frühgeburt führt.

Die Gefahr des Röntgens

Gleichzeitig werden die verschiedenen Behandlungsmethoden, die ein Zahnarzt bei Schwangeren in Erwägung zieht, in der heutigen Medizin unterschiedlich eingestuft. Von Röntgenbildern sehen die meisten Zahnärzte während der Schwangerschaft generell ab. Auch hier ist das Risiko im ersten Trimenon besonders hoch, da das embryonale Gewebe mit der Entwicklung der Organe beschäftigt ist. In manchen Fällen ist die Anfertigung von Röntgenbildern zur Indikation bestimmter Erkrankungen unerlässlich. In diesem Fall hilft nur der bereits beworbene prophylaktische Besuch beim Zahnarzt. Dort lassen sich unter Umständen bereits wichtige Anzeichen für eine Erkrankung in den kommenden neun Monaten der Schwangerschaft feststellen.

Risikofaktor Antibiotika

Um bestimmte bakterielle Infektionen im Mundraum einzudämmen, greifen Zahnärzte in diesen Tagen zu verschiedenen Antibiotika. Deren Einsatz ist jedoch während der Schwangerschaft nicht ohne Risiken möglich. Mediziner verschreiben die Präparate aus diesem Grund besonders zurückhaltend. Sollte sich die Einnahme der Medikamente vermeiden lassen, ohne dabei eine erhebliche Gefahr für die Gesundheit der Mutter zu erkennen, so wird generell auf ein Antibiotikum verzichtet. Beim Embryo kann dieses nicht zuletzt zu schweren Beeinträchtigungen bei der Bildung des Skeletts führen. Auch aus dieser Stelle steht die werdende Mutter deshalb in der Verantwortung, um das Risiko für verschiedene Infektionen während der Schwangerschaft zu minimieren. Neben einer ausgewogenen Ernährung ist  die richtige Zahnpflege der beste Weg, um dieses Ziel zu erreichen.

Der Einsatz von Betäubungsmitteln

Sollte eine Behandlung während der Schwangerschaft dringend erforderlich sein, so müssen sich die Patientinnen keine Sorgen machen, ohne Narkose behandelt zu werden. Viele gängige Präparate, welche für eine lokale Betäubung eingesetzt werden, konnten bereits auf das Risiko bei der Anwendung während der Schwangerschaft getestet werden. Nach den Ergebnissen der US Food and Drug Administration steht der Anwendung somit nichts mehr im Wege. Eine schmerzfreie Behandlung, die dadurch keine Problematik mehr darstellt, verringert sogleich die nervliche Belastung der Patientinnen. Deren negativer Einfluss auf die Gesundheit des Embryos wäre unter Umständen schließlich größer, als der Einfluss des eingesetzten Betäubungsmittels. Um die verbliebenen Restrisiken einer Betäubung generell ausschließen zu können, sollten verschiedene Erkrankungen während der Schwangerschaft generell vermieden werden.

Die persönliche Rolle

An vielen Stellen wird also während der Schwangerschaft versucht, schädliche Einflüsse auf das ungeborene Kind abzuwehren. Kommt es während dieser Zeit zu ernsten Erkrankungen, sind jedoch auch dem Mediziner die Hände gebunden, wenn er die Gesundheit der Mutter nicht aufs Spiel setzen möchte. Aus diesem Grund ist von Beginn an die richtige Zahnpflege entscheidend. Kam es bereits in den Jahren vor der Schwangerschaft zu keinen gesundheitlichen Einschränkungen, so sollte lediglich eine gesunde Ernährung stets im Blick behalten werden. Liegt dagegen eine generelle Anfälligkeit vor, so helfen gezielte prophylaktische Maßnahmen, um Behandlungen während der Schwangerschaft zu vermeiden. Mit dem Wissen, dass dies der Gesundheit des Kindes ungemein zuträglich sein wird, sollte die Einhaltung dieser Vorsätze kein Problem darstellen.