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Radio Hamburg

Nerviges Keuchen

Selbsttest: Die besten Hausmittel gegen Husten

Hamburg, 08.02.2017
Husten

Husten scheint Dauerthema bei mir und den Kids seit Oktober zu sein. Diese Hausmittel helfen uns wirklich!

Ich will ja nicht jammern... oder doch! Seit Herbst schleppen meine Familie und ich uns von Husten zu Husten. Kein Monat vergeht, an dem ich nicht denke, Darth Vader ist bei uns zu Hause eingezogen. Und es kommt ganz heimlich über Nacht. Blecherner Husten, rasseln, Schleimauswurf und kratzender Schmerz im Hals - um nur ein paar der schönen Begleiterscheinungen zu nennen. Gerade meine Kinder (3 und 1 Jahr alt) schleppen aus der Krippe und dem Kindergarten immer wieder frische Husten-Viren an. Manchmal denke ich, die haben ein Spar-Abo dafür. Gerade hat's wieder meinen Mann und meine Tochter Frida erwischt. Trockenes Bellen die ganze Nacht! 

Gerade durch die Kinder frage ich mich natürlich: Welche Hausmittel helfen, welche Naturprodukte kann ich anwenden, um den Hustenreiz zu lindern oder die Bronchien wieder frei zu bekommen. Und wir sind hustenerprobt. Mit meinem Sohn durfte ich schon zwei Mal das Krankenhaus hüten wegen einer fetten Bronchitis - Sonden und Sauerstoff-Maske inklusive. Das will man so schnell nicht wieder erleben, zu mal man momentan aus dem Krankenhaus nicht geheilt nach Hause geht, sondern noch ein paar Viren obendrauf bekommt - so voll ist momentan die Kinderstation.

Das sind unsere Favoriten gegen Husten

Hausmittel

Damit geht's dem Husten an den Kragen

  • Inhalieren ist das A und O. Im Krankenhaus sagte man uns: Hustensaft hilft jede Sekunde NICHT! Das ist nur fürs Gewissen. Das Inhalieren mit Kochsalzlösung und in schwereren Fällen mit Bronchien-Weitern wie Salbutamol (muss vom Arzt verschrieben werden) lösen den Husten wirklich. Die Bronchien werden befeuchtet, der Schleim kann gut abtransportiert werden. Wir haben ein teures Inhalationsgerät ( Pari Boy Inhalator) vom Arzt verschrieben bekommen, aber zu Anfang bekommt man auch kleine Instant-Inhalatoren für 10 Euro in Apotheken und Drogerien. Natürlich könnt Ihr auch heißes Wasser mit Salz anreichern und den Kopf über eine Schüssel halten, Handtuch über den Kopf - fertig. Das ist nur meist für kleine Kinder noch nichts, weil die Verbrühungsgefahr durch den Dampf und das Wasser zu hoch ist.

  • Mein Favorit: Zwiebelsaft! Den setze ich schon beim kleinsten Hüsteln an. Klingt eklig, aber die Kids lieben ihn - da muss (leider) ordentlich Zucker ran. Ihr schneidet eine Zwiebel in kleine Würfel, das Ganze kommt in eine kleine verschließbare Dose, obendrauf drei bis vier Teelöffel Kandiszucker. Deckel drauf, alles gut durchschütteln und 1-2 Stunden ziehen lassen. Dann hat sich der Saft aus der Zwiebel gelöst. Drei- bis vier Mal am Tag einen Löffel geben. Nach zwei Tagen solltet Ihr einen neuen Sud ansetzen. 

  • Sehr zu empfehlen ist ein Luftbefeuchter. Ich habe jeweils einen bei den Kids im Kinderzimmer. Mit einem Luftfeuchtemesser findet Ihr heraus, ob es im Zimmer zu trocken ist. Der Luftbefeuchter macht das Atmen gerade nachts einfacher, die Atemwege werden von dem sehr fein zerstäubten Wasser gut befeuchtet und Ihr könnt besser schlafen. Wichtig: morgens gut lüften und die Feuchtigkeit wieder aus den Räumen lassen.

  • Heiße Kartoffeln habe ich schon von meiner Mama aufgelegt bekommen als ich als Kind Husten hatte. 2-3 kleine Kartoffeln kochen bis sie gar sind, dann ein altes Handtuch nehmen, die Kartoffeln da reinlegen und zerdrücken (mit Schale). Wichtig: Unbedingt noch ein Handtuch etc darum legen - das wird verdammt heiß und Ihr müsst Euch das Ganze jetzt auf die Brust/Dekolletee legen. Bitte nicht dabei einschlafen, dass kann wirklich zu hässlichen Verbrennungen führen, wenn man sich nicht genügend vor der Hitze schützt. Aber es hilft unglaublich gut. Die ätherischen Öle aus der Kartoffel und die Wärme lösen den Schleim und machen den Husten lockerer.

  • Banal, aber wirksam: ein Frische-Luft-Spaziergang am Tag muss sein. Miefige Wohnungsluft kann den Husten eher verschlimmern.

  • Brust und Rücken abklopfen. Dafür fragt Ihr am besten Euren Partner. Mit zwei Fingern und leichtem Druck rechts und links vom Brustbein und auf dem Rücken den Husten locker klopfen. Pro Seite ca 5 Minuten. Das haben wir von der Physiotherapeutin im Krankenhaus gelernt und es hilft wirklich. Am besten gleich nach dem Inhalieren machen. Die Richtung ist vollkommen egal.

  • Kommen zum Husten noch Halsschmerzen dazu, gurgelt Ihr morgens und abends mit Salzwasser. Ein Teelöffel Salz auf einen gut gefüllten Wasserbecher und los geht's.

  • Leinsamenwickel  beschleunigen auch den Abfluss von Schleim. Die Leinsamen-Körner werden mit Wasser zum Kochen gebracht und der warme Brei als Wickel auf die Brust aufgelegt. 

  • Ingwertee! Ja, ist nicht wirklich was für Kinder, aber für uns Große. Gern auch mit frischen Minzblättern und etwas Honig verfeinern, schmeckt der Tee besonders gut und bringt Euch zum Schwitzen.

  • Wir schwören auf Thymian-Myrte-Balsam und den passenden Badezusatz. Das lässt uns besser atmen. Den Balsam abends auf Brust und Rücken auftragen und gut einreiben. Wenn Ihr zur Hand habt, Watte oder Heilwolle auf die Balsam-Stellen geben und ein enges Top darüber. Das hält die Wärme und hilft beim Heilen.

Und sonst noch?

Vorbeugen ist bekanntlich das beste Hausmittel. Deswegen ist es immer ratsam, sich während der kalten Jahreszeit warm anzuziehen, viel Obst und Gemüse zu essen, viel zu trinken und die Abwehrkräfte durch Wechselduschen am Morgen zu stärken, so dass Viren keine Chance haben, Krankheiten überhaupt auszulösen. Falls Ihr schon unter einer Erkältung leidet, ist das Inhalieren von Kräutern oder ätherischen Ölen sehr hilfreich, denn Dämpfe lösen festsitzenden Schleim in den Atemwegen. Bein Babys und Kleinkindern bitte aber Hände weg vor ätherischen Ölen, da genügt das Inhalieren mit Kochsalzlösung. Außerdem ist im Winter regelmäßiges Händewaschen mit Seife Pflicht, denn Bakterien und Viren werden an Türklinke oder beim Händeschütteln weitergereicht.