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Radio Hamburg

Schwanger in den Urlaub?

Werdende Mütter sollten sich gut informieren

Husum/Hamburg, 13.07.2017
Babybauch, Schwanger

Wollen Schwangere verreisen, sollten sie sich im Vorfeld gut informieren.

Mit Baby-Bauch in den Urlaub? Eigentlich kein Problem – außer die Schwangerschaft ist bereits weit fortgeschritten…

Als Schwangere an die Nordsee- oder Ostseeküste fahren, noch etwas Meeresluft schnuppern, bevor das Baby kommt? Eigentlich eine gute Idee – doch werdende Mütter sollten sich im Vorfeld gut informieren, denn nicht überall in Deutschland sind schwangere außerhalb ihres Wohnortes gut versorgt.

In Schleswig-Holstein zum Beispiel sind in den vergangenen Jahren mehrere Geburtsstationen geschlossen worden. Um die Situation der Geburtshilfe im Land und in den besonders betroffenen Kreisen Nordfriesland und Ostholstein zu verbessern, hat die damalige Landesregierung 2016 ein Gutachten in Auftrag gegeben.

Diese Studie der OptiMedis AG wird nun mit Betroffenen im Kreis Nordfriesland diskutiert. Eine Reihe von Maßnahmen wurde bereits eingeleitet.

Dazu gehören:

- Sicherung des Hebammenrufs auf den Inseln Sylt und Föhr: Die Finanzierung 2017 erfolgt gemeinsam durch Land, Kreis, Gemeinden und Kostenträger.

- Ausbau der Kapazitäten für eine vorgeburtliche Unterbringung (Boarding) in Husum und Flensburg

- Schaffung zusätzlicher Kreißsaalkapazitäten in Flensburg, Husum, Kiel und Unterstützung des Umbaus der Wöchnerinnenstation in Lübeck

- Ausbau der Möglichkeiten zur speziellen Schulung der Rettungsdienstkräfte: Kauf eines Geburts- und eines Neugeborenensimulators

- Ausbau der Hebammen-Ausbildungskapazitäten durch die Einführung einer akademischen Ausbildung

- Aufnahme eines Baby-Notarztwagens in das Rettungsdienstgesetz

Vorgesehen sind auch die Entwicklung eines Partnerschaftsmodells "Mutter-Hebamme-Arzt" zur Förderung der gezielten Zusammenarbeit der Akteure sowie die Stärkung der vorgeburtlichen Versorgung mit Hilfe eines adaptierten Risikobogens und entsprechender Behandlungspfade.

Dieser Vorschlag soll mit dem Berufsverband der Frauenärzte umgesetzt werden. Vorgeschlagen sind auch offene Hebammen-Sprechstunden im Kreis Ostholstein.

Doch nicht nur im Norden, auch Deutschlandweit sind die Geburtsstationen regelmäßig überlastet.

In Großstädten wie Berlin oder München nehmen viele Kliniken Geburten ohne vorherige Anmeldung nicht mehr an. Frauen werden unter Wehen vor den Kreißsälen abgewiesen und müssen zum nächsten Kreißsaal fahren. Dort müssen sie dann damit rechnen, sich eine Hebamme mit mehreren Frauen zu teilen. Die Lage in den Kliniken ist also ohnehin schon angespannt. In den Sommerferien kommt hinzu, dass viele Hebammen, die oft selbst Familie haben, im Urlaub sind.

Die Elterninitiative Mother Hood e.V. hat jetzt eine Karte erstellt, dir den werdenden Eltern die Kritischen Regionen aufzeigt: