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Radio Hamburg

Kind stirbt nach Badeunfall

Das solltet Ihr über "sekundäres Ertrinken" wissen

Hamburg, 14.06.2017
Kind badet am Strand.

Auch nach kleineren Schwimmunfällen Eurer Kids solltet Ihr die Kleinen längere Zeit auf Besonderheiten hin beobachten.

In den USA stirbt ein Vierjähriger eine Woche nach einem Badeunfall an sogenanntem "sekundären Ertrinken". Das sollte Ihr darüber wissen.

Der kleine Frankie (4 † ) wird beim Baden am Strand von einer Welle erfasst, kurz unter Wasser gedrückt, kommt aber gleich wieder zu Luft. Der kleine Texaner spielt munter weiter, die Eltern gehen nach Hause. Eine Woche später ist der Vierjährige in seinem Bettchen "ertrunken" - sekundäres Ertrinken nennen das die Mediziner. Ein unvorstellbares Drama für die Eltern, die bei CNN davon berichten. Aber wie kommt es dazu, welche Symtome gibt es und was müsst ihr beachten beim Sommer-Badespaß?

Beim sekundären Ertrinken kommt Wasser in die Lunge und verursacht einen Herzstillstand. Prof. Nentwich, Kinder- und Jugendarzt in Zwickau erklärt gegenüber dem Berufsverbands der Kinder- und Jugendärzte ( BVKJ): "Das Einatmen von Flüssigkeiten führt unter anderem durch Entzündungsreaktionen und Ödeme in der Lunge zu Störungen des Gasaustauschs, die ohne Behandlung in wenigen Stunden durch immer größeren Sauerstoffmangel zum Tod führen können", warnt Prof. Nentwich. Je kleiner die Kinder sind, desto geringere Wassermengen reichen aus. Für Experten gelten 2 Milliliter pro Kilogramm Körpergewicht als bedenklich. Das wären bei einem Fünfjährigen mit 18,5 Kilogramm  37 Milliliter Wasser (ein normales Schnapsglas voll).

Mögliche Symptome - Arzt aufsuchen!

"Beginnt ein Kind nach einem Badeunfall – obwohl es eine Phase ohne Beschwerden hatte – erneut wieder zu husten, atmet ungewöhnlich schnell, wirkt teilnahmslos oder anders als sonst, oder es verfärben sich die Lippen, dann sollte es umgehend in eine kinderärztliche Notfallaufnahme", rät Nentwich. 

Trockenes Ertrinken

Eine weitere gefährliche Situation für Kinder ist das trockene Ertrinken. Kommt ein Kind mit dem Kopf unter Wasser schließt sich in einer Art Schockreaktion die Stimmritze im Rachenraum, das Atmen ist nicht mehr möglich. Dadurch ertrinken die Kleinen auch ohne Wasser in der Lunge - sie ersticken unter Wasser. Dieser "stille Tod" kommt häufig bei Baden zu hause in der Badewanne vor.

Es ist daher unerlässlich, die Kleinen beim Baden (auch zu Hause in der Badewanne) immer zu beobachten, sie über die Gefahren des Wassers aufzuklären und wenn sie alt genug sind, mit ihnen Schwimmtrainings oder Schwimmkurse zu absolvieren. Und falls Ihr unsicher seit, ob Euer Kind durch einen Badeunfall geschädigt wurde, bitte immer den Notarzt oder Kinderarzt aufsuchen.

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