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Radio Hamburg

Die Krankheit sprichwörtlich bei den Eiern packen

Hodenkrebs: Vorsorge & Erkennung

Hamburg, 27.03.2017
Themenwoche Hodenkrebs

Mit diesem Kampagnen-Logo wird für die Hodenkrebs-Aufklärung geworben.

Gerade junge Männer im Alter zwischen 15 und 35 erkranken an Hodenkrebs. Wie man ihn ertastet und wie die Heilungschancen sind.

Zur Früherkennung von Hodenkrebs ruft die Deutsche Gesellschaft für Urologie junge Männer zum "Hodencheck" auf. Betroffen seien meist 20- bis 40-Jährige, sagte der Hamburger Urologe Christian Wülfing. Sie sollten regelmäßig ihre Hoden auf Verhärtungen abtasten. Um das Problem an den sprichwörtlichen Eiern zu packen, startet jetzt (ab 27.03.) die Themenwoche "Hodenkrebs". Hodenkrebs - darüber wird selten gesprochen, es ist aber laut Universitätsklinikum Eppendorf die häufigste bösartige Erkrankung bei jungen Männern.

Allerdings habe nicht jeder, der dabei einen ungewöhnlichen Knubbel entdecke, gleich Hodenkrebs. Es könne auch der Nebenhoden oder die Folge einer Verletzung sein. Im Zweifelsfall sollten Männer zu einem Urologen gehen, der eine Untersuchung per Ultraschall mache. Extrem wichtig dabei ist aber die Selbstuntersuchung. Die Internetseite http://www.hodencheck.de/   soll Informationen dazu liefern. Ein Videoclip, Expertengespräche und eine Graffiti-Aktion sollen Männer ermuntern, sich öfter "in den Schritt zu fassen".

Das richtige Abtasten

Abtasten bei Verdacht auf Hodenkrebs

 

Hodenkrebs sei aber die häufigste Tumorerkrankung bei jungen Männern, sagte Wülfing, der an der Asklepios-Klinik Hamburg-Altona Chefarzt der urologischen Abteilung ist.  95 Prozent aller Fälle könnten geheilt werden, allerdings meist nur
durch eine operative Entfernung des betroffenen Hodens. Metastasen, meist im hinteren Bauchraum oder in den Lungen, können mit einer Chemotherapie bekämpft werden. Die Sexualität müsse nicht beeinträchtigt werden. Und auch mit einem Hoden könnten Männer noch fruchtbar sein. Zur Sicherheit sollten Patienten mit Kinderwunsch vor einer Operation Samenproben einfrieren lassen.

Das sind die Risikofaktoren für Hodenkrebs

Die Ursachen von Hodenkrebs sind nicht bekannt. Als Risikofaktor gilt ein sogenannter Hodenhochstand nach der Geburt. Das Organ ist dann noch nicht aus der Leiste in den Hodensack gewandert. Das wird in der Regel bei Kleinkindern korrigiert. Was bleibt ist das erhöhte Krebsrisiko. Eine Erkrankung des Bruders oder Vaters kann auf eine genetische Veranlagung hinweisen. Äußere Risikofaktoren wie Rauchen gibt es nach Angaben von Wülfing nicht.

Prominente Erkrankte

Sportler wie der Ex-Fußballer Ebbe Sand, oder Radsportler wie Ivan Basso oder Lance Armstrong hatten mit Hodenkrebs zu kämpfen. Auch der Musiker DJ Ötzi erkrankte an Hodenkrebs, konnte aber geheilt werden.

(aba)