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Radio Hamburg

Lohntransparenz-Gesetz ab 6. Januar

Erfahren, was die Kollegen verdienen

Hamburg, 03.01.2018
Lohn Männer und Frauen

Noch immer verdienen Frauen für die gleiche Arbeit weniger als Frauen.

Ab dem 6. Januar haben Frauen einen Anspruch darauf zu erfahren, was die männlichen Kollegen für die gleiche oder gleichwertige Arbeit verdienen.

Das Lohntransparenz-Gesetz tritt am 6.Januar in Deutschland in Kraft. Es soll verhindern, dass Arbeitgeber Frauen und Männer für die gleiche Arbeit unterschiedlich bezahlen. In Unternehmen ab 200 Mitarbeitern (betrifft ca. 18.000 Unternehmen in Deutschland) können Beschäftigte künftig erfragen, wieviel vergleichbare Kollegen verdienen. 

Die Betriebsräte in den jeweiligen tarifgebundenen Unternehmen dürfen auf Anfrage Auskunft über den Lohn geben.Man darf aber nicht den Lohn einer bestimmten Person abfragen bzw. bekommt darauf keine Antwort. Es geht nur um eine vergleichbare Gruppe des anderen Geschlechts, die die gleiche oder gleichwertige Arbeit macht. Die Lohnangabe zeigt dann den Durchschnitt der Gehälter der abgefragten Kollegen-Gruppe.

Beispiel für eine Lohnabfrage

(Quelle: Präsentation des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend)

  1. Eine Gruppenleiterin hat mehrfach um Gehaltserhöhungen gebeten und ist immer abgewiesen worden. Sie erfährt, dass die männlichen Gruppenleiter mindestens das verdienen, was sie gefordert hat.
  2. Die Gruppenleiterin wendet sich an den Betriebsrat und verlangt Auskunft über eine konkrete Vergleichstätigkeit.
  3. Der Betriebsrat informiert den Arbeitgeber über das eingegangene Auskunftsverlangen und fordert die erforderlichen Unterlagen an.
  4. Der Arbeitgeber stellt die erforderlichen Unterlagen zur Verfügung und gewährt Einblick in die Lohn- und Gehaltslisten.
  5. Der Betriebsrat prüft die Gleichwertigkeit der Vergleichstätigkeit und berechnet das Medianeinkommen der sieben männlichen Gruppenleiter. Er informiert die Arbeitnehmerin.
  6. Die Auskunftt zeigt ihr, dass sie eine gleichwertige Tätigkeit ausübt und dass ihr Entgelt deutlich unter dem der männlichen Gruppenleiter liegt.
  7. Sie wendet sich mit dem Ergebnis an den Arbeitgeber und bittet um eine benachteiligungsfreie Bezahlung.

Übrigens: Unternehmen, die über 500 Mitarbeiter haben müssen in ihren Geschäftsberichten ab jetzt darlegen, was sie für die Gleichstellung der Gehälter von Mann und Frau unternehmen.

(aba)