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Radio Hamburg

"Erschreckende Sicherheitsmängel und Gesundheitsrisiken"

TÜV testet Urlaubs-Souvenirs

Köln, 26.07.2012
Sonnenbrillen im TÜV-Test

Der TÜV Rheinland hat Sonnenbrillen, Spielzeug und T-Shirts sind besonders überprüft. Die Tester sprechen von "erschreckenden Sicherheitsmängeln und Gesundheitsrisiken".

Sonnenbrillen, Spielzeug oder T-Shirts sind beliebte Urlaubsmitbringsel. Der TÜV Rheinland hat sie getestet und Erschreckendes festgestellt.

Schauen Sie bitte schnell mal nach, welches Souvenir Sie aus dem Urlaub mitgebracht haben, denn Souvenirs wie Sonnenbrillen oder Spielzeug sind vielfach Schund und manchmal sogar gefährlich. Das hat eine Untersuchung des TÜV Rheinland ergeben. Der Schwerpunkt des jährlichen Souvenir-Tests lag in diesem Sommer auf Spielzeug: Stofftiere, Plastikpistolen, Seifenblasen, Autos, Schaufeln, Gummibälle - auf all dem, was man am Strand so für ein paar Euro kaufen kann, wenn die Kinder quengeln.

Urlaubssouvenirs: Schnell am Strand gekauft

Zuhause würde man diese Sachen meistens nicht anrühren. Aber am Strand ist es eben anders. TÜV-Sprecher Ralf Diekmann kennt die Lage der Touristen genau: "Die Hemmschwelle gerade im Urlaub ist äußerst gering. Da will man kein Spielverderber sein und kauft etwas - auch wenn man weiß, dass das nicht ewig halten wird." Die schlechte Qualität sei das eine. "Manches ist aber auch noch gefährlich, und da hört's dann auf."

Giftiges Spielzeug, gefährliche Mitbringsel

Der TÜV kaufte in Spanien, Italien und den Niederlanden, aber auch an der deutschen Nordseeküste rund um Wilhelmshaven, Cuxhaven und auf den ostfriesischen Inseln ein. In Laboratorien in Köln und Nürnberg wurden die Mitbringsel getestet. Jetzt wurden die ergebnisse präsentiert, darunter Spielzeug-Schweine ohne Augen und Mäuse mit abgebrannten Schwänzen. Gummibälle enthielten Weichmacher und Stofftiere verloren leicht die Augen, stellten die Prüfer unter anderem fest. Bei batteriebetriebenen Stofftieren waren die Fächer zum Teil nicht gesichert, so dass kleine Kinder die Batterien im schlimmsten Fall verschlucken könnten. Einige Stofftiere fingen sogar Feuer.

Durchgefallen! - EU-Richtlinien nicht erfüllt

Die Bilanz: Von insgesamt 45 gekauften Spielzeugen hielten 28 den mechanischen und chemischen Anforderungen nicht stand und erfüllten nicht die Vorgaben der EU-Spielzeugrichtlinie. "Diese Produkte stellen ein Sicherheitsrisiko für Kinder dar und dürfen so nicht verkauft werden", sagte TÜV-Vorstandsmitglied Ralf Wilde.

Erschreckende Ergebnisse bei Sonnenbrillen

Auch bei Sonnenbrillen waren die Ergebnisse bedenklich. Viele schaden eher den Augen als das sie diese schützen. Der TÜV findet die Ergebnisse "teilweise erschreckend". Bei 40 Prozent stellten die Tester zum Teil gravierende Mängel fest. Einige waren etwa zu stark getönt. "Wenn man dann mit dem Auto in einen Tunnel fährt, dunkeln die so stark ab, dass man gefährlich wenig sehen kann", erklärte Diekmann. "Es muss dann ausgewiesen sein, dass diese Brille nicht für den Straßenverkehr geeignet ist. Der normale Mensch kann das nicht erkennen." Einige Brillen hätten die Sicht zudem so stark verzerrt, dass dem Träger nach längerem Tragen richtig schlecht werden könne. Der TÜV testete insgesamt 60 Sonnenbrillen aus Souvenir- und Billigläden oder direkt vom Strand.

Ausnahme T-Shirts

Einen kleinen Lichtblick gab es lediglich bei Fußball-Shirts: Hier wurden die Grenzwerte für Schadstoff-Belastungen eingehalten. Die Qualität war allerdings in den meisten Fällen auch mangelhaft. Wilde vermutet, dass bei solcher Billigware auch die Umwelt- und Sozialstandards bei der Produktion "auf sehr niedrigem Niveau" liegen dürften. Der TÜV betont: Die Qualitätsmängel bestehen unabhängig vom Einkaufsland - sie finden sich überall.

(dpa/aba)